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Koblenz

200 Häftlinge in Koblenz müssen umziehen

So etwas gab es in Rheinland-Pfalz seit Jahrzehnten nicht – vielleicht noch nie: Die Justizvollzugsanstalt (JVA) in Koblenz wird wegen der Entschärfung der Megabombe im Rhein komplett evakuiert.

190 Männer und 10 Frauen schnuppern in andere Zellen rein: Die Insassen der JVA Koblenz müssen wegen der Evakuierung in andere Einrichtungen verlegt werden. Foto: Holger Weinand <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.de" target="_blank">CC-BY-SA 3.0</a>
190 Männer und 10 Frauen schnuppern in andere Zellen rein: Die Insassen der JVA Koblenz müssen wegen der Evakuierung in andere Einrichtungen verlegt werden.
Foto: Holger Weinand CC-BY-SA 3.0

Koblenz – So etwas gab es in Rheinland-Pfalz seit Jahrzehnten nicht – vielleicht noch nie: Die Justizvollzugsanstalt (JVA) in Koblenz wird wegen der Entschärfung der Megabombe im Rhein komplett evakuiert.

Am Freitag geht es los, am Sonntag muss das Gebäude leer sein. Spezialbusse ("Grüne Minna") bringen die derzeit 200 Häftlinge in andere Gefängnisse. Laut dem Mainzer Justizministerium ist es die erste derartige Evakuierung im Land, zumindest seit 1970. Für die Häftlinge ist es eine Art Betriebsausflug, für JVA-Leiter Josef Maldener (53) der Ausnahmezustand. Er muss die Gefangenen – 190 Männer, 10 Frauen – auf rheinland-pfälzische Gefängnisse verteilen. Ohne Planung geht da nichts. Manche Gefangene dürfen keinen Kontakt zu bestimmten Mithäftlingen bekommen. Andere brauchen Medikamente oder Diätkost. Maldener, der seinen Posten noch keine vier Wochen ausübt, ist Chef von 150 Mitarbeitern. Er hat vor einer Woche von der Evakuierung erfahren, seither telefoniert, konferiert und koordiniert er fast ununterbrochen.

Der JVA-Chef ist zuversichtlich: "Wir sind sehr gefordert. Aber wir schaffen das." Wahid Samimy, Sprecher des Justizministeriums, sieht es ähnlich: "Gefangenen-Transporte gibt es regelmäßig, nur nicht so viele auf einmal. Aber wir haben genug Zeit zur Vorbereitung." Die Bombenentschärfung am Sonntag erfordert die größte Evakuierung in der Koblenzer Nachkriegsgeschichte. Weil in Pfaffendorf eine 1,8 Tonnen schwere Luftmine gefunden wurde, müssen 45 000 Bürger ihr Haus verlassen. Zur zweitgrößten Evakuierung der Stadtgeschichte kam es im Mai 1999. Damals mussten 15 000 Menschen ihr Zuhause räumen. Grund: Im Stadtteil Metternich war ebenfalls eine 1,8-Tonnen-Mine entdeckt worden.

Das Koblenzer Gefängnis lag 1999 am Rand des Evakuierungsbereichs. Nur ein kleiner Teil musste geräumt werden. Betroffen waren rund 20 inhaftierte Frauen. Man brachte sie kurzzeitig in ein anderes Gebäude. Maldener war damals stellvertretender JVA-Leiter. Er hat also schon ein wenig Erfahrung.

Wie die Evakuierung genau abläuft, wie die Gefangenen unterwegs bewacht werden, wohin sie kommen – dazu will der Gefängnisleiter aus Sicherheitsgründen nichts sagen. Er sagt nur: Wenn die Luftmine erfolgreich entschärft ist, kommen die Häftlinge ab Montag zurück.

Hartmut Wagner

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