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    Aktion gegen den Lärmteppich und für eine lebenswerte Region

    Der Protest gegen Fluglärm in der Rhein-Main-Region wächst. Initiativen und Kirchen bekommen enormen Zulauf, und quer durch die Parteien rufen Mainzer Politiker zum Protest und zur Teilnahme an der Großdemo am Samstag, 4. Februar, im Frankfurter Flughafen auf.

    Ein Schrei gegen den Lärm: Tausende Bürger protestierten bei der Montagsdemo am Flughafen Frankfurt gegen den zunehmenden Lärm. Sie fordern eine Schließung der Landebahn Nordwest. 
Foto: dpa
    Ein Schrei gegen den Lärm: Tausende Bürger protestierten bei der Montagsdemo am Flughafen Frankfurt gegen den zunehmenden Lärm. Sie fordern eine Schließung der Landebahn Nordwest.
    Foto: dpa

    Mainz – Der Protest gegen Fluglärm in der Rhein-Main-Region wächst. Initiativen und Kirchen bekommen enormen Zulauf, und quer durch die Parteien rufen Mainzer Politiker zum Protest und zur Teilnahme an der Großdemo am Samstag, 4. Februar, im Frankfurter Flughafen auf.

    Seit der Eröffnung der neuen Landebahn Nordwest am Frankfurter Flughafen Mitte Oktober ist nicht nur die Belastung durch lärmende Treibwerke gestiegen, sondern auch der Protest wurde zunehmend lauter. Der neue Lärmteppich, der sich bei Ostwind über Mainz legt, sorgt für Unmut. Waren bisher vor allem Hechtsheimer Bürger betroffen, leiden jetzt auch Bürger in der Innenstadt, in Bretzenheim, der Oberstadt, in Marienborn, Drais und Lerchenberg unter den anfliegenden Maschinen. In der Mainzer Oberstadt zum Beispiel gründete sich eine Bürgerinitiative, die binnen weniger Wochen Tausende Mitglieder hatte.

    Im Dezember übergaben Bürgerinitiativen aus der Region dem hessischen Landtagspräsidenten Norbert Kartmann eine Petition mit mehr als 40 000 Namen. Denn immerhin ist es das Land Hessen, das als Miteigentümer des Flughafens an den Flugbewegungen verdient.

    Mit dem zunehmenden Protest der Bürger, die sich seit Wochen regelmäßig montags am Flughafen treffen, um den Lärm dahin zu tragen, wo er herkommt, werden auch die Politiker aktiver. Zwar hat die Stadt Mainz laut Umweltdezernentin Katrin Eder in den vergangenen Jahren rund 1 Million Euro für den juristischen Kampf gegen Fluglärm ausgegeben, aber öffentliche Politikerproteste waren bis vor Kurzem eher selten, in Stadt und im Land.

    Jetzt gibt es nicht nur eine gemeinsame Bundesratsinitiative mit Hessen für eine erneute Änderung des Fluglärmgesetzes, sondern auch die Mainzer Kandidaten für den Oberbürgermeisterposten wollen sich für eine Lärmverminderung einsetzen.

    OB-Kandidat und derzeitiger Übergangs-OB Günter Beck (Grüne) hat sich sogar an die EU-Kommission gewandt, um gegen die EU-Pläne für eine "Verordnung über Regeln und Verfahren für lärmbedingte Betriebsbeschränkungen auf Flughäfen" zu protestieren, die sich mehr an wirtschaftlichen Bedürfnissen der Flughäfen als am Schutz der Bevölkerung vor Lärm orientiert.

    Auch Beck fordert gemeinsam mit Katrin Eder zur Demoteilnahme auf und betont: "Es bleibt bei unserer solidarischen Haltung, dass ein striktes Nachtflugverbot zwischen 22 und 6 Uhr eingehalten werden muss, um die Region lebenswert zu halten."

    Anlässlich der Großdemo melden sich auch andere Lärmgegner wieder zu Wort. Mainzer Christen und Muslime etwa wollen mit einem gemeinsamen Banner auftreten und als "Angehörige der, abrahamitischen Religionen'" ihr "Grundrecht auf ungestörte Religionsausübung verteidigen, teilen Harald Jaensch, der Beauftragte des Evangelischen Dekanats für Fragen des Flughafenausbaus, und Eddin Ljajic vom Islam-Info-Service mit.

    Teilnehmen wird unter anderem auch der CDU-Landtagsabgeordnete Wolfgang Reichel, der sich schon lange gegen den belastenden Lärm von oben einsetzt und mahnt, dass es bereits Pläne für einen weiteren Ausbau gibt. Und auch die rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete Tabea Roeßner wird dabei sein. Sie fordert auch von den Unternehmen der Region mehr Engagement: Nicht der Kampf gegen den Flughafenausbau sei, wie oft gemahnt, standortgefährdend, sondern umgekehrt bedrohe die Fluglärmsimulation den Standort. Denn immer mehr Unternehmen würden über Fluglärm klagen und sogar mit Wegzug drohen.

    Von unserer Redakteurin Irmela Heß

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