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    Mainzer Gutenberg-Museum wird umgestaltet: Neuer Glanz für Geschichte der Druckkunst

    Ein Turm aus Bronze mit einer Fassade aus durchbrochenen Buchstaben könnte künftig das Wahrzeichen des Gutenberg-Museums in Mainz sein. Eine Expertenjury kürte den Entwurf des Architekturbüros DFZ aus Hamburg mit dem ersten Preis eines Wettbewerbs für die Neugestaltung des Weltmuseums der Druckkunst.

    Ein bronzen schimmernder Leseturm könnte der Hingucker eines neuen Gutenberg-Museums werden - doch der von der Jury auf Platz eins gesetzte Entwurf des Hamburger Architektenbüros DFZ stößt auf Widerstand. Foto: DFZ Architekten
    Ein bronzen schimmernder Leseturm könnte der Hingucker eines neuen Gutenberg-Museums werden - doch der von der Jury auf Platz eins gesetzte Entwurf des Hamburger Architektenbüros DFZ stößt auf Widerstand.
    Foto: DFZ Architekten

    Von unserer Mitarbeiterin Gisela Kirschstein

    "Wir haben uns getraut, groß zu denken", sagte die Mainzer Kulturdezernentin Marianne Grosse (SPD) bei der Vorstellung am Samstag. Der Neubau markiere einen Paradigmenwechsel für das Museum. Es soll nichts weniger als ein Neustart werden, das Museum, das die Erfindung des Buchdruckers Johannes Gutenberg - das Drucken mit beweglichen Lettern - hütet, ist in die Jahre gekommen. Der Bau, versteckt in der Mainzer Innenstadt am Dom gelegen, stammt aus den 1960er-Jahren, das Innere: dunkel, altbacken und teils marode, die Präsentation der Exponate: unübersichtlich.

    Neues Leben für Museum

    All das soll sich nun ändern, das Museum ein lebendiges Museum werden, das "Maschinen zum Sprechen bringt" und neue Elemente gerade auch der digitalen Welt integriert. "Aus einem Haus stummer Bücher wird ein Haus, das Geschichten erzählt", sagt dessen Direktorin Annette Ludwig. 2015 startete die Stadt Mainz deshalb einen Architektenwettbewerb, an dem europaweit ausgeschriebenen Wettstreit beteiligten sich 27 Büros.

    Aus zwölf Entwürfen der zweiten Runde kürte die Jury nun drei Siegerentwürfe. Auf Platz eins kam der ungewöhnlichste Vorschlag: Neben den verschnörkelten Altbau des "Römischen Kaisers" und direkt gegenüber dem Mainzer Dom setzen die Hamburger Architekten einen modernen, 22 Meter hohen Bücherturm, angeschrägt und an ein kleines Ausrufezeichen erinnernd. Der Turm aus grauem Sandstein hätte auf einer Glasfassade eine durchbrochene Schale aus Buchstaben.

    Das mehrschalige Konstrukt würde "im Licht schimmern", die Metalllegierung nehme die Materialien der gegossenen Buchstaben der Druckerpresse auf, sagte Ludwig, damit nehme der Turm direkten Bezug auf Gutenberg und seine Erfindung. "Dieser Bibliotheksturm ist städtebaulich der beste Auftakt für das Museum", sagte Grosse, er generiert "einen Hingucker" und mache so das Museum nach außen sichtbar.

    Mehr Platz als oberstes Ziel

    Der Turm wäre aber nur ein erster Schritt: 5,1 Millionen Euro stehen dem Museum für diesen Bauabschnitt zur Verfügung, danach soll auch noch der bisherige Museumsbau umgebaut werden - sobald das Geld dafür da ist. Bei den Hamburger Architekten würde sukzessive ein kleines Ensemble unterirdisch verbundener Gebäude, eine Art Mini-Museumsstadt, entstehen. Das Ziel aller Entwürfe: Dem derzeit 3000 Quadratmeter kleinen Museum mehr Platz zu verschaffen, rund 2000 Quadratmeter Fläche sollen dazukommen. Der Entwurf des Frankfurter Architekten Christoph Mäckler auf Platz zwei setzt deshalb einen Querbau aus Main-Sandstein mit einer Glasfassade, die wie ein Setzkasten gestaltet wäre, vor den bisherigen Innenhof des Museums.

    Die Stuttgarter Architekten Lederer Ragnarsdottir Oei, die auf Platz drei kamen, schlagen hingegen einen großen, in den Platz hineinragenden Querbau aus rötlichem Sandstein mit Glasfassade und Kupferdach vor. Dieser Entwurf würde ein neues Platzgefühl definieren und das Museum deutlich erweitern.

    Welcher der drei Entwürfe am Ende gebaut wird, das soll nun in Gesprächen mit den Architekten eruiert werden. Alle drei Büros würden in einigen Wochen noch einmal einem Gremium ihre Entwürfe präsentieren und dabei eine Perspektive geben, wie sie ihre Entwürfe umsetzen wollen, sagte Grosse. Nach dem Anlaufen der Planungen ab Sommer könnten die Bauarbeiten dann 2017 starten.

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