40.000
  • Startseite
  • » Sport
  • » Sport mit Meinung
  • » Rückpass: Fantastillionen und ihre Folgen
  • Aus unserem Archiv
    Zahlen über Zahlen

    Rückpass: Fantastillionen und ihre Folgen

    Mit ganz vielen Nullen. Merken muss man sich das alles nicht, es sind ohnehin Summen, die außerhalb der menschlichen Vorstellungskraft liegen. Sie ahnen schon, es geht um den Irrsinn, der im globalen Fußball längst zum steten Begleiter geworden ist.

    Sven Sabock kommentiert.
    Sven Sabock kommentiert.

    Sven Sabock blickt auf die Sportwoche zurück

    So hat der Weltverband Fifa dieser Tage mal eben ausgerechnet, dass für Spielerwechsel allein im Jahr 2013 (in dem ja noch vier Monate vor uns liegen) rund um den Planeten bislang Ablösesummen in Höhe von 3,36 Milliarden Euro gezahlt worden sind. Auf dem Überweisungsvordruck würde das dann so aussehen: 3 360 000 000,00 – sofern die Zahl überhaupt auf das Formular passt.

    Allein in England, wo sich die Klubs der Premier League an opulenten Geldern durch Investoren und TV-Verträgen erfreuen, sind in diesem Sommer umgerechnet 742 Millionen Euro in neues Personal gesteckt worden. In Italiens Serie A liegen die Transferausgaben bei 440 Millionen Euro, nach Spanien (395) und Frankreich (370) nimmt sich der Bundesliga-Rekord von 262 Millionen Euro geradezu bescheiden aus.

    Und weil es im Fußball wie im richtigen Leben zugeht, wird bei all den Fantastillionen die Frage nach der Sinnhaftigkeit oder gar der Moral eher nachrangig behandelt. Logisch, schließlich boomt das Geschäft, vor allem für Spielerberater. Allein in diesem Jahr sind weltweit stolze 128 Millionen Euro nur an die Agenten der Profis überwiesen worden – ein Plus von 80 Prozent innerhalb der vergangenen zwei Jahre.

    Eine Wachstumsrate, die ihresgleichen sucht. Müßig daher auch, sich dem Thema philosophisch zu nähern und die Frage zu stellen, ob ein Mensch, zum Beispiel der Waliser Gareth Bale, 100 Millionen Euro wert sein kann. Zugegeben, der 24-Jährige Neu-Madrilene kann nichts für diese Summe und ist bei den „Königlichen“ nur Mittel zum Zweck. Vielmehr nimmt die Großmannssucht, die bei Real Teil der Vereinspolitik ist, zunehmend zynische Züge an.

    In einer Zeit, da Spanien unter einer Wirtschaftskrise historischen Ausmaßes ächzt, jonglieren die Klubbosse mit aberwitzigen Beträgen. Wie sehr sich die Branche von der Basis entfernt, zeigt auch, dass der Aufschrei der Empörung kaum zu vernehmen ist. Betriebswirtschaftlich, so merkt Bayern-Boss Karl- Heinz Rummenigge an, sei der Bale-Transfer gar kein Problem, zumal der Spieler mit 17 Millionen pro Jahr abgeschrieben werden kann.

    Und ganz nebenbei hat Real Madrid ja im Gegenzug 50 Millionen Euro für Mesut Özil eingenommen. Selbst die Fans mokieren sich bei dem ganzen Geschacher allenfalls darüber, dass Real-Superstar Cristiano Ronaldo jetzt seinen besten Vorlagengeber verliert. Sei's drum, in England freut sich die Liga nun über eine neue Attraktion, wobei sich dort selbst der als besonnen geltende Arsenal-Trainer Arsene Wenger seine Ideale auf- und sich dem Spiel mit den großen Scheinen hingibt.

    Rein sportlich, so lästern Kritiker, hätte der Franzose lieber ein paar Haudegen für die unterbesetzte Abwehr statt eines sensiblen Feingeistes verpflichtet. Weil der in die Kritik geratene Wenger aber einen großen Namen präsentieren musste, kam Özil gerade recht. Nicht zuletzt sind Filigran-Fußballer besser fürs Image als plumpe Zerstörer.

    Merke: Transfers sind eben nicht selten mehr politisch motiviert denn strategisch sinnvoll. Und doch hat der Wahnsinn mit den Transfer-Millionen ja auch seine guten Seiten. Vor allem für Rot-Weiss Essen. Da Özil einst bei dem Regionalligisten das Fußballspielen erlernt hat, darf sich der Klub auf eine Ausbildungsentschädigung freuen. Im Raum stehen nicht weniger als 800 000 Euro. Eigentlich ein Klacks für Arsenal – aber für den chronisch klammen Regionalligisten fast so etwas wie ein Sechser im Lotto.

    Sport mit Meinung
    Meistgelesene Artikel
    Sport-Lokalteile
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige
    Fußball Männer
    Fußball Frauen
    Neuzugang Yuko Aizawa (links; rechts kommt Mitspielerin Angelika Weber einen Schritt zu spät) steuerte zwei Treffer für den SC 13 zum 4:0-Sieg gegen den MSV Duisburg II bei. Foto: Vollrath

    im Rheinland

    - Westerwald

    - Mittelrhein/Mosel

    - Rhein-Lahn

    im Südwesten

     späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?Wohin am späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?

    Fußball Mix
    Kapitän Tim Schulz (links) bemühte sich mit seinen Betzdorfer Mitspielern zwar, doch auch gegen Elversberg reichte es am Ende nicht.

    Jugendfußball

    - im Rheinland

    - im Südwesten

    Fußballpokale

    Hallenfußball

     späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?Wohin am späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?

    Regionalsport Mix