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Hardt

Radweg auf historischer Trasse eröffnet¶

Mit einem großen Bürgerfest ist jetzt in Hardt die Fertigstellung des neuen Radweges durch die VG Bad Marienberg gefeiert worden.

Die Strecke verläuft auf der historischen Bahntrasse und verbindet die Stadt Bad Marienberg mit Nistertal. Zusammen mit Verbandsgemeindebürgermeister Jürgen Schmidt durchschnitt der rheinland-pfälzische Infrastrukturminister Roger Lewentz symbolisch das Band zur Freigabe, ehe die ersten Radler, Inlineskater und Spaziergänger den Weg eroberten. Der Startschuss fiel an der Stelle, wo früher der Haltepunkt Hardt der Westerwald-Querbahn lag. Diese wurde am 16. Juli 1907 eröffnet und umfasste die Strecke von Fehl-Ritzhausen über Großseifen bis zum neuen Bahnhof Marienberg-Langenbach. „Am 31. August 1911 wurde nach der Fertigstellung der ,Großen Brücke' über das Nistertal, damals die höchste Betonbrücke Deutschlands, die Querbahn von Marienberg über Hardt nach Erbach vollendet", daran erinnerte Bürgermeister Schmidt. Wie historisch bedeutsam die neue Radstrecke ist, machte er an der wirtschaftlichen Bedeutung der früheren Bahntrasse deutlich. Durch die damit entstandene Anbindung an Zentren an Rhein und Main habe die Region damals einen riesigen Aufschwung erlebt. So wurde auf diesem Wege beispielsweise der Wäller Rohstoff Nummer eins, der Basalt, abtransportiert. Durch gewerbliche Neuansiedlungen entstanden besonders ab den 60er-Jahren viele neue Arbeitsplätze. Somit seien die Grundsteine für die heutige starke Wirtschaftskraft in der Verbandsgemeinde gelegt worden. Ein Grundstein sei die Querbahn ebenso für den Tourismus in der Region gewesen. Mit der Bahn kamen nach der Wende zum 20. Jahrhundert zunehmend „Sommerfrischler" auf die Westerwälder Höhen. Die Einheimischen wiederum erhielten durch die Bahnanbindung die Chance, entferntere Schulen zu besuchen und qualifizierte Bildungsabschlüsse zu erlangen. Doch die Entwicklung – auch in Sachen Mobilität – ging weiter. Und so fuhr am 26. August 1971 der letzte Schienenbus und 1974 die letzte Dampflok über den heute zum Sportareal umfunktionierten Bahndamm. Schon vor mehr als zehn Jahren sei ihm dann die Idee gekommen, diesen Abschnitt für die Heimatgeschichte sowie unter dem Gesichtspunkt der Naherholung und des Tourismus' wieder neu zu beleben, so Schmidt. Doch erst 2011 sei es möglich gewesen, die Trasse zwischen Bad Marienberg und der Erbacher Brücke für 50 000 Euro von der Deutschen Bahn zu kaufen. Nach dem Erwerb der Fläche sei es relativ schnell bis zur Fertigstellung gegangen – dank der Unterstützung der Landesbetriebe Mobilität in Diez und Koblenz, des Infrastrukturministeriums in Mainz, der beteiligten Baufirmen, der zuständigen VG-Mitarbeiter sowie zahlreicher Helfer. Ehrenamtler aus Hardt waren es auch, die gemeinsam mit Ortsbürgermeisterin Ursula Martain für die Gestaltung des Einweihungsfestes rund um die Schinderhannes-Hütte sorgten. Minister Lewentz zeigte sich sowohl vom gesellschaftlichen Engagement der Hardter Bürger als auch vom neuen Radweg begeistert. Die Strecke sei ein wichtiger Beitrag zur Zukunftsentwicklung im Raum Bad Marienberg. Solche Rahmenbedingungen seien wichtig, um Menschen in der Region zu halten oder sie hierher zu locken – auch wenn es manchmal, wie im Falle des Radweges, einen langen Atem brauche, um solche Ideen umzusetzen. nh

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