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    Kommentar: Skandale kommen und gehen, Spielführer Blatter bleibt

    Endlich tut sich was in Sachen Fifa. Diesem selbstgefälligen, Geld scheffelnden, moralisch autonomen Altherrenbund, der nach eigener Aussage ausschließlich das Wohl des Weltfußballs im Sinn hat, wird ordentlich heimgeleuchtet.

    Sepp Blatter
    FIFA-Präsident Blatter stehen wegen den Korruptionsskandals unruhige Zeiten bevor.
    Foto: Steffen Schmidt/Archiv - dpa

    Endlich kommt Licht ins Dunkel, wird die ganze Mischpoke um Patron Blatter aus den Angeln gehoben. Das ist die hehre Hoffnung. Doch die Realität sieht anders aus. Am ausgeklügelten System Blatter wird der neuerliche Skandal nicht viel ändern. Dafür ist es zu spät, hat sich die Fifa in den vergangenen Jahrzehnten doch ihren eigenen Kosmos geschaffen, in dem sie schalten und walten kann, wie sie will. Allen voran Joseph Blatter.

    RZ-Sportressortleiter Jochen Dick
    RZ-Sportressortleiter Jochen Dick

    Dieses Zitat ist altbekannt: „Joseph Blatter ist nicht involviert“, sagte Fifa-Sprecher Walter De Gregorio in einer bizarren Pressekonferenz nach Bekanntwerden des neuen Skandals. Joseph Blatter ist irgendwie nie involviert. So war es bei allen Skandalen, von denen es unter seiner mittlerweile 17-jährigen Regentschaft allerhand gegeben hat. Korruptionsvorwürfe und Schmiergeldaffären hat der 79-jährige Spielführer des Weltfußballs überstanden wie ein eitler Schiffskapitän eine giftige Windböe auf dem Vorderdeck: kurz geschüttelt, weiter geht die wilde Fahrt - schuld waren aber die anderen.

    Nun hat der Skandal von Zürich zweifellos eine neue Dimension. Zur Abwechslung ist es mal keine Fifa-eigene Instanz, die die finsteren Fifa-Vorgänge unter die Lupe nimmt. Die Vergaben der WM 2018 und 2022 nach Russland und Katar hatte der Weltverband vor einiger Zeit auf ihre Korrektheit von einer hauseigenen Kommission prüfen lassen, mit dem Ergebnis: alles sauber bei der Fifa. Sagt die Fifa. Im aktuellen Fall bilden nun die Justizbehörden aus den USA und der Schweiz ein schlagkräftiges Angriffsduo, man möchte ihnen die Durchschlagskraft gönnen, die anderen nicht vergönnt war/ist. Einem ganzen Mannschaftsbus voll von hochrangigen Fußball-Funktionären wird nun organisiertes Verbrechen und Korruption vorgeworfen. Einige Fifa-Granden wurden sogar festgenommen, darunter zwei Stellvertreter Blatters auf Erden. Das Ganze ist längst kein taktisches Ballgeschiebe mehr.

    Und Joseph Blatter? „Er tanzt nicht vor Freude in seinem Büro“, versuchte es Fifa-Sprecher De Gregorio mit einem Scherz angesichts des traurigen Anlasses. Und: „Warum soll er zurücktreten? Er wird nicht verdächtigt.“ Es ist die alte Leier mit dem alten Mann aus dem Schweizer Kanton Wallis: Blatter ist der Hauptverantwortliche im Fußball-Weltverband, die Verantwortung aber übernimmt er deshalb noch lange nicht. Gestützt und geschützt wird er dabei offenbar und offensichtlich von entscheidenden Stellen. Ist es doch in diesem Zusammenhang mehr als erstaunlich, dass bei möglichen WM-Boykotten Politiker aller Couleur nicht schnell genug ihre Meinung kundtun können, in Sachen Fifa sich die meisten aber stets bedeckt halten.

    Wenn nun die Fifa ein Schiff und Joseph Blatter der Kapitän wäre, so dürfte der Kahn nach dem Sturm zwar ordentlich ramponiert sein, vielleicht gehen auch ein paar Matrosen über Bord. Der Mann auf der Kommandobrücke aber wird dem Sturm standhalten und womöglich sogar gestärkt in seine fünfte Amtszeit steuern. „Wir gehen diesen Weg weiter, und niemand wird uns aufhalten“, drohte sein Sprecher in Zürich schon mal an.

    E-Mail an: jochen.dick@rhein-zeitung.net

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