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Neuwied

Nicht wirtschaftlich: Marktbräu schließt seinen Betrieb

Das Marktbräu schließt zum 15. September seinen Betrieb. "Schweren Herzens" verkünden die Betreibergesellschaft Disa und das Marktbräu-Team diese Nachricht mittels eines Aushangs im Fenster und auf der Facebookseite der Brauereigaststätte.

Das war's: Nur noch eine Woche, dann schließt das Marktbräu seinen Betrieb. Damit verliert Neuwied gleichzeitig das einzige, in der Stadt gebraute Bier.
Das war's: Nur noch eine Woche, dann schließt das Marktbräu seinen Betrieb. Damit verliert Neuwied gleichzeitig das einzige, in der Stadt gebraute Bier.
Foto: Marcelo Peerenboom

Von unserem Redakteur Ulf Steffenfauseweh

"Über drei Jahre haben wir mit der Marktbräu Neuwied versucht, in der Deichstadt traditionelles Handwerk durch regionale Bier- und Speisekultur zu etablieren. Viele Besucher haben in dieser Zeit den Weg zu uns gefunden. Mit unserer Idee haben wir von ihnen viel Lob, aber auch konstruktive Kritik erfahren", heißt es in der auf Facebook verbreiteten Erklärung. Und weiter: "Letztlich ist es uns jedoch nicht gelungen, eine verlässliche wirtschaftliche Grundlage für den Betrieb einer Hausbrauerei und einer eigenen Biermarke in Neuwied zu schaffen."

Weitere Informationen zu den Gründen gibt die Disa GmbH nicht öffentlich bekannt. Äußerst schmallippig antwortete Geschäftsführerin Martina Jobelius-Jungbluth auf eine Anfrage unserer Zeitung, dass sie sich gegenüber der RZ nicht äußert. Nicht einmal die Anzahl der betroffenen Mitarbeiter konnte oder wollte sie nennen.

Und Rainer Litz, hauptamtlicher Geschäftsführer des AWO-Kreisverbandes Neuwied und damit der Disa-Mutter, war trotz mehrfacher Nachfragen weder am Donnerstag noch am Freitag zu erreichen. Auf Rückrufbitten reagierte er bislang nicht.

Souveräner verhielt sich AWO-Kreisverbandschef Fredi Winter, der zwar im Gespräch mit der RZ auch darauf verwies, dass "die anderen Dinge noch laufen", gleichzeitig aber bestätigte, dass die Disa GmbH dem AWO-Kreisverband die Kündigung des Pachtvertrages aus wirtschaftlichen Gründen ausgesprochen habe.

Er informierte auch, dass die AWO die Miete für das Marktbräu zum 1. Juli "wie in den Verträge vorgesehen an marktübliche Preise angepasst" hatte, bezifferte dies jedoch nicht konkret. Auf jeden Fall habe diese Erhöhung keine Auswirkungen auf die Schließung gehabt, versicherte Winter. Vielmehr seien die vormals guten Umsätze des Marktbräu nach der Berichterstattung in der RZ über die Vorgänge bei der AWO merklich eingebrochen

Zur Erinnerung: Ende Mai hatte die Rhein-Zeitung exklusiv berichtet, dass die Steuerfahndung die Neuwieder Arbeiterwohlfahrt im Visier hat und die Gemeinnützigkeit des Kreisverbandes auf dem Spiel steht. Ein zentraler Vorwurf lautete dabei, dass die AWO die voll möblierte Gaststätte für lediglich 500 Euro im Monat an die Disa – die trotzdem 2011 einen Fehlbetrag von über 80 000 Euro verbuchen musste – vermietet.

Geschäftsführer Litz hatte dazu damals argumentiert, dass dieser nicht marktübliche Preis bewusst erhoben werde, um die Gaststätte erst einmal am Markt zu etablieren. Er hatte aber auch ausgeführt, dass dies laut Vertrag lediglich für drei Jahre gelte. Diese Frist endete am 30. Juni 2013.

Wie es nun mit der modern eingerichteten Brauereigaststätte weitergeht – allein für die neue Zehn-Hektoliter-Brauanlage soll die AWO rund 450 000 Euro ausgegeben haben -, steht noch nicht fest. Während im Internet bereits spekuliert wird, dass andere Brauhäuser aus der Region Interesse an einer Übernahme haben könnten, hält sich Fredi Winter zurück.

Die AWO werde in den nächsten Wochen und Monaten Überlegungen anstellen, wie die Räumlichkeiten weiter genutzt werden. Dabei sei man "in alle Richtungen offen." Sprich: Auch eine andere Nutzung als die einer Gaststätte ist denkbar. "Wir müssen Wege finden, die uns in die Wirtschaftlichkeit zurückführen", resümierte der Kreisverbandsvorsitzende.

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