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Reich zieht's zurück in die Heimat

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Marco Reich signiert bei einem Besuch in Meisenheim sein Konterfei in einem Album mit Fotos von Fußballspielern. 
Foto: Andreas Nitsch
Marco Reich signiert bei einem Besuch in Meisenheim sein Konterfei in einem Album mit Fotos von Fußballspielern.
Foto: Andreas Nitsch

Karriereende? Fußball spielt Reich natürlich noch immer. Mit Austria Klagenfurt ist der Meisenheimer in der österreichischen Regionalliga Mitte – das ist dort die dritthöchste Spielklasse – auf Platz sechs gelandet. In 24 Spielen schoss Reich acht Tore für die "Kampfmannschaft", wie die erste Garnitur dort genannt wird. Reich wird ein weiteres Jahr in Österreich bleiben, hat gerade beim Villacher SV unterschrieben.

Aber seine Profilaufbahn habe er in Polen beendet, sagt er. Mit Jagiellonia Białystok spielte Reich in der ersten polnischen Ekstraklasa; der Verein wurde 2009/2010 erstmals nationaler Pokalsieger. Wenige Monate zuvor war Reich bereits zum Wolfsberger AC nach Österreich gewechselt. Der Grund: "In Polen waren wir 150 bis 160 Tage im Jahr unterwegs. Das war einfach zu viel", erzählt er.

In Österreich ist alles ein wenig entspannter. Dort fühlen sich Reich und seine Frau wohl. Die Gegend um den Wörther See sei wunderschön. Aber er habe auch die Zeit bei anderen Klubs genossen, besonders die Zeit in England. Derby County (2004 – 2005) und Chrystal Palace (2005 – 2006) waren tolle Stationen. Und dann erzählt Reich mit kurzen Sätzen noch einmal die Geschichte, wie er im Oktober 2005 mit seinem Treffer zum 2:1 Champions-League-Sieger FC Liverpool aus dem englischen Ligapokal geschossen hat. "Das war fußballerisch meine beste Zeit", meint er im Rückblick.

"Das Allergrößte für einen Fußballer", wie Reich selbst betont, lag da schon einige Jahre zurück. 78 Minuten in der Partie gegen Kolumbien (3:3) im Jahr 1999 blieben allerdings sein einziger Länderspieleinsatz. Reich stand zwar noch öfter im Kader, wurde aber nicht mehr eingesetzt. "Klar, ich hätte mir auch noch einige Länderspiele mehr gewünscht", sagt er. "Damals mussten wir die EM-Quali spielen. Hätten wir mehr Freundschaftsspiele ausgetragen, wäre die Wahrscheinlichkeit auf weitere Einsätze wohl höher gewesen."

Aber Reich hegt keinen Groll. "Sicherlich hätte ich mich für die Öffentlichkeit optisch besser darstellen können", weiß er heute. Dennoch sei er zufrieden und glücklich. "Ich hatte doch eine tolle Fußballerzeit." In der Saison 1996/97 spielte er erstmals bei den Profis des 1. FC Kaiserslautern, stieg mit der Mannschaft in die Bundesliga auf und wurde auf Anhieb Deutscher Meister. 1. FC Köln, Werder Bremen und Walsall FC waren weitere Stationen. Und überall traf Reich Menschen, "die mir imponiert haben". Olaf Marschall und Miro Kadlec beim FCK, Frank Baumann in Bremen. "Das sind Leute, die nie abgehoben sind. Du kannst dich immer mit Problemen an sie wenden."

In all den Jahren hat Marco Reich stets die Bundesliga intensiv verfolgt, besonders das Abschneiden des 1. FC Kaiserslautern. "Das ist nach wie vor mein