Archivierter Artikel vom 17.08.2012, 21:54 Uhr

Lehrstunde macht Spielern und Zuschauern Spaß

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Hiergeblieben: Bundesliga-Spieler Dragan Tubic (weißes Trikot) versucht, den Kirner Routinier Maouia ben Maouia aufzuhalten. Im Hintergrund: HBWler Christoph Foth (Nummer vier) und Kirns Christian Hopbach.
Foto: Klaus Castor
Hiergeblieben: Bundesliga-Spieler Dragan Tubic (weißes Trikot) versucht, den Kirner Routinier Maouia ben Maouia aufzuhalten. Im Hintergrund: HBWler Christoph Foth (Nummer vier) und Kirns Christian Hopbach.
Foto: Klaus Castor

Wobei warm laufen wörtlich zu nehmen war, denn in der Kyrau-Halle herrschten tropische Temperaturen. „Die Klimaanlage haben wir leider nicht in Gang bekommen“, scherzte TuS-Abteilungsleiter Erwin Holzhauser. Die Kirner Männer ließen sich weder von der Hitze, noch von namhaften Gegnern wie Roland Schlinger (123-facher österreichischer Nationalspieler) abschrecken. Sie hatten sich intensiv auf das Kräftemessen mit dem Erstligisten vorbereitet. Doch eine gewisse Nervosität war ihnen anzumerken. Das war auch dem neuen TuS-Trainer Edmund Brach nicht entgangen: „In der zweiten Hälfte hat das schon besser ausgesehen.“ 50 Gegentore hatten die Kirner einkalkuliert. Dass es sechs weniger wurden – durchaus zufriedenstellend. „Jeder hat sein Bestes gegeben“, bilanzierte Brach.

Mit ein bisschen Glück hätten die Gastgeber sogar den ein oder anderen Treffer mehr auf der Habenseite verbuchen können. In der fünften Minute beispielsweise verfehlte Martin Klünder bei einem Siebenmeter das Ziel. Immerhin gelang es dem Linkshänder später sechsmal, den Ball im HBW-Kasten unterzubringen. Damit war er der treffsicherste Kirner. Die Gastgeber hatten sich in Geduld üben müssen, bis das Spielgerät zum ersten Mal im Tor landete. Christian Hopbach brach nach sechs Minuten und 33 Sekunden den Bann und erntete für sein Premierentor Applaus. Auch das 11:21 direkt nach der Pause ging auf sein Konto. „Ich hatte ein bisschen Wut im Bauch, da ich in der ersten Hälfte nicht das gezeigt habe, was ich kann“, erzählte der Torjäger. Sein Fazit: „Das war für uns eine Lehrstunde, aber es hat Spaß gemacht.“

Reichlich Spaß hatten auch die rund 500 Zuschauer. Sie bekamen starke Abwehraktionen, klasse Paraden der Torwächter, sehenswerte Angriffe und spektakuläre Abschluss-Variationen geboten. HBW-Trainer Brack war es wichtig gewesen, den Fans attraktiven Handball zu bieten, zugleich aber auch die sechs Klassen tiefer beheimateten TuS-Männer mitspielen zu lassen. „Ich denke, das ist uns ganz gut gelungen“, sagte der Coach. Nur mit einem war er nicht zufrieden: „Ich hätte mir mehr Virtuosität in der dritten Dimension gewünscht. Da hat ein bisschen was gefehlt.“ Doch auch ohne Attraktionen wie den Kempa-Trick war das Publikum begeistert, zumal die Balinger mehrfach zu Kniffen angesetzt hatten, es nur an der Vollendung gehapert hatte. Dass bei den „Galliern von der Alb“ noch nicht alles perfekt lief, verwundert kaum. Sieben Abgänge musste der HBW verkraften, hinzu kommen zwei Langzeitverletzte. Und Top-Zugang Christoph Theuerkauf (zuvor TBV Lemgo) musste in Kirn auf der Bank Platz nehmen. „Ich bin umgeknickt und wollte kein Risiko eingehen, damit ich beim Saisonstart nächste Woche fit bin“, berichtete der Nationalspieler. Auf die Kirner wartet in einer Woche das nächste heiße Spiel: Im Pokal erwarten sie Rheinhessenligist HC Gonsenheim und hoffen dabei wieder auf viele Fans.

Tina Paare

TuS Kirn: Bohn/Bertram – Klünder (6), Leonhard (4/1), Hopbach (3), Daemgen (3), Schindler (1/1), Lebershausen (1), ben Maouia, Hey, Klassen, Fritz, Bremm, Deyer, Juchem, Allmann, Franzke, Rothenberger.

HBW Balingen-Weilstetten: Bar/Putera – Ettwein (7), Billek (6), Wessig (5), Schlinger (5), Lininger (5), Herth (4), Häfner (3), Foth (3), Gutbrod (2), Ilitsch (2), Tubic (1), König (1), Puhle.