40.000
Aus unserem Archiv

Gedankensplitter zu Kurt Beck – Prominente und Weggefährten erinnern sich

Und daran erinnern sich die Prominenten, Weggefährten und politischen Konkurrenten:

Julia Klöckner erinnert sich an das erste Gespräch

Die rheinland-pfälzische CDU-Partei- und Fraktionsvorsitzende Julia Klöckner trifft sich in Brüssel mit EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia.
Die rheinland-pfälzische CDU-Partei- und Fraktionsvorsitzende Julia Klöckner trifft sich in Brüssel mit EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia.
Foto: dpa
Julia Klöckner, CDU-Chefin in Rheinland-Pfalz: „In Erinnerung bleibt mir unser erstes persönliches Gespräch in der Staatskanzlei. Es hat zwar leider mehr als ein Jahr gedauert, bis es dazu gekommen ist, aber da habe ich Herrn Beck als zuvorkommend erlebt. Im Gegensatz dazu steht so manche seiner Äußerungen im Parlament, zum Beispiel als er mich in einem Zwischenruf als ,diese Tante' bezeichnet hat. Unsere Begegnungen sind geprägt von Licht und Schatten, und das gilt auch für die Bilanz seiner Amtszeit. Herr Beck hat sich für seine Heimat eingesetzt, aber er hinterlässt einen Landeshaushalt mit Rekordverschuldung und das Millionengrab Nürburgring. Diese Baustellen müssen nun andere beseitigen.“

Stefan Kuntz schätzt, dass Beck immer am Ball bleibt

Stefan Kuntz.
Stefan Kuntz.
Foto: picture alliance
Stefan Kuntz,Vorstandsvorsitzender von Becks Lieblingsverein 1. FC Kaiserslautern: „Kurt Beck repräsentiert für mich die nicht nur in der Politik unverzichtbaren Werte und Eigenschaften wie Kontinuität, Stärke, Entscheidungsfreudigkeit und Charakter. Ihn zeichnet außerdem ein schier unvergleichliches Wissen über ,sein' Bundesland aus. Zudem ist er ein sehr interessierter Zuhörer, der auch dann seine Zeit und Hilfe anbietet, wenn keine Kamera dabei ist, denn sie kommt bei Kurz Beck immer ehrlich von Herzen. Ich wünsche ihm im Namen des 1. FC Kaiserslautern alles erdenklich Gute für die Zeit nach der ,Amtszeit' und freue mich wie bisher auf seine Besuche auf dem Betzenberg!“

Manfred Sattler kennt Beck als Kümmerer

Manfred Sattler.
Manfred Sattler.
Foto: IHK
Manfred Sattler, Präsident der IHK Koblenz: „Mit Kurt Beck tritt ein Ministerpräsident zurück, der sich als Kümmerer für die Belange der Bürger verstanden hat. Seine joviale und mitunter auch zupackende Art ist mir dabei nachdrücklich im Gedächtnis geblieben, ebenso wie die Verbundenheit mit seiner Heimat. Ich habe Respekt vor seiner politischen Lebensleistung und seinem persönlichen Einsatz für Rheinland-Pfalz. Dass unser Bundesland wirtschaftlich heute so mittelstandsfreundlich ist, ist durchaus auch sein persönliches Verdienst. Zur Bilanz gehört leider auch, dass sich heute bei den Landesfinanzen, am Nürburgring oder am Flughafen Hahn die Schwächen seiner sich kümmernden Landespolitik zeigen.“

