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    Mainz

    Elternkreis Down Syndrom beim Run for Children

    Wenn Aleksandra Wabra an den letzten Run for children denkt, bekommt sie eine Gänsehaut.

    Mainz – Wenn Aleksandra Wabra an den letzten Run for children denkt, bekommt sie eine Gänsehaut. Sie ist die Erste Vorsitzende des Elternkreises Down Syndrom, ihr Team „Run for 21" läuft seit 2006 jedes Jahr mit. Die Kinder mit Down Syndrom sowie ihre Eltern und Geschwister haben an dem Lauf, dessen Spenden sie auch selbst empfangen, immer großen Spaß.

    „Die Kinder sind dabei so glücklich, sie werden angefeuert wie alle anderen, es ist wie eine große Familie", beschreibt Wabra die schöne Atmosphäre des Benefiz-Laufs, der am 19. Juni steigt und von der MRZ als Medienpartnerin unterstützt wird. „Es ist wie eine kleine heile Welt für ein paar Stunden."

     

    Ursache Unterforderung

    Noch immer müsse an der Integration Behinderter gearbeitet werden, berichtet Wabra. Der Elternkreis versucht das mit viel Öffentlichkeits- und Pressearbeit. Auch der Run for children hilft dabei. „Wir wollen die Akzeptanz des Down Syndroms aufzeigen, und dass jeder so sein kann, wie er will", erzählt Wabra über die Motivation zur Teilnahme. „Sie laufen nicht schnell, aber sie können laufen. Dabei sein ist alles."

    Der Umgang und die Förderung der Kinder ließen oft zu wünschen übrig, meint die Vorsitzende. Vor allem liege das an fehlender Aufklärung.

    „Man muss die Kinder mehr fördern, ihnen aber auch mehr zutrauen“, erzählt sie. „Verhaltensauffälligkeit liegt meist an Unterforderung.“ Ein Kind mit diesem Gendefekt entwickelt viel langsamer seine kognitiven und motorischen Fähigkeiten. „Aber sie können Fahrrad fahren, schwimmen und Laufen lernen wie jedes andere Kind, es dauert nur länger.“

    Ihr siebenjähriges Kind Fabian hat selbst Down-Syndrom und gerade Lesen gelernt. „Man muss ihnen viel öfter erklären, wie man über die Straße geht, aber danach wissen sie das auch.“ Außerdem entwickelt sich jedes Kind ganz unterschiedlich.

    Für die nötige Förderung an Schwerpunktschulen sei aber eine Lehrerin mit einer Klasse von 25 Kindern und einem Kind mit Down Syndrom zu wenig. „Es ist wichtig, jetzt zu investieren, um später die Kosten gering zu halten“, erklärt Wabra. Die Kinder sollen selbstständig werden, um später in einer betreuten Wohngruppe leben zu können und nicht in ein Heim zu müssen.

    Wabra ist Mutter von drei Kindern und arbeitet halbtags als Redaktionsassistentin im SWR. Der Vorsitz im Verein ist ein 24-Stunden-Job: Ständig klingelt das Telefon weil Eltern bei ihr Rat suchen, auch mitten in der Nacht.

    Trotzdem macht sie es seit vier Jahren. Weil sie „für die Menschen mit Behinderung etwas verändern will". Ihr Engagement für die Kinder und ihre Begeisterung sind ihr deutlich anzumerken, wenn sie über den Verein spricht.

    Der Elternkreis besteht seit 30 Jahren. Seit vier Jahren ist er ein eingetragener Verein, um mehr Möglichkeiten in der Öffentlichkeit zu haben.

    Die 135 Mitglieder werden mit regelmäßigen Spiel-und Krabbelkreisen betreut. Vier Mütter begleiten Schwangere mit der Diagnose Down Syndrom ihres Kindes. Es werden Fortbildungen und Vorträge von Therapeuten angeboten.

    Auch für die Geschwister der behinderten Kinder gibt es regelmäßige Treffen, um ihnen zu zeigen, dass „sie nicht alleine sind“. Außerdem fahren die Familien gemeinsam in eine Jugendherberge. Die Kosten für die Kinder werden komplett durch den Erlös des Schott-Benefiz-Laufes gedeckt.

     

    Spenden allein reicht nicht

    Beim ersten Run for children bekam der Verein 800 Euro, doch die Summe ist bis zum Lauf 2009 stetig auf 5000 Euro angestiegen. Das Interesse, für den guten Zweck zu laufen und zu spenden, steigt immer mehr an, lobt Wabra.

    Andererseits: „Oft denken die Leute: ,Ich spende jetzt, mein Gewissen ist rein' und setzten dann die Scheuklappen auf", kritisiert sie. „Aber für die Kinder sind nicht nur Spenden wichtig, sie müssen vor allem akzeptiert werden – daran sollten die Leute arbeiten." Meike Hickmann

     

    Infos und Anmeldung: www.runforchildren-mainz.de

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