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Hells Angels: Tätowierer erneut vor Gericht

Ein Antiaggressionstraining brachte den verurteilten 41-jährigen "Hells Angel" vorzeitig auf freien Fuß. Doch er soll noch immer eine Gefahr für die Allgemeinheit sein.

Mainz – Ein Mitglied der Rockergruppe „Hells Angels" muss sich in einem Wiederaufnahmeprozess wegen versuchter Erpressung erneut vor dem Landgericht verantworten. In dem vor der 5. Strafkammer geführten Prozess geht es aber einzig und allein um die Frage der dauerhaften Sicherungsverwahrung des Tätowierers (41).

Auf die Revision der Anklagebehörde hatte der Bundesgerichtshof den Fall zurückverwiesen. Das Urteil der 1. Strafkammer vom April 2009 sei rechtsfehlerhaft, weil die Frage nach dem Hang zu Straftaten nicht ausreichend erörtert worden sei. Die verhängte Haft von dreieinhalb Jahren bestätigte der BGH allerdings.

Obwohl ein Sachverständiger damals zu dem Schluss gekommen war, dass der Angeklagte weiterhin eine Gefahr für die Allgemeinheit sei, hatten die Richter damals erklärt, der geringe Tatbeitrag des 41-Jährigen bei der versuchten Erpressung rechtfertige eine solch einschneidende Maßnahme nicht.

Die vorliegende Tat ereignete sich im August 2008. Damals begleitete der 41-Jährige einen „Hells Angels" Anwärter (28), einen Prospect, um von einem Mainzer Gastwirt (38) 5000 Euro einzufordern. Ob es sich um offene Schulden handelte oder eine Schutzgelderpressung war, blieb unklar. Der Prospect, der zunächst allein in das Lokal gegangen war, hatte seiner Forderung Nachdruck verliehen, indem er ein Messer in einen Tisch rammte und warnte: „Zahlst du nicht, dann wird Blut spritzen."

Zur verabredeten Geldübergabe waren beide Rocker in der typischen und durchaus Angst einflößenden Kluft der „Hells Angels" erschienen. Sie hatten Pech. Als das Geld den Besitzer wechseln sollte, griff die von dem Wirt informierte Polizei zu.

Der Tätowierer ist erheblich vorbestraft und wurde zuletzt 2004 in einem Großprozess gegen die „Hells Angels" vom Landgericht zu sechseinhalb Jahren verurteilt. Mit der Begründung, er habe an einem Antiaggressionstraining teilgenommen und sich von einem Leben als Straftäter distanziert, war er Anfang 2008 frühzeitig auf freien Fuß gekommen.

Ein psychiatrischer Gutachter war dagegen der Meinung, dass eine Änderung des 41-Jährigen unwahrscheinlich sei. In stereotyper Weise reagiere er auf Ärger. Als Mitglied der „Hells Angels" lebe er in einer Subkultur. Auch die inzwischen geschlossene Ehe ändere daran nichts.

Die 5. Strafkammer machte sich selbst ein Bild von der Ehefrau. Als Zeugin konnte die 45-Jährige mit besten Zeugnissen von verschiedenen Arbeitgebern glänzen. Mit ihrem Mann hatte sie ein Tattoo- und Piercingstudio eröffnet, das sie zur Zeit allein führt. Der Prozess wird fortgesetzt.

Andrea Krenz

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