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Kurzer Prozess mit langen Unterhosen

Die werten Fußball-Profis werden sich am Wochenende warm anziehen müssen. Im doppelten Sinne. Zuerst einmal steht mit dem Rückrundenauftakt in der Bundesliga der Härtetest an, ob sich die ganzen Trainingslager in so sommerlichen und Demokratie-fernen Gefilden wie Katar, Abu Dhabi, Dubai und der Türkei gelohnt haben. Darüber hinaus dürften die frostigen Temperaturen hierzulande den Kickern zusetzen. Wie sooft steht dabei die Frage im Mittelpunkt: Was ziehe ich heute an?

Jochen Dick.
Jochen Dick.

Jochen Dick blickt auf die Sportwoche zurück

Bei Temperaturen unter Null bietet sich da die gute, alte und lange Unterhose an, die einst Arjen Robben salonfähig gemacht hat. Sie hält garantiert warm und macht einen schlanken Fuß. Doch Vorsicht: Vor sechs Jahren wollte der modebewusste Deutsche Fußball-Bund (DFB) dem Niederländer dessen Liebestöter verbieten. Regel 4 der Statuten besagt nämlich: "Werden Unterziehhosen getragen, muss ihre Farbe mit der Hauptfarbe der Hosen übereinstimmen." Ordnung muss schließlich sein. Robben hat längst das Beinkleid gewechselt, von der grauen Schlabberhose zur korrespondierenden Funktionsunterwäsche, und kommt unifarben daher – wenn er nicht gerade verletzt ist.

Eine grobe Verletzung der Kleiderordnung beging einst auch Borussia Dortmunds Nuri Sahin, der neben anderen mit einer Art Schlauchschal auflief. Schmiegt sich sanft an den Hals, kann man zu allem tragen. Zum 1. Juli 2011 erging aber damals das Verbot von höchster Stelle: Dem Weltverband Fifa war der Wärmer im Nacken ein Dorn im Auge. Zu gefährlich seien die sogenannten "Snoods", man könne sich beim Zweikampf gar darin verfangen, urteilten die Fifa-Ethik- und Modewächter.

Ganz und gar ungefährlich bleiben handelsübliche Handschuhe. Sie dürfen in jeder Form und Farbe getragen werden. Bei einigen Profis, wie beim Ex-Bayern Bastian Schweinsteiger, ist die Kombination mit einem Kurzärmeltrikot en vogue. Dieser Mix vermittelt unaufdringliche Lässigkeit, kalte Arme lassen sich verkraften, schließlich sind ja die Hände warm.

Kühlen Kopf sollte man natürlich auch auf dem Fußballplatz bewahren, doch bei Schnee und Eis darf es einem auch nicht zu kalt um die Ohren werden. Mützen sind zwar laut DFB-Reglement nicht offiziell verboten, aber eben auch nicht offiziell erlaubt. Die Statuten machen hier keine genauen Angaben, nur, dass "sämtliche Kleidungsstücke und Ausrüstungsteile, die nicht zur Grundausrüstung gehören, vom Schiedsrichter geprüft und für ungefährlich befunden werden" müssen. Und zur Grundausrüstung gehören Trikot, Hose, Stutzen, Schienbeinschoner und Schuhe – keine Mützen. Im Regelfall dürften die Unparteiischen den wärmenden Kopfbedeckungen also die kalte Schulter zeigen. Nur der Hoffenheimer Isaac Vorsah lief mal mit Mütze auf: im Dezember 2009 im baden-württembergischen Derby gegen den VfB Stuttgart, bei strammen minus 17 Grad.

Ein anderer Mann mit Mütze – neben dem deutschen 1974er-Weltmeistertrainer Helmut Schön – hat indes Fußball-Geschichte geschrieben. Ein gewisser Jens Martin Knudsen hütete beim Sensationssieg der Färöer Inseln in der Qualifikation zur EM 1992 das Tor der Schaf-Inseln. Mit weißer Wollmütze auf dem Kopf ließ er die anrennenden Alpenländer regelrecht "narrisch" werden und sicherte den legendären 1:0-Erfolg.

Ob nun Mütze, Schal oder Unterbuxe – auch bei klirrender Kälte gilt die stark strapazierte Binsenweisheit: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung. Wobei sich diese Phrase immer anwenden lässt, auch wenn das Wetter gar keine Rolle spielt, sprich: gar nicht vorhanden ist. Bei der Handball-EM in Polen, wohlgemerkt in der Halle ausgetragen, wurde das slowenische Team mit einer Strafe von 500 Euro belegt. Das unverzeihliche Vergehen: Nicht alle Spieler trugen beim Vorrundenspiel gegen Schweden gleichfarbige Strümpfe. Die arg kleinlichen Regelhüter des europäischen Verbandes EHF waren total von den Socken.

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