Archivierter Artikel vom 06.04.2011, 17:22 Uhr
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Ditscheid

Ditscheid erschließt neues Baugebiet

Die Gemeinde Ditscheid ist schuldenfrei. Und nicht nur das, sie hat auch noch ein gut gefülltes Sparschweinchen. Das wird jetzt zwar aufgrund eines Finanzmittelfehlbetrages etwas geplündert, aber dennoch wird es Ende des Jahres voraussichtlich noch mit rund 100 000 Euro gefüllt sein. Diese Zahlen offenbart der Gemeindeetat, der bei der jüngsten Sitzung des Ortsgemeinderates einstimmig beschlossen wurde. „Darauf, dass wir jetzt bereits im zweiten Jahr schuldenfrei da stehen, sind wir schon ein bisschen stolz“, sagt Ortsbürgermeister Gerd Knechtges. 1999 drückten die Gemeinde noch 123 000 Euro Verbindlichkeiten. Im Laufe der Jahre gelang es aber der kleinen Kommune diese auf Null herabzufahren. Trotzdem sich das Hauptaugenmerk der Verwaltung auf den Schuldenabbau richtete, konnte dennoch während der vergangenen Jahre einiges in Ditscheid verwirklicht werden. So wurde etwa die Kapelle wurde renoviert, der Landschaftspark angelegt und neue Wirtschaftswege gebaut. „Wir hatten das Glück, einige Bauplätze verkaufen zu können“, berichtet Knechtges. Insgesamt hatte die Gemeinde fünf Bauflächen im Neubaugebiet „Im Schlehpesch“ angeboten, wovon vier bereits verkauft sind. Insgesamt werden 17 Häuser in dem Baugebiet entstehen. Sechs der zur Verfügung stehenden Bauflächen sind schon veräußert. „Erfreulicherweise sind es junge Familien, die sich dort ein Heim errichten möchten. Nach Ostern beginnen wir mit der Erschließung des Geländes“, teilt Knechtges mit. Investieren wird die Gemeinde dort 265 000 Euro. Bei aller Freude über die finanzielle Situation der Gemeinde blickt der Ortschef doch mit einigen Bedenken in die Zukunft. „Wenn wir unseren letzten Gemeindebauplatz verkauft haben, dann sind die Möglichkeiten der außerordentlichen Einnahmen ausgeschöpft“, schildert Gerd Knechtges die Situation. Dann ist die Gemeinde etwa auf die Schlüsselzuweisungen des Landes angewiesen. Diese betragen in diesem Haushaltsjahr 53 000 Euro. 2010 waren es noch 10 000 Euro mehr. „Letzten Endes werden wir dann auch wieder auf Rücklagen zurückgreifen müssen, um das ein oder andere bewerkstelligen zu können“, befürchtet Knechtges. Auch er sieht die finanzielle Misere vieler Kommunen unter anderem auch darin, das sich diese durch Zuschüsse zu Projekten animieren haben lassen, für die eigentlich überhaupt kein Geld vorhanden ist. Letztendlich bleiben die Gemeinden trotz der Förderungen immer auf einem großen Batzen an Kosten sitzen. „Bei der Renovierung unserer Kirche haben wir bewusst auf Zuschüsse verzichtet, denn damit verbunden wären Auflagen gewesen, die das Projekt wiederum verteuert hätten“, erzählt er.

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