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Kommentar zu einem Bundestrainer, um den es einsam wird: Löw, der gescheiterte Reformator

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Die Fußballschuhe waren noch warm, der Löw'sche, dem Frust entspringende Standardsatz „die Enttäuschung ist natürlich groß“ soeben in den Duisburger Nachthimmel gehaucht, da machte sich nach dem legendären 1:2 gegen Nordmazedonien in den (a)sozialen Netzwerken wieder der Wut- und Schimpfkonformismus breit. Auch die Berufszyniker waren pünktlich zur Stelle. „Nach den Aktionen für den Erhalt der Menschenrechte in Katar scheint die Nationalmannschaft jetzt dazu überzugehen, die WM auch sportlich zu boykottieren“, schrieb da ein Zeitgenosse. Ja, wer den Schaden hat, muss auf Spott und Häme in diesen Zeiten nicht lange warten.

Die DFB-Elf trifft es dabei besonders hart, sind doch die Schadensberichte seit der verkorksten WM 2018 eher Regel als Ausnahme und in ihrer Häufigkeit schon bedenklich. Und wer nach dem 0:6 der Adlerträger gegen Spanien im November vergangenen Jahres geglaubt hatte, Löw und die Seinen seien am Tiefpunkt ihres Schaffens ...