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Stadecken-Elsheim

Die Sterngucker zieht es auf den Pfadberg

Die Astronomische Arbeitsgemeinschaft plant auf dem Pfadberg bei Stadecken-Elsheim ihre neue Sternwarte. Laut dem Vorsitzenden Jan-David Förster sind die Grundstücksangelegenheiten besprochen, jetzt ist es am Verein, das nötige Geld aufzubringen.

So könnte die neue Sternwarte in der Gemarkung Stadecken-Elsheim aussehen. Die Sicht wäre von hier aus besser, als am bisherigen Standort.
So könnte die neue Sternwarte in der Gemarkung Stadecken-Elsheim aussehen. Die Sicht wäre von hier aus besser, als am bisherigen Standort.
Foto: AAG Mainz

Stadecken-Elsheim – Die Astronomische Arbeitsgemeinschaft Mainz (AAG) plant auf dem Pfadberg im Süden von Stadecken-Elsheim ihre neue Sternwarte.

Laut dem Vorsitzenden Jan-David Förster sind die Grundstücksangelegenheiten mit der Verbandsgemeinde besprochen. Jetzt ist es an seinem Verein, das nötige Geld für den Neubau aufzubringen. Die Sternfreunde kalkulieren mit 100.000 Euro, die das Türmchen mit Kuppel sowie Veranstaltungssaal und Toiletten kosten soll.

Ganz in der Nähe gibt es bereits eine kleine Warte, die als Veranstaltungsraum und Starenausguck genutzt wird. "Ursprünglich hatten wir gedacht, dieses Gebäude einfach zu erweitern. Das geht aber nicht, weil man den Bestand schützen möchte", berichtet Förster. Der Neubau ist nun geplant auf einem Teilbereich eines nahegelegenen Grundstücks der Wasserversorgung Rheinhessen-Pfalz, die das Areal an die Gemeinde verpachtet.

Für die Sterngucker wäre mit dem Neubau eine Jahre lange Unruhe vorüber. Denn ursprünglich betrieb die AAG ihre Volkssternwarte auf dem Dach der Anne-Frank-Schule in Mainz. Zwischen 3000 und 4000 Besucher hatten die rund 80 Vereinsmitglieder pro Jahr. Seit 2005 durften jedoch wegen Brandschutzauflagen nur noch zehn Menschen gleichzeitig in die Warte. Vor allem für viele Schulklassen war laut Förster der Blick ins All damit versperrt und die Besucherzahlen brachen auf rund 700 ein. Im Dezember 2011 fand der letzte Beobachtungsabend in der Innenstadt statt und die Sterngucker zogen nach Klein-Winternheim in die Paul-Baumann-Sternwarte. "Diese Warte haben wir 1984 in Betrieb genommen. Sie war auf eine Laufzeit von 15 Jahren angelegt und eigentlich nur für Mitglieder gedacht", erklärt Förster. Bei der Warte handelt es sich nämlich um eine schlichte, kleine Holzhütte. Wird das Dach ausgefahren, steht das Teleskop komplett im Freien. Es gibt keine Alternative bei schlechtem Wetter, keine Sitzplätze, keine sanitären Anlagen und keine Heizung. Erst wollten die Sterngucker die Klein-Winternheimer Warte erweitern, damit sie auch für Besucher attraktiv wird. Der geplante Windpark und damit einhergehende Lichtquellen und Schattenwürfe oberhalb der Gemeinde haben den Astronomen jedoch einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Der nun anvisierte Standort auf dem Pfadberg bietet laut Förster wesentlich bessere Möglichkeiten zur Himmelsbeobachtung. "Wichtig für uns ist die südliche Beobachtungsrichtung. Außerdem brauchen wir Osten oder Westen als zweite freie Himmelrichtung. Das Postfachzentrum in Saulheim leuchtet nachts zwar recht hell, aber insgesamt gibt es viel weniger Lichtquellen als in Klein-Winternheim. Und wir hätten in Stadecken-Elsheim auch Abwasser, Strom und eine gute Verkehrsanbindung." Förster und seine Kollegen hoffen, dass ihr Neubau ein würdiger Nachfolger für die Mainzer Volkssternwarte wird und in Zukunft wieder viele Menschen anlockt, um ihnen die Astronomie ans Herz zu legen.

Einen festen Zeitplan gibt es noch nicht. Gerade laufen die ersten Gespräche mit Sponsoren. Wie Förster erklärt, hat der gemeinnützige Verein zwar ein bisschen was auf der hohen Kante, aber er hofft auf Unterstützung von privaten Spendern, von Firmen, Banken und Stiftungen. Innerhalb des nächsten Jahres soll sich die Finanzierung klären, dann kann sich die AAG mit Hilfe ihres Architekten Dirk Ahrens an die Umsetzung machen, kann Bodengutachten einholen und den Bauantrag stellen. Der Umzug des Instrumentariums ist laut Förster nicht schwierig, die Ausrichtung des Teleskops erfordert aber Fingerspitzengefühl: Das Fundament der Teleskopsäule muss tief in die Erde eingebracht und schwingungsentkoppelt installiert werden. Nur wenn die Erdschwingung nicht übertragen wird, sind Langzeitaufnahmen des Himmels machbar. Alexandra Schröder

In der Regel gibt es, sofern das Wetter gut ist, alle zwei Wochen öffentliche Beobachtungsabende in Klein-Winternheim. Der nächste ist am Freitag, 14. Dezember, ab 17 Uhr. Interessierte sollten sich dick einpacken, denn in der Warte kann es sehr kalt werden. Am 18. Dezember läuft ab 18.30 Uhr im Naturhistorische Museum Mainz der Vortrag "Mechanismus von Antikythera – ein antiker Planetencomputer". Spendenkonto: AAG Mainz, Sparkasse Mainz (BLZ 550 501 20), Konto-Nr. 3053. Weitere Infos: www.astronomie-mainz.de.

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