Archivierter Artikel vom 07.12.2013, 10:33 Uhr
Wiesbaden/Mainz

Möwensterben am Rhein: Der Tod lauert bei Wiesbaden

Es hält seit sechs Jahren an – und es gibt noch immer keine Erklärung. Die Behörden rätseln, warum am Rhein bei Wiesbaden und Mainz Lachmöwen reihenweise sterben. Die Ursache muss aber dort irgendwo liegen.

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Lachmöwen: Irgendwas bei Wiesbaden und Mainz wird ihnen zum Verhängnis. Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/tonreg/" target="_blank">Gernot Molitor/Flickr</a> (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank">CC BY 2.0</a>)
Lachmöwen: Irgendwas bei Wiesbaden und Mainz wird ihnen zum Verhängnis.
Foto:
Gernot Molitor/Flickr (CC BY 2.0)

Sie verlieren ihre schützende Fettschicht im Gefieder und erfrieren dann. Möglicherweise sind Stoffe aus der Industrie oder Klärbecken im Umfeld Mainz/Wiesbaden die Ursache dafür, dass Lachmöwen dort immer wieder sterben. So heißt es in einer Antwort der hessischen Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Ursula Hammann. Es gebe aber weder in Hessen noch in Rheinland-Pfalz „belastbare Belege“, dass eine bestimmte Einrichtung ursächlich sei.

2007 hatten Experten erstmals beobachtet, dass vor allem am Rhein überwinternde Lachmöwen – vermutlich bei der Futtersuche – bestimmte Emulgatoren in ihr Gefieder aufnehmen, das die schützende Fettschicht wie ein Waschmittel auflöst. Die nass und struppig aussehenden Vögel sind der Kälte ausgeliefert und sterben schließlich an Unterkühlung.

Nach Angaben Puttrichs wurde im Sommer dieses Jahres erstmals mit Hilfe eines beringten Vogels nachgewiesen, dass die Quelle für das Phänomen im Raum Mainz/Wiesbaden zu suchen sei. Die unversehrte Möwe war nach nur 15 Minuten Abwesenheit an ihren Ruheplatz mit den nassen Gefiedermerkmalen zurückgekehrt.

Das Gebiet gehört zu den bedeutendsten Rast- und Schlafplätzen für Möwen in Deutschland. Wie vieleMöwen den Tod in den vergangenen Jahren gefunden haben, konnte das Ministerium nicht sagen. Der Fluss treibe tote Vögel ab oder diese würden von Aasfressern schnell verwertet, hieß es.