Archivierter Artikel vom 27.08.2013, 07:14 Uhr

Claudia Seifert: „Die Frau aus Flandern“

Eine alte, alleinstehende Dame stirbt in einem Altersheim und hinterlässt einen Koffer voller persönlicher Briefe und Fotos. Durch Zufall gerät dieser in die Hände der Journalistin und Regisseurin Claudia Seifert, einer Spezialistin für Frauengeschichte („Wenn du lächelst, bist du schöner!“).

Aus den Überbleibseln eines Lebens rekonstruiert sie nach und nach die Biografie der Verstorbenen. Seifert schildert die Geschichte von Ady Van den Eynde, die in Antwerpen aufwuchs, im Krieg aber in Schlesien für die Nazis arbeitete.

Doch wie kam es dazu, und was hatte der attraktive Deutsche namens Jupp damit zu tun, der auf vielen Fotos auftaucht? Mithilfe einer Freundin der Verstorbenen kann sie schließlich die Rätsel lösen. Claudia Seifert ist einmal mehr ein eindrucksvolles Stück Alltagsgeschichte einer Frauengeneration gelungen, deren Jugend durch den Krieg verdüstert wurde.

Zahlreiche Fotos aus dem Familienalbum lassen die Biografie lebendig werden.

Claudia Seifert, „Die Frau aus Flandern“, dtv, 256 Seiten, 19,90 Euro