Henrico Frank hat Beck nicht verziehen

Henrico Frank.
Henrico Frank.
Er ging in die Historie ein als Deutschlands „frechster Arbeitsloser“ – und er ist immer noch böse auf Kurt Beck: Henrico Frank, der 2006 als obdach- und arbeitsloser Baufacharbeiter auf dem Wiesbadener Weihnachtsmarkt mit dem Ministerpräsidenten aneinander geriet. Rückblende: „Wenn Sie sich waschen und rasieren, haben Sie in drei Wochen einen Job.“ Mit diesen harten Worten hatte der Regierungschef den langhaarigen und bärtigen Obdachlosen abgekanzelt, nachdem dieser Beck für Hartz IV und Millionen Arbeitslose verantwortlich gemacht hatte. „Ich war richtig sauer über den persönlichen Angriff“, sagt Frank heute. Er habe nicht nur für sich geredet, sondern den ganzen „Hartz-IV-Scheibenkleister“ gemeint. Dass Beck sich 2012 beim Tag der Deutschen Einheit in München erneut mit einem Passanten anlegte („Können Sie einfach mal das Maul halten“), ist für den Thüringer Frank ein Zeichen, dass der Pfälzer Beck nichts dazugelernt habe. Kehrseite der Medaille: Die Kollision mit Kurt Beck brachte ihm tatsächlich einen Job – beim Musiksender iM1, Fachbereich Rockmusik. Ist er Beck denn ein bisschen dankbar? „Nein“, sagt Henrico Frank. „Dankbar bin ich der Firma, die mir eine Chance gegeben hat.“ Hat er von Kurt Beck denn noch mal was gehört? „Nein. Nie mehr.“ Und: „Ich hoffe, es gibt keinen Rücktritt vom Rücktritt.“ Das klingt nicht nach Freundschaft. mr

Rudolf Meyer leiht Beck gern seinen Hund aus

Rudolf Meyer.
Rudolf Meyer.
Foto: Kevin Ruehle
Rudolf Meyer (61) , Hotelier aus Cochem, kennt Kurt Beck seit mehr als einem Jahrzehnt. Denn der SPD-Politiker macht mit seiner Frau regelmäßig Urlaub im Hotel Keßler-Meyer. „Kurt Beck liebt die Landschaft, macht Fahrradtouren mit seiner Frau Roswitha und kehrt ein“, sagt Meyer. „Dabei schätzt er die Gespräche mit den Menschen vor Ort, er ist ,nah bei de Leut' – und das ist nicht nur ein Spruch. Kurt Beck ist unheimlich menschlich bei allen Dingen, die er macht. Er genießt die Ruhe an der Mosel, er genießt den guten Wein. Er mag es, draußen zu sein und die Region zu atmen. Dabei ist in den zwölf Jahren, die er nach Cochem kommt, eine Freundschaft entstanden. Wenn er hier ist, habe ich keinen Hund mehr. Cameron, unser Hotelhund, weicht nicht von seiner Seite. Ich glaube, er gibt ihm den nötigen Ausgleich. Die beiden sind unzertrennlich. Und wenn die Becks wieder abreisen, ist der Hund tagelang traurig, frisst nichts mehr. Es ist schade, dass Kurt Beck aufhört. Er hat einen guten Job gemacht, sich aber vielleicht manchmal zu viel zugemutet. Ich wollte seinen Job nicht geschenkt haben und bewundere die Energie, die er aufbringt.“ ker
Anzeige
epaper-startseite
Anzeige
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
Das Wetter in der Region
Mittwoch

5°C - 11°C
Donnerstag

3°C - 9°C
Freitag

2°C - 9°C
Samstag

0°C - 7°C

Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

Das Wetter in Koblenz
Mittwoch

4°C - 11°C
Donnerstag

3°C - 9°C
Freitag

2°C - 9°C
Samstag

0°C - 7°C
UMFRAGE
Schnörzen, Dotzen oder Gribschen - Wer tut's noch?

Nach dem Martinszug ziehen die Laternenkinder mit ihren Eltern nochmal los. Sie klingeln an Haustüren, singen Martinslieder und bekommen dafür Mandarinen, Nüsse oder Süßigkeiten. Dieser Brauch heißt je nach Region Schnörzen, Dotzen oder Gribschen. Aber gibt es diese Tradition überhaupt noch?

Anzeige
Wirtschaft im nördlichen Rheinland-Pfalz
Event-Kalender
Veranstaltungstipps

Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!