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Ohne Rücksicht auf Feldspieler

Das Foul an Christian Gentner sorgt für Fragen – vor allem an die Schiedsrichter.

Jochen Dick.
Jochen Dick.

Jochen Dick zur rüden Aktion von Stuttgart

Nach der üblen Szene von Stuttgart muss es zuerst um den Zustand von Christian Gentner gehen. Der VfB-Kapitän wird keine bleibenden Schäden davontragen, mit einer schweren Gehirnerschütterung und Frakturen im Gesicht aber länger ausfallen. So gefühlskalt es nun klingen mag: Die Schwere der Verletzung darf bei der Beurteilung der Aktion von Wolfsburg-Torwart Koen Casteels keine Rolle spielen.

Vielmehr muss es darum gehen, wie die Knie-Attacke im Grundsatz zu bewerten ist. Schiri Guido Winkmann und sein Videoassistent sahen kein Vergehen. Der Videobeweis hat wieder mal gezeigt, dass zwar eine Entscheidungsinstanz mehr eingebaut ist, dies aber nicht weniger Fehler produziert. Nun wird in Regel 12 bei einem Foul unterschieden zwischen Fahrlässigkeit (ohne Sanktion), Rücksichtslosigkeit (Verwarnung) und brutalem Spiel (Platzverweis). Casteels kann man keine Absicht unterstellen. Aber lag hier etwa kein Vorgehen „ohne Rücksicht auf die Folgen für einen Gegner“ vor? Oder ein Vergehen, das die „Sicherheit eines Gegners gefährdet“? Beides wäre gleichbedeutend mit einem Platzverweis für Casteels und Strafstoß für den VfB gewesen. Stattdessen wurde weitergespielt.

Torhüter genießen im Regelwerk besonderen Schutz. Dennoch dürfen im Strafraum keine anderen Maßstäbe angelegt werden. Man erinnere sich an Manuel Neuers rüde Aktion gegen Argentiniens Gonzalo Higuain im WM-Finale 2014. Oder an Dortmunds Mitch Langerak, der 2015 im Pokal Bayerns Robert Lewandowski Nase und Kiefer brach. Beide Aktionen waren mit der von Casteels vergleichbar. In allen Fällen ließen die Schiedsrichter weiterlaufen – weil die Feldspieler nicht den gleichen Schutz genießen wie die Torhüter.

E-Mail an den Autor: jochen.dick@rhein-zeitung.net

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