Archivierter Artikel vom 14.05.2011, 09:38 Uhr
Wiesbaden

Wiesbaden verabschiedet US-Panzerdivision nach Texas

Zuletzt wurde die Fahne eingerollt: Mit einem feierlichen Appell hat sich die 1. US-Panzerdivision aus Wiesbaden verabschiedet.

Mit dem Einrollen der Divisonsflagge werden die Soldaten der „1st Armored Division“ der US- Army auf dem US- Army- Airfield in Erbenheim bei Wiesbaden verabschiedet.

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Die 1. US- Panzerdivison wird nach Texas verlegt.

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Good-bye.

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Unter dem Cockpit eines Kampfflugzeuges vom Typ A- 10 Thunderbolt steht ein Mädchen bei der Abschiedsfeier.

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Zur Feier der „1st Armored Division“ der US- Army klettert der Pilot einer A- 10 Thunderbolt auf dem US- Army- Airfield in Erbenheim bei Wiesbaden in das Cockpit seiner Maschine.

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Ein Soldat erfrischt sich im Cockpit eines Blackhawk- Kampfhubschraubers mit einem Schluck Cola.

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Soldaten salutieren auf dem US- Army- Airfield in Erbenheim bei Wiesbaden vor einem Blackhawk- Kampfhubschrauber.

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Wiesbaden – Zuletzt wurde die Fahne eingerollt: Mit einem feierlichen Appell hat sich die 1. US-Panzerdivision aus Wiesbaden verabschiedet.

Der Führungsstab mit rund 1000 Soldaten verlässt nach etwa zehn Jahren seinen Standort in Wiesbaden-Erbenheim und wird nach Fort Bliss im US-Bundesstaat Texas verlegt. Die Einheit war 40 Jahre lang in Deutschland stationiert und hatte Einsätze in beiden Golfkriegen wie auch in Bosnien-Herzegowina.

Der Militär-Standort am Flugplatz Wiesbaden-Erbenheim wird trotz des Abzugs an Bedeutung gewinnen, da das Hauptquartier der US-Landstreitkräfte in Europa von Heidelberg in die hessische Landeshauptstadt verlegt wird. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier und Wiesbadens Bürgermeister Helmut Müller (beide CDU) verabschiedeten die Amerikaner bei der Zeremonie.

Hessen bleibt eng mit US-Truppen verbunden

Bouffier dankte den Amerikanern für ihren „außerordentlichen Dienst“ für Frieden und Freiheit sowie gegen Terror und Gewaltherrschaft. Es sei ein trauriger Moment, dass die Division nicht mehr von Wiesbaden aus operiere. Hessen bleibe aber weiterhin eng mit den amerikanischen Truppen verbunden durch das neue Europahauptquartier der US-Army. Bouffier überreichte dem Kommandeur Terry Wolff als Dank das hessische Fahnenband, das voraussichtlich in dem geplanten Divisionsmuseum in Fort Bliss gezeigt werden wird.

Der Oberkommandierende der US-Streitkräfte in Europa und Wolff-Vorgänger Mark Hertling erinnerte laut Manuskript an die Geschichte der 1940 gegründeten Panzereinheit mit dem Spitznamen „Old Ironsides“ (etwa: die Eisenharten). Die Soldaten kämpften im zweiten Weltkrieg in Nordafrika und Italien, waren Teil der Besatzungstruppen in Deutschland und kehrten nach einem Zwischenspiel in Texas 1971 nach Deutschland zurück. Von hier aus ging es zu weiteren Einsätzen im ersten Golfkrieg, nach Bosnien und wiederholt für lange Abschnitte in den Irak.

Den Umzug nach Fort Bliss werden nur die wenigsten Soldaten aus Wiesbaden mitmachen, die meist zu anderen Einheiten versetzt werden oder aus der Armee ausscheiden. dpa