Archivierter Artikel vom 29.10.2013, 07:28 Uhr

Das Haupt der Welt

Rebecca Gablé, eine der besten deutschen Autorinnen historischer Romane, begibt sich in ihrem neuen Roman „Das Haupt der Welt“ aus dem englischen Spätmittelalter ins frühe deutsche Hochmittelalter.

Im Mittelpunkt stehen König Otto I. und der slawische Fürst Tugomir, Geisel am deutschen Königshof. Aufgrund seiner Fähigkeiten als Heiler wird Tugomir Leibarzt des Königs und genießt hohes Ansehen, träumt aber von einer Rückkehr in seine Heimat.

Als Otto um seine Herrschaft kämpfen muss, sieht er Tugomir als Verbündeten und unterbreitet ihm ein außergewöhnliches Angebot. Rebecca Gablés neuer Roman ist sehr gut geschrieben und unterhaltsam, jedoch fehlt ihm etwas der Zauber früherer Bücher.

Die Hauptfiguren wirken blass, laden wenig zur Identifikation ein. Ein Grund mag sein, dass sich Gablé vor allem auf den historisch- politischen Hintergrund konzentriert und menschliche Entwicklungen aus dem Auge verliert.

Rebecca Gablé: „Das Haupt der Welt“, Bastei Lübbe, 864 Seiten, 26 Euro