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Rückpass: Die Preise schießen in den Himmel

Mit dem Geld ist es meistens so wie mit dem schönen Wetter im Herbst: Kaum ist es da, ist es auch schon wieder weg. Schließlich wird alles teurer, die Fixkosten steigen – sei es für den Strom und irgendwelche komischen Umlagen, sei es für das bescheidene Eigenheim, wie es ein investitionswütiger Würdenträger der katholischen Kirche gerade eindrucksvoll beweist.

Jochen Dick blickt auf die Sportwoche zurück

Nahezu überall explodieren die Kosten, und alles wird auf dem Rücken des armen Steuerzahlers ausgetragen. Oder aber auf den Rücken der Pferde. Im internationalen Reit-Zirkel bewegen sich die Preise derzeit im Steilsprung über Oxer und Doppelrick. „Palloubet d'Halong“, Wallach aus gutem Schweizer Gestüt, wurde im vergangenen Monat für satte elf Millionen Euro nach Holland veräußert. Bis dato war das deutsche Dressurpferd „Totilas“ der teuerste Vierbeiner der Welt gewesen.

Für ihn berappte 2010 Paul Schockemöhle zehn Millionen Euro, ein findiges Refinanzierungsmodell inklusive: Die Samen des Hengstes wurden gewinnbringend in alle Welt verkauft. Nun ist dies bei Palloubet d'Halong nicht möglich, als Kastrat besitzt der zehnjährige Wallach nicht mehr die nötigen Voraussetzungen. Dennoch hoffen die neuen Besitzer auf saftige Rendite – oder wenigstens auf Erfolge bei Großen Preisen und Olympischen Spielen.

Auch zwei deutsche Spitzenpferde wurden jüngst vor andere Karren gespannt. „Acorte“ aus Großenkneten (wo auch immer das liegt) und „Light on“ aus Emsbüren (siehe Großenkneten) wechselten die Besitzer, sodass mit Bundestrainer Otto Becker angesichts des Pferde-Exodus' so langsam die Gäule durchgehen. Pferdeliebhaber aus Brasilien rüsten für Olympia 2016 auf, die Katarer und USAmerikaner sowieso, und auch der ukrainische Multimillionär Alexander Onischenko treibt die Preise in die Höhe und die Herde zu sich.

Light on ist bereits in Onischenkos Stall, „Bella Donna“, Untersatz der deutschen Spitzenreiterin Meredith Michaels-Beerbaum scharrt schon mit den Hufen. Fünf Millionen Euro lautete das letzte Gebot aus der Ukraine, Tendenz jederzeit steigend. Spitzensport hat eben seinen Preis, das betont auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) nimmermüde. Die Dachorganisation hat der designierten Bundesregierung schon mal lauthals zu verstehen gegeben, dass 130 Millionen Euro pro Jahr nicht ausreichen, um auf kurze und lange Sicht seriös Medaillen erwirtschaften zu können.

38 Millionen Euro beträgt der Mehrbedarf an Förderung durch den Bund, erklärte eine DOSB-Kommission und soll sogleich eine Werbeagentur mit der nachhaltigen Durchsetzung der finanziellen Interessen beauftragt haben. Nun dürfte diese Ideenwerkstatt auch nicht für einen warmen Händedruck arbeiten. Man wolle aber der Politik keinesfalls die Pistole auf die Brust setzen, beschwichtigte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper.

Ein Gewehr tut es ja schließlich auch. Dass höhere Beträge nicht immer etwas Schlechtes sein müssen, haben die Vorständler von Borussia Dortmund erfahren. Nach der famosen Vorsaison mit der Finalteilnahme in der Champions League durfte sich etwa Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke über Bonuszahlungen von mehr als zwei Millionen Euro freuen. „In solch einem Jahr hält sich mein schlechtes Gewissen in Grenzen“, erklärte Watzke, der immerhin maßgeblich am Rekorderlös des Fußball-Vereins von rund 53 Millionen Euro beteiligt war.

Dividende, wem Dividende gebührt, solange sie ordnungsgemäß inländisch versteuert wird. Und damit zurück zur katholischen Kirche. Der Vatikan hat Anfang der Woche sein neues Cricket- Team vorgestellt. Zum einen soll dadurch, so hieß es rund um den Heiligen Stuhl, Papst Franziskus davon überzeugt werden, dass es noch etwas anderes außer Fußball gibt.

Zum anderen soll der Dialog in aller Welt gestärkt werden, etwa durch Spiele gegen nicht katholische Teams in Indien oder Pakistan. Noch nicht besetzt ist die Position des Kassenwarts. Aus päpstlichen Kreisen war zu vernehmen, dass ein Bischof aus Limburg eher geringe Chancen auf das Amt hat.

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