Archivierter Artikel vom 09.04.2015, 10:58 Uhr
Koblenz/Bonn/Ormoc

Nach Taifun: RZ-Leserinitiative unterstützt Wiederaufbau auf den Philippinen

Katastrophale Schäden richtete Super-Taifun „Haiyan“ im November 2013 auf den Philippinen an. Auch 16 Monate danach sind sie längst nicht behoben, die Regierung schätzt, dass der Wiederaufbau insgesamt vier Jahre dauern wird.

HELFT UNS LEBEN und Help engagieren sich für die Grundschüler der Stadt Ormoc, die teilweise noch in katastrophalen Bedingungen unterrichtet werden müssen. Foto: Help/Ulf Steffenfauseweh
HELFT UNS LEBEN und Help engagieren sich für die Grundschüler der Stadt Ormoc, die teilweise noch in katastrophalen Bedingungen unterrichtet werden müssen.
Foto: Help/Ulf Steffenfauseweh

Von unserem Redakteur Ulf Steffenfauseweh

Die RZ-Leserinitiative HELFT UNS LEBEN (HUL) hat sich von Anfang an entschieden, den größten Teil der 310.000 Euro, die in den Tagen nach dem großen Unglück an zweckgebundenen Spenden eingegangen sind, in langfristige Projekte zu investieren. Gemeinsam mit der Westerwälder Studentenvereinigung „Charity Event“ und dem deutsch-philippinischen Hilfsverein „Helping Hands“ mit Sitz in Neuhäusel hat HUL daher Schulgebäude in der Nähe von Tacloban saniert sowie neu aufgebaut. Mit dem Bonner Verein „Help – Hilfe zur Selbsthilfe“ hat die Leserinitiative unserer Zeitung außerdem einen weiteren vertrauenswürdigen Partner gefunden, der sich in vielfältiger Weise in Ormoc engagiert. Die 178 000-Einwohner-Stadt im Westen der Insel Leyte gehört laut UN zu den am stärksten vom Wirbelsturm betroffenen Gebieten und wurde stark verwüstet. Zerstört wurden auch zahlreiche Schulen. Gemeinsam mit HUL hat Help bereits etliche Klassenräume saniert und vor allem wieder mit Dächern versehen. 50 000 Euro an Spendengeldern wurden dafür investiert (wir berichteten).

Durch die Hilfe bessert sich die Situation aber langsam. Jetzt konnte ein zweites Gemeinschaftsprojekt, bei dem sanitäre Anlagen saniert wurden, erfolgreich abgeschlossen werden. Foto: Help/Ulf Steffenfauseweh
Durch die Hilfe bessert sich die Situation aber langsam. Jetzt konnte ein zweites Gemeinschaftsprojekt, bei dem sanitäre Anlagen saniert wurden, erfolgreich abgeschlossen werden.
Foto: Help/Ulf Steffenfauseweh

Nun ist auch das zweite Gemeinschaftsprojekt von HUL und Help abgeschlossen. Es hat vor allem die hygienische Situation verbessert: Für erneute 50.000 Euro konnten 40 Toiletten repariert und modernisiert, 26 Handwaschanlagen instand gesetzt, vier Toilettenhäuser komplett neu gebaut und ein Abwassertank installiert werden. Von diesen Maßnahmen profitieren insgesamt 4000 Schüler und 26 Lehrer an 13 verschiedenen Grundschulen der Stadt.

Diese Aufnahme zeigt einen aktuell benutzten Not-Unterrichtsraum. Foto: Help/Ulf Steffenfauseweh (2)
Diese Aufnahme zeigt einen aktuell benutzten Not-Unterrichtsraum.
Foto: Help/Ulf Steffenfauseweh (2)

Help hatte zunächst eine Bestandsaufnahme der Schäden vorgenommen und die Wiederaufbaukosten auf Basis der vor Ort zugänglichen Materialien und Arbeitskraft budgetiert. Die Sanierungen selbst führte eine Baufirma aus, die in Zusammenarbeit mit der Bildungsbehörde ausgewählt wurde. Wie Pressesprecherin Marion Michels betont, arbeitet Help ausschließlich mit einheimischen Firmen zusammen, um auch die lokale Wirtschaft zu fördern. Da Korruption auf den Philippinen ein trauriges Thema ist, hat Help die Umsetzung der Sanierungsarbeiten durch eigene Mitarbeiter begleitet und überwacht. Zu diesem Team gehören unter anderem ein Landeskoordinator aus Deutschland und die beiden philippinischen Fachkräfte Elsie Estrera-Salazar und Bernard Cillado. Sie haben die Arbeiten regelmäßig kontrolliert und konnten sicherstellen, dass die geforderten Qualitätsstandards umgesetzt wurden. Sie sorgten außerdem dafür, dass auch der geplante Zeitrahmen nahezu eingehalten werden konnte, obwohl die Wetterbedingungen in der Taifunsaison die Arbeiten behinderten.