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Zweitliga-Auftakt

Amtierender Meister als Begrüßungskomitee für die 05er

24 Jahre ist es her, dass die Tischtennisspieler des FSV Mainz 05 zuletzt in der Zweiten Bundesliga gespielt haben. Jetzt sind sie zurück in der zweithöchsten Spielklasse, die mit der von damals rein gar nichts mehr zu tun hat. Am Sonntag, 13.30 Uhr, geben die 05er in ihrem neuen Domizil in der Berufsbildenden Schule das Comeback mit einem Heimspiel.

Diese sechs Herren wollen dafür sorgen, dass die Rückkehr des FSV Mainz 05 in die Zweite Tischtennis-Bundesliga nicht auf eine Saison beschränkt bleibt (von links): Li Bing (Nummer 5), Felipe Olivares (1), Stanislav Horshkov (2), Benjamin Bator (4), Tomas Mikutis (3) und Jonas Christmann (6).
Diese sechs Herren wollen dafür sorgen, dass die Rückkehr des FSV Mainz 05 in die Zweite Tischtennis-Bundesliga nicht auf eine Saison beschränkt bleibt (von links): Li Bing (Nummer 5), Felipe Olivares (1), Stanislav Horshkov (2), Benjamin Bator (4), Tomas Mikutis (3) und Jonas Christmann (6).
Foto: Eva Willwacher

Und das "Begrüßungskomitee" könnte glanzvoller nicht sein: Gegner ist der ASV Grünwetterbach, der amtierende Zweitligameister, der allerdings auf den Aufstieg verzichtet hat. Die Mannschaft aus dem Karlsruher Stadtteil ging bereits am vergangenen Wochenende in die Saison.

Von der 3:9-Heimniederlage des ASV gegen den TTC Frickenhausen II sollten sich die Mainzer allerdings nicht blenden lassen: Die Begegnung war eine Fünfsatzorgie; zehn der zwölf Partien gingen über die volle Distanz, die beiden restlichen Spiele gingen über vier Sätze. Rekordverdächtige 23-mal fiel die Entscheidung in den einzelnen Durchgängen nur mit zwei Punkten Unterschied. Das war kein Abschuss sondern eine hauchdünne Angelegenheit.

Mainzer Kader wurde runderneuert

Für die Annahme, dass die Badener erneut zu den Spitzenteams zählen werden, spricht auch, dass ihre Aufstellung nahezu gleichgeblieben ist. Nur an Position sechs ist in Marlon Spieß ein neuer Mann hinzugekommen.

Der Mainzer Kader dagegen wurde runderneuert. Matias Contreras ist zum TTS Borsum zurückgekehrt. Felix Schmidt-Arndt ist ebenso in die Zweite Mannschaft gegangen wie Michael Silhak und Kristof Bielinski, die sich in Vor- und Rückrunde als Nummer sechs abgewechselt hatten. Aus Borsum kamen dafür Felipe Olivares und Tomas Mikutis. Benjamin Bator, der in der Vorsaison nur eine begrenzte Anzahl an Einsätzen absolvierte, steigt wieder voll ein.

Vier 05er verfügen schon über Zweitligaerfahrung. Olivares und Mikutis spielten mit ihrem bisherigen Klub in der Nordstaffel, die allerdings schwächer eingeschätzt wird als die Südgruppe. Mikutis, der seit vier Jahren in Deutschland ist, hatte beim ITTC Sachsen Döbeln als Ersatzspieler auch schon Zweitligaeinsätze im Süden.

Stanislav Horshkov spielte 2003 mit WTTF Ramstein in der Klasse und schloss damals im hinteren Paarkreuz mit einer deutlich positiven Bilanz ab. In Mainz wird der 36-Jährige allerdings hinter Olivares die Nummer zwei sein. "Im vorderen Paarkreuz wird es relativ schwer werden", sagt Horshkov. "Die Zweite Liga ist stärker geworden. Wir haben aber die Mannschaft bewusst so aufgestellt, um uns ein besseres Ergebnis zu ermöglichen."

Bator, die aktuelle Nummer vier, war von 1998 bis 2002 mit den TTC Grenzau II in der Zweiten Bundesliga aktiv. "Damals und heute ist schwer zu vergleichen", sagt er.

Neuland für Christmann und Li Bing

Nur Li Bing und Jonas Christmann, die das hintere Paarkreuz bilden, betreten absolutes Neuland. "Zweite Liga war mein Ziel. Das habe ich erreicht", sagt Christmann. "Es ist eine sportliche Herausforderung. Ich freue mich auf die Saison." Der 19-Jährige weiß, worauf er sich einlässt. "Ich habe mir schon in der vergangenen Saison einige Zweitligaspiele in Grenzau angeschaut", sagt Christmann. "Im Juli habe ich an einem Vorbereitungsturnier in Würzburg teilgenommen. Ich kann die Liga einschätzen." In Würzburg verlor der 05er gegen einen Spieler, auf den er auch in der Saison treffen wird: 1:3 unterlag er Felix Bindhammer, der Nummer fünf des TV Hilpoltstein. "Es war aber knapp", sagt der Youngster im 05-Team.

Das Ziel des Aufsteigers kann nur Klassenverbleib heißen. Und die Mainzer sind zuversichtlich, dass ihnen der gelingt. "Der TTC Grenzau II, der 1. FC Saarbrücken II und wir werden die beiden Absteiger untereinander ausmachen", sagt Christmann, der als Mannschaftsführer fungiert. "Chancen haben wir auf jeden Fall."

Ähnlich äußert sich auch Horshkov. "Saarbrücken und Grenzau sehe ich hinter uns", sagt der Routinier. Bator ergänzt: "Wenn alles normal läuft, haben wir in diesem Trio die besten Möglichkeiten."

Patrick Jahn analysiert das Mannschaftsgefüge des Aufsteigers. "Hinten haben wir mit Li Bing einen guten Spieler", sagt der 05-Abteilungsleiter. "Auch in der Mitte sind wir gut aufgestellt. Nur vorne wird es eng, positive Bilanzen zu erzielen. Vielleicht gelingt uns noch die ein oder andere Überraschung."

Christmann und Mikutis sind 19 Jahre, Olivares 20. Dieses Trio hat noch Entwicklungspotenzial. Der Litauer und der Chilene trainieren im Tischtenniszentrum Eilenburg hart. Beide haben schon an Team- und Individual-Weltmeisterschaften für ihre Länder teilgenommen. Mikutis scheiterte 2011 in Rotterdam sogar nur knapp am Einzug ins Hauptfeld. Christmann hat sein Abitur abgelegt und leistet jetzt ein Jahr Bundesfreiwilligendienst beim Rheinhessischen Tischtennis-Verband ab. Auch er will sich noch einmal voll ins Training knien. "Ich will noch etwas raushauen und mich beweisen", sagt der Spielführer.

Vorgeschmack auf volle Hallen

Die 05er freuen sich auch auf die Atmosphäre in der Zweiten Liga. Vielerorts verfolgen 200 bis 250 Zuschauer die Spiele. Einen Vorgeschmack auf volle Hallen werden sie schon am Sonntag bekommen, denn der ASV Grünwettersbach hat wegen eines Busparkplatzes angefragt. Der angekündigte 50-Sitzer bringt neben der Mannschaft auch eine ganze Menge Fans in die Berufsbildende Schule.

Über den Ausgang des Spiels macht sich Jonas Christmann keine Illusionen. "Ich gehe davon aus, dass wir mit einer Niederlage starten", sagt der Spielführer. "Aber wir versuchen, das Bestmögliche herauszuholen."

Gert Adolphi

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