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    Transparenz? Nicht mit dem IOC!

    Mit der Doppelvergabe der Olympischen Spiele 2024 und 2028 hat IOC-Chef Thomas Bach einen Erfolg gelandet. Doch die Widersprüche im System bleiben.

    Sven Sabock kommentiert.
    Sven Sabock kommentiert.

    Sven Sabock zur Entscheidung für Paris und Los Angeles

    Ein Funktionär, zwei strahlende Sieger und allenthalben freudige Gesichter im Saal. Seht her, ihr ewigen Nörgler, ist doch alles prima. Dies ist die Botschaft, die das Internationale Olympische Komitee (IOC) in diesen Tagen hinaus in die Welt tragen will. Die Sommerspiele 2024 und 2028 sind an ebenso solvente wie seriöse Städte vergeben, im Vorfeld der Wettbewerbe in Paris und Los Angeles werden mutmaßlich (beziehungsweise hoffentlich) keine lästigen Diskussionen über politische Verfehlungen der jeweiligen Länder geführt werden. Die historische Dimension der Doppelvergabe wird hervorgehoben, die Beteiligten schwelgen in Superlativen. Und: Es bleiben keine Verlierer zurück, die Verschwörung wittern könnten.

    In der Tat kann IOC-Präsident Thomas Bach und oberster Herr der Ringe, mit einem süßen Triumph die Heimreise aus dem fernen Lima antreten. Sein im Sommer eingefädelter Coup, gemeinsame Sache mit den letzten beiden verbliebenen Kandidaten zu machen, anstatt sie gegeneinander auszuspielen, kann der einstige Weltklasse-Fechter als Erfolg für sich verbuchen. Wird ja auch höchste Zeit für positive Schlagzeilen.

    Ob die erfreulichen Meldungen auf Dauer Bestand haben werden, darf indes mit einem großen Fragezeichen versehen werden. Zu sehr stehen Ankündigungen und Taten beim IOC im krassen Widerspruch, auch unter der Ägide Bachs. Er, der 2013 angetreten ist, um der olympischen Idee neuen Glanz zu verleihen, tut sich schwer mit den postulierten Reformen – wenn der Begriff seiner „Agenda 2020“ mehr als eine Worthülse sein soll. Im Kern geht's dabei um eine Kostenreduzierung für Olympia-Bewerber und mehr Transparenz bei den Geldflüssen zwischen IOC und dem jeweiligen Ausrichter der Spiele.

    Aber es will sich einfach keine Aufbruchstimmung im Zeichen der Ringe einstellen. Zu präsent ist der halbherzige Kampf gegen Doping, zudem werden immer wieder neue Fälle von Korruption aufgedeckt. Jüngst wurde das Haus von Carlos Arthur Nuzman durchsucht, der als Organisations-Chef von Rio den Kauf von Stimmen vermittelt haben soll. Der Ire Patrick Hickey trat erst diese Woche als Mitglied der IOC-Exekutive zurück, nachdem er während Olympia im Morgengrauen und im Bademantel verhaftet worden war. Die Vorwürfe: Geldwäsche und Ticket-Schwarzhandel, dem 72-Jährigen droht in Brasilien der Prozess. Bach spricht bei derlei Fällen gern von Verfehlungen einzelner, die nicht im System begründet liegen. Seine Zurückhaltung ist verständlich, gilt er doch im Kreis der Funktionärs-Granden selbst als cleverer Netzwerker.

    Doch Hickey und Nuzman sind nicht die einzigen Beispiele, die Rio und damit das IOC in ein zweifelhaftes Licht rücken. Die Spiele selbst gelten als Muster für einen völlig verfehlten Geist von Olympia. Ein Jahr nach den Wettbewerben steckt die Stadt tiefer denn je in der Krise. Zahlreiche Sportstätten gammeln vor sich hin, inklusive des berühmten Maracana-Stadions. Das IOC – das steuerfrei die satten Gewinne abschöpft – weigert sich, die Schuldenlast des Rio-Organisationskomitees von umgerechnet 33 Millionen Euro zu begleichen. Sieht so Nachhaltigkeit aus?

    Vielmehr verfestigt sich der Eindruck, dass auch in der Ära Bach dem ausufernden Gigantismus kaum Einhalt geboten wird. So regt sich inzwischen auch in Tokio, Gastgeberstadt der Sommerspiele 2020, angesichts der Kostenexplosion Widerstand. Mittlerweile wurden dort die Pläne für den Bau des Olympiastadions geändert, nachdem klar wurde, dass die Arena 2,7 Milliarden Euro (!) kosten würde. Das Gesamtbudget liegt schon jetzt bei 15 Milliarden Euro, geplant waren 6,7. Sieht so Kostenkontrolle aus?

    Die wenigen verbliebenen Interessenten rechnen sich ihre Bewerbung gern schön, um die Gunst des IOC zu erlangen. Paris und Los Angeles planen mit vergleichsweise bescheidenen Olympia-Kosten von 6,2 und 4,5 Milliarden Euro. Gut möglich, dass den strahlenden Siegern von Lima am Ende das Lachen noch vergeht.

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