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Idar-Oberstein

Kreuz kehrt heim in die Idar-Obersteiner Felsenkirche

Das herrliche Bergkristallkreuz, das der Graveur August Schmelzer (1882-1955) vor 80 Jahren geschaffen hat, ist nach einem Jahr Abwesenheit in die Felsenkirche zurückgekehrt – und präsentiert sich nun schöner, atemberaubender als je zuvor. Möglich machte dies der Lions-Club. Doch begonnen hatte die Restaurationsaktion mit einem Zufall.

Sind mit dem neuen Standort des Kreuzes auf dem Altar sehr zufrieden (von links): Graveur Michael Peuster, Lions-Präsident Professor Rolf Müller, Edelsteinkünstler Manfred Wild, Pfarrerin Barbara Zimmer-Schuch und Kunsthistoriker Adolf Grub.
Sind mit dem neuen Standort des Kreuzes auf dem Altar sehr zufrieden (von links): Graveur Michael Peuster, Lions-Präsident Professor Rolf Müller, Edelsteinkünstler Manfred Wild, Pfarrerin Barbara Zimmer-Schuch und Kunsthistoriker Adolf Grub.
Foto: Andreas Nitsch

Idar-Oberstein – Das herrliche Bergkristallkreuz, das der Graveur August Schmelzer (1882-1955) vor 80 Jahren geschaffen hat, ist nach einem Jahr Abwesenheit in die Felsenkirche zurückgekehrt – und präsentiert sich nun schöner, atemberaubender als je zuvor. Möglich machte dies der Lions-Club. Doch begonnen hatte die Restaurationsaktion mit einem Zufall.

Mit vereinten Kräften wird das Kreuz auf den neuen Sockel montiert (von links): Manfred Wild, Michael Peuster und Professor Rolf Müller.
Mit vereinten Kräften wird das Kreuz auf den neuen Sockel montiert (von links): Manfred Wild, Michael Peuster und Professor Rolf Müller.
Foto: Andreas Nitsch

Rückblick: 2009 war es, als Claudia Peuster bei der Hochzeit einer Freundin in der Felsenkirche das „Ave Maria“ sang. Ihr Mann, Michael Peuster, von Haus aus Edelsteingraveur und -gestalter, war für die Technik verantwortlich. Schon von Berufs wegen schaute er sich die ausgestellten Schmuckstücke in dem kleinen Gotteshaus an. Sofort fiel ihm das arg lädierte Schmelzer-Bergkristallkreuz in einer Vitrine auf. Bergkristall? Für ihn sah das Material schon eher aus wie Rauchquarz – so dunkel verfärbt war die Jesusfigur. Sie hatte wohl neben Kerzen gestanden und war mit Glanzruß überzogen.

Das aber war längst nicht alles. „Die Skulptur wurde mit grünem Blumendraht notdürftig zusammengehalten. An den Armen waren deutlich Bruchstellen zu erkennen“, erzählt Edelsteingestalter Peuster. Spontan bot er an, das gute Stück zu restaurieren – kostenlos. Zwei Monate später kam die Kirchengemeinde auf das Angebot zurück.

Peuster, Mitglied des Lions-Clubs, holte den Edelsteinkünstler Manfred Wild und den anerkannten Kunsthistoriker Adolf Grub ins Boot. Schnell wurde aus dem Vorhaben eine Lions-Aktion. Auch Präsident Professor Rolf Müller war begeistert.

Im März 2010 erhielt Peuster das Objekt und demontierte es vorsichtig. „Das heißt, es demontierte sich ja fast von selbst, da es fast auseinanderfiel“, berichtet der Graveur. Sandstrahlen kam für ihn nicht in Frage. Um die typischen Radspuren des Erschaffers Schmelzer zu erhalten, wurde die Kristallfigur mit Lösungsmitteln abgerieben und gereinigt.

Als „kleine Sensation“ bezeichnet Peuster eine bis dahin verborgene Gravur. Auf der Rückseite eines Oberarms ist der Name des Stifters, August Schmelzer, erkennbar. Peuster entdeckte nun hinter Klebstoff den Zusatz „und Frau“.

Tolle Sache außerdem: Peuster stellte eine Münze aus der Zeit Jesu Kreuzigung zur Verfügung. Aus der freigelegten Bronze fertigte Manfred Wild drei Nagelköpfe, mit denen die Figur an dem Holzkreuz befestigt wurde. „Dies soll symbolisieren, dass die Römer Jesus gekreuzigt haben“, erklärt Michael Peuster. Die Originalmünze wurde zudem auf der Rückseite in den Kreuzfuß eingearbeitet.

Eine weitere Optimierung: Der schwarze Schriftzug „Inri“ wurde mit Blattgold hinterlegt, ist jetzt viel besser lesbar.

Schließlich wurde auch noch der Sockel ausgetauscht. Ein heimischer von Manfred Wild gestifteter Jaspisachat, der den blutgetränkten Hügel Golgatha darstellen soll, löste den eher unscheinbaren brasilianischen Bergkristall ab.

So war es letztlich nur logisch, dass das enorm aufgewertete Schmuckstück künftig nicht mehr in einer Vitrine versteckt wird, sondern auf dem Altar einen neuen Stammplatz erhalten hat.              Andreas Nitsch

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