Archivierter Artikel vom 29.01.2013, 15:33 Uhr
Frankfurt

Bundesbank berät Chinesen nicht mehr

Vertreter der chinesischen Zentralbank sind bei Falschgeld-Seminaren der Deutsche Bundesbank bis auf weiteres unerwünscht.

Lesezeit: 2 Minuten

Das ist ein falscher Fuffziger – und vermutlich für jeden als Falschgeld zu erkennen.

Harry Braun

Martin Weber ist Sachverständiger im Nationalen Analysezentrum für Falschgeld und beschädigtes Bargeld.

DPA (Archiv)

Diese Außenstelle der Deutschen Bundesbank hat ihren Sitz in Mainz.

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Rund 50 Angestellte prüfen im Münchfeld Bargeld. Der 50er ist übrigens nicht mehr der Liebling der Fälscher. Das ist mittlerweile der 20-Euro-Schein.

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Eins muss man wohl sagen: Es gibt nichts, was es nicht gibt. Martin Weber verfügt über einen Ordner mit höchst amüsanten Blüten – ein echtes Kuriositätenkabinett.

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Hier hat ein Fälscher einen 100-Gulden-Schein aus Surinam in Südamerika kurzerhand zum 100-Euro-Schein gemacht.

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Echte Handarbeit!

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Ein 300-Euro-Schein mit Nackedeis am Torbogen.

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Beim Überprüfen gilt gerade für Laien das Prinzip „Fühlen – Sehen – Kippen“. Das heißt: Eine echte Note fühlt sich wegen des Baumwollgehaltes griffiger an als eine Fälschung aus holzhaltigem Papier. Außerdem haben die Hologramme bestimmte Farbverläufe beim Kippen.

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Die Sachverständigen der Bundesbank haben natürlich mehr Mittel für den Test: Mikroskope, Tintenstrahldrucker und allerhand anderes Gerät dienen dazu, Drucktechniken und Papier zu analysieren.

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Unter UV-Licht scheinen Sicherheitsmerkmale wie die EU-Sterne auf. Ist ein Schein versehentlich in der Kleidung mitgewaschen worden, dann hilft UV-Licht nicht: Durch Weißmacher im Waschmittel scheint der komplette Schein auf und es braucht weitere Tests, um die Echtheit zu überprüfen.

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Untersuchungen und Ergebnisse werden digital festgehalten.

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Der Grund: Geldfälschern droht im Land der Mitte die Todesstrafe. „Die Deutsche Bundesbank wird in jedem Fall ausschließen, dass sie Zentralbanken von Ländern zu Themen der Falschgeldbekämpfung berät, in denen dieser Straftatbestand mit der Todesstrafe belegt ist“, teilte die Notenbank in Frankfurt mit. Das gelte künftig nicht nur wie bisher für gesonderte Beratungsprojekte, sondern nun auch für allgemeine Seminare zum Thema „Falschgeldbekämpfung“. Auch Vertreter der Zentralbank Vietnams dürfen nicht mehr an den Seminaren teilnehmen: Auch dort droht Fälschern die Todesstrafe. Geldfälschung sei zwar ein ernstzunehmender Straftatbestand, erklärte die Bundesbank. Sie halte aber die Androhung der Todesstrafe für unverhältnismäßig.