Archivierter Artikel vom 09.03.2015, 06:00 Uhr
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Riad

Nach Gesprächen in Riad: Wenig Hoffnung für Saudi-Blogger

Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) erwartet nicht, dass der in Saudi-Arabien verurteilte Blogger Raif Badawi rasch freikommt. „Ich glaube, dass alles, was wir derzeit tun, dazu beiträgt, ihm zu helfen“, sagte Gabriel in Riad nach einem Gespräch mit König Salman.

Sigmar Gabriel
Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) glaubt nicht, dass es wegen des in Saudi-Arabien verurteilten Bloggers Raif Badawi zu einer schnellen Lösung kommt.
Foto: dpa

„Was niemand glaubt, auch die Familie nicht, ist, dass es zu einer ganz, ganz schnellen Lösung kommt“, erklärte der SPD-Chef, der beim König auch die Möglichkeit einer Begnadigung ins Spiel brachte. Der liberale Blogger Badawi war im vergangenen Jahr wegen Beleidigung des Islams zu zehn Jahren Haft, einer Geldstrafe und 1000 Hieben verurteilt worden. Die Körperstrafe wurde nach 50 Schlägen aus gesundheitlichen Gründen ausgesetzt. Sein Schicksal macht seit Wochen international großes Aufsehen.

Der Einsatz der Bundesregierung für den Blogger habe in Riad auf jeden Fall Eindruck gemacht. Gabriel hat dem König im dem fast zweistündigen Gespräch auch geschildert, dass die harte Bestrafung von Badawi und dessen Anwalt das Bild Saudi-Arabiens in Deutschland beschädigt hat.