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Interview same

Der Filmemacher Detlev Buck ("Knallhart") erzählt in seinem neuen, in Kambodscha gedrehten Film "Same Same But Different" mit David Kross eine Liebesgeschichte zwischen einem jungen Deutschen und einer Kambodschanerin, die als Barmädchen in einem Nachtclub arbeitet. Als sich herausstellt, dass sie HIV-positiv ist, muss er sich entscheiden, ob es für beide eine gemeinsame Zukunft gibt. Der Film beruht auf einer wahren Geschichte.

Es ist ihr erster richtig großer Liebesfilm, den Sie schon immer drehen wollten. Warum dann gleich so dramatisch mit einer HIV- Infektion?

Buck: Der Film ist eine Reise, ein globales Liebesabenteuer. Es ist nicht die HIV-Infektion des Mädchens, die hier im Mittelpunkt steht, sondern das Prinzip der Krise. Der junge Mann lernt dabei, dass sich die Liebe über die Krise steigern kann, und sie kommt in jeder Liebe, unweigerlich, früher oder später. HIV ist da mehr ein Symbol für Krise. Und es war natürlich auch für mich als Filmemacher ein Abenteuer. Die Bedingung des Autors der Vorlage, Benjamin Prüfer, der die Geschichte ja so ähnlich tatsächlich erlebt hat, war, dass der Film auch in Kambodscha gedreht wird. Und in Kambodscha zu drehen, ist ein großes Abenteuer für sich.

Muss man als deutscher Filmemacher lange nach guten Stoffen suchen, wie manchmal geklagt wird?

Das ist Quatsch, das ist Lamentieren auf höchster Ebene. Man muss nur die Augen offen halten. Die Geschichten liegen doch teilweise auf der Straße. Es geht nur darum, wie man die Stoffe erzählt. Teilweise wird ja hierzulande auch sehr unsinnlich erzählt. Die Deutschen analysieren vieles zu Tode. Da bleibt die Sinnlichkeit auf der Strecke. Auch mit den sogenannten aktuellen Stoffen muss man vorsichtig sein. Wenn sie in den Medien schon unendlich breitgetreten wurden, hat es ein Kinofilm damit sehr schwer, dass konnte man an meinem Film "Knallhart" mit dem noch ganz jungen David Kross sehen über Jugendgewalt in Berlin-Neukölln. Trotzdem war es ein Film, der gemacht werden musste.

Gibt es denn ein aktuelles Thema, das Sie interessieren würde?

Ein Produzent meinte letztens zu mir nach dem Selbstmord von Torwart Robert Enke, man müsste einen Film über Depressionen machen. Ich hatte schon vor vier Jahren diese Thematik als Filmidee gehabt, sogar für eine TV-Serie "Die Depressiven". Aber ich mag es eigentlich nicht, als Filmemacher Themen aufzugreifen, die gerade hochaktuell sind. Ich hasse das Spekulative. Man kann das sowieso nicht alles 1:1 umsetzen. Zum Beispiel die Fußballwelt eignet sich nicht unbedingt für die Darstellung auf der großen Leinwand. Natürlich gibt es dort noch große Tabus wie Homosexualität, die man ansprechen könnte. Es gab darüber schon mal einen Film, aber als Komödie. Das ist aber noch das ganz große Tabuthema im Fußball. Da muss man auch ein sehr gutes Drehbuch haben und auf großer Bühne abhandeln können. Ein schwuler Fußballer ist die letzte Bastion, da gibt es eher noch vorher den ersten schwulen Formel 1-Rennfahrer oder Boxer.

Gespräch: Wilfried Mommert, dpa

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