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    WesterwaldGesang zur Schöpfung bald auf der Bühne

    Wenn rund 50 Schüler zweier Schulen aus der Region zu einer Reise nach Brasilien aufbrechen, dann muss es einen ganz besonderen Grund dafür geben. Und den gibt es für die Teilnehmer des Kulturprojektes "Guarani", das das Landesmusikgymnasium Rheinland-Pfalz in Montabaur und die Freie Waldorfschule Neuwied gemeinsam auf die Beine stellen.

    Das Sinfonieorchester unter Leitung von Winfried Vögele (links) und der Mädchenchor LaFilia (im Hintergrund) des Landesmusikgymnasiums Montabaur werden den musikalischen Teil des Schöpfungsmythos' der Guarani-Indios bei den Aufführungen in Ransbach-Baumbach bestreiten. 
Foto: Markus Müller
    Das Sinfonieorchester unter Leitung von Winfried Vögele (links) und der Mädchenchor LaFilia (im Hintergrund) des Landesmusikgymnasiums Montabaur werden den musikalischen Teil des Schöpfungsmythos' der Guarani-Indios bei den Aufführungen in Ransbach-Baumbach bestreiten.
    Foto: Markus Müller - mm

    Westerwald - Wenn rund 50 Schüler zweier Schulen aus der Region zu einer Reise nach Brasilien aufbrechen, dann muss es einen ganz besonderen Grund dafür geben.

    Und den gibt es für die Teilnehmer des Kulturprojektes "Guarani", das das Landesmusikgymnasium Rheinland-Pfalz in Montabaur und die Freie Waldorfschule Neuwied gemeinsam auf die Beine stellen. Insgesamt 180 Schüler der 5. bis 13. Klassen erarbeiten derzeit eine Bühneninszenierung mit Orchester, Eurythmie und Chor.

    Vor der Abreise nach Brasilien treten die deutschen Schüler am 1. und 2. Juni in der Stadthalle Ransbach-Baumbach auf. "Eine Aufführung auf der Bühne in der Waldorfschule geht nicht," sagt Winfried Vögele, Lehrer am Musikgymnasium und Komponist. "Wir sind 180 Akteure, da braucht man einfach viel Platz mehr Platz - auch für die zahlreichen Zuschauer."

    Inhaltliche Grundlage des Projekts ist "Der Schöpfungsgesang" aus dem spirituellen Erbe der brasilianischen Guarani-Indios. Der Text wurde von Kaká Werá Jecupe mündlich überliefert, niedergeschrieben und ins Deutsche übersetzt. In ihrem Unterricht haben sich Schüler und Lehrer der beiden Schulen dann ausgiebig mit dem Text um die Erschaffung der Erde und des Lebens befasst und auch gemeinsam schon das musikalische Großprojekt eingeübt.

    Mit der Bewegungskunst Eurythmie wird die Überlieferung durch eine Art Tanz und Pantomime sichtbar gemacht. In Waldorfschulen wird Eurythmie als reguläres Unterrichtsfach gelehrt. Eurythmielehrerin Silvia Vögele hat durch ein früheres Großprojekt Kontakt zur Waldorfschule São Paulo bekommen. Sie erklärt den Austauschgedanken etwas genauer: "Kinder und Jugendliche aus der Favela Monte Azul in São Paulo bereiten sich im Indiokulturzentrum Arapoty ebenso wie die deutschen Schüler auf die Aufführung des Schöpfungsgesangs vor. Sie findet dann im Rahmen eines Kulturfestivals in der Hauptstadt statt."

    Sie und ihr Ehemann Winfried Vögele, der die Musik für das Orchester und den Chor komponiert hat, haben Kostümvorlagen, Choreografien und Noten nach Brasilien geschickt. Wenn die Schüler aus Neuwied und Montabaur dann im Juni für zehn Tage nach São Paulo reisen, werden alle zusammen auf der Bühne stehen. "Und wir hoffen, dass es mit vereinten Kräften klappt", sind Vögeles gespannt.

    Die pädagogische Zielsetzung des Großprojektes ist klar definiert. "Natürlich steht der kulturelle Austausch zwischen den brasilianischen Kindern und Jugendlichen aus dem Armenviertel und den vergleichsweise modernen Deutschen im Vordergrund", sagt die engagierte Lehrerin. "Wir wollen aber vor allem die kreativen Potenziale der jungen Menschen fördern und ihr Selbstbewusstsein sowie ihre Persönlichkeit stärken." Aber auch die internationale Verständigung und Zusammenarbeit sind sowohl den Deutschen als auch den brasilianischen Akteuren wichtig. "Ein besonderes Erlebnis wird sicher das Treffen mit Kaká Werá sein, der den Schöpfungsgesang überliefert hat", sagt Silvia Vögele. "So jemanden trifft man schließlich nicht alle Tage. Er wird uns sagen, wie es ist, wenn Texte, die über viele Jahre nur mündlich weitererzählt werden, dann doch mal aufgeschrieben und sogar übersetzt werden."

    Die Reise nach Südamerika Mitte Juni wird ein großer Akt für Schüler, Lehrer und Helfer. Instrumente müssen reisebereit gemacht und Kostüme verpackt werden. Am Ort stehen dann Zivildienstleistende bereit, die beim Übersetzen helfen. Die Kosten belaufen sich auf rund 70 000 Euro. Diese sollen durch Spenden, Eintrittsgelder, Eigenanteile der Schüler, Beiträge von Vereinen und eben durch die Konzerte zusammenkommen.

    Von unseren Reportern Jennifer de Luca und Markus Müller

    Eurythmisch-sinfonisches Bühnenprojekt wird im Juni zwei Mal in der Stadthalle Ransbach-Baumbach aufgeführt
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