Archivierter Artikel vom 30.10.2011, 13:56 Uhr
Rheinland-Pfalz

Plötzlich krabbelt es überall: Marienkäfer-Invasion überrennt uns auch bei Facebook und Twitter

Vielen Menschen in der Region ging es seit dem Freitag wie Karl-Heinz Mannz aus Koblenz: „Das sind wahre Invasionen“. Die Rede ist von Marienkäfern. „Sie krabbeln hier in Armeestärke die Hauswände hoch, nisten sich in Fensterahmen ein, fliegen durch die Wohnung.“ Die gepunkteten Insekten schienen in manchen Orten überall zu sein.

Foto: Henrik Larsson – Fotolia

Rheinland-Pfalz – Vielen Menschen in der Region ging es seit dem Freitag wie Karl-Heinz Mannz aus Koblenz: „Das sind wahre Invasionen“. Die Rede ist von Marienkäfern. „Sie krabbeln hier in Armeestärke die Hauswände hoch, nisten sich in Fensterahmen ein, fliegen durch die Wohnung.“ Die gepunkteten Insekten schienen in manchen Orten überall zu sein.

Es handelt sich überwiegend um den asiatischen Verwandten der heimischen Marienkäfer, unterwegs in mehr Farbvariationen und mit mehr Punkten. „Hunderte in Bad Marienberg“, meldete Jörg Hübner auf der Facebook-Seite unserer Zeitung. „Ewig viele!“, hatte Tristan Kunkel in Siegen gesehen, „unheimlich viele“ Mela Walkenbach in Sinzig und Carina Lieven aus Bad Ems. „Superheftig in der Innenstadt!“, berichtete Juli Etta aus Koblenz über Facebook. Doch nicht alle Tierchen hatten es in ein Winterquartier geschafft: „Viele auch auf meiner Windschutzscheibe“, berichtete Thorsten Lütsch aus dem Koblenzer Stadtteil Asterstein.

Ein ausgesendeter Duftstoff führt dazu, dass die Marienkäfer sich finden und regelrecht zusammenkuscheln. In der Regel sind sie auf der sonnenzugewandten Seite von Hauswänden zu sehen, die sich deutlich vom Horizont abheben – häufig weiße oder gelbe Wände. Die halten sie für Felsen, in deren Ritezn sich überwintern lässt. Das große Krabbeln derzeit geht überwiegend auf die Asiatischen Marienkäfer zurück. Die sind erst seit 1999 in Deutschland in der Natur unterwegs, nachdem sie gezielt zur Bekämpfung von Blattläusen eingeführt worden waren. Seither haben sie sich rasend ausgebreitet. Sie gelten auch als widerstandsfähiger als die heimischen Arten – mit der Folge, dass in den USA innerhalb von nicht einmal 100 Jahren die heimischen Arten verdrängt worden sind.

Der vermeintliche Glücksbringer kann aber auch für Menschen unangenehme Folgen haben.

Das Sekret, das die Käfer absondern können, stinkt erheblich und kann allergische Reaktionen hervorrufen. Dafür könnte es aber in der Medizin noch an Bedeutung gewinnen: Forscher aus Gießen und Würzburg haben festgestellt, dass schönste kleinste Mengen eines Sekret-Bestandteils ausreichen, um das Wachstum des Malaria-Erregers Plasmodium falciparum zu hemmen: Marienkäfer-Matsch gegen Malaria... (law)