Archivierter Artikel vom 27.08.2010, 13:45 Uhr
Mainz

Denkmäler öffnen ihre Türen

Unterirdische Wasserleitungen, ein Staufer-Klangweg oder ein historischer Kutschenkorso – der Tag des offenen Denkmals 2010 am Sonntag, 12. September, hält viele Überraschungen bereit. Das Motto „Kultur in Bewegung – Reisen, Handel und Verkehr“ spannt einen weiten Bogen: von der Antike bis zur Moderne, von Alken bis Zweibrücken.

Mainz – Unterirdische Wasserleitungen, ein Staufer-Klangweg oder ein historischer Kutschenkorso – der Tag des offenen Denkmals 2010 am Sonntag, 12. September, hält viele Überraschungen bereit. Das Motto „Kultur in Bewegung – Reisen, Handel und Verkehr“ spannt einen weiten Bogen: von der Antike bis zur Moderne, von Alken bis Zweibrücken.

Von unserer Mitarbeiterin Caroline Eva Gerner

Viele der historischen Stätten sind sonst nicht oder nur schwer zugänglich, wie etwa die römische Wasserleitung in Brey im Kreis Mayen-Koblenz. Dabei handelt es sich um das einzige erhaltene unterirdische römische Aquädukt nördlich der Alpen. Am 12. September wird der geführte Abstieg in etwa vier Metern Tiefe geboten, wenn zum Denkmaltag mehr als 280 Bau- und Bodendenkmäler in Rheinland-Pfalz ihre Tore öffnen. An dieser Aktion beteiligen sich auch viele private Eigentümer und Vereine, die sich ehrenamtlich für den Erhalt „ihrer“ Denkmäler einsetzen. „Ihnen gilt unserer besonderer Dank“, sagte Kulturministerin Doris Ahnen bei der Vorstellung des umfangreichen Programms.

Die Veranstaltung findet deutschlandweit bereits zum 18. Mal statt, die Zahl der Besucher hat sich seit 1993 mehr als verdoppelt – allein in Rheinland-Pfalz waren 2009 mehr als 100 000 Menschen auf den Spuren des kulturellen Erbes unterwegs. In Bewegung waren vor Jahrhunderten auch die mittelalterlichen Herrscher – sie hatten noch keine feste Residenz und zogen mit ihrem Tross von Pfalz zu Pfalz. Auf die Spuren der Staufer stößt man deshalb auf dem neu eröffneten „Annweiler Burgenweg“, der zur Burg Trifels führt. Neben den geführten Wanderungen werden kostenlose Führungen angeboten. Die Kaiserpfalz in Ingelheim wartet am Tag des offenen Denkmals gleichfalls mit zahlreichen Sonderführungen auf, für Kinder steht mittelalterliches Handwerk auf dem Programm (Fingerschlaufenflechten und Initialen schreiben). Bereits am Samstag, 11. September, findet ebenfalls in Ingelheim eine „bewegte“ Kulturveranstaltung zum diesjährigen Stauferjahr statt.

In ihrer „KlangKunstWanderung“ zeigt die Musikkünstlerin Siguna von Osten die Pfalz von einer ungewohnten Seite. Auch das gehört zum Tag des offenen Denkmals: Man kann nicht nur „hinter die Kulissen“ der Denkmalpflege schauen, sondern auch bekannte Kulturorte neu erleben. Zu diesen zählt etwa die Porta Nigra in Trier, wo am Samstag, 11. September, ein Hochamt zu Ehren des Heiligen Simeon stattfindet. Unter den religiösen Stätten, die mit einem besonderen Programm aufwarten, findet sich ebenfalls die ehemalige Synagoge in Mainz-Weisenau aus dem 18. Jahrhundert, in der Führungen und ein Gitarrenkonzert geplant sind.

ZumbreitenSpektrum des „Bewegungs-Angebots“ zählen historische Bahnhöfe, Kräne, Schienenstrecken und Zollstationen ebenso wie Wallfahrts- und Pilgerkirchen. Auch die Fortbewegungsmittel werden vorgestellt, etwa beim Kutschenkorso in Pfaffen-Schwabenheim. Die Stadt Landau erinnert mit Landauer-Rundfahrten an die seit dem 17. Jahrhundert beliebte Kutschenart.

Für Technikfans bietet sich die Vorführung des Alten Hafenkrans in Bingen an, dessen Unterbau aus dem 15. Jahrhundert stammt – „Denkmalpflege live“. Das gilt gleichfalls für die Aktivitäten rund um die Wormser Nibelungenbrücke, die zurzeit umfassend saniert wird. Eine der zahlreichen Führungen ist dem Umweltschutz gewidmet, wenn es heißt: „Zu Gast bei den Fledermäusen der Nibelungenbrücke“.

Die kostenlose Broschüre zum Tag des offenen Denkmals liegt in Schulen, Volkshochschulen und Sparkassen aus und kann telefonisch bestellt oder aus dem Internet geladen werden. Dort wird die Liste der zu besichtigenden Denkmäler laufend aktualisiert. Informationen gibt es bei der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz in Mainz: Telefon 06131/201 60, Internet www.gdke-rlp.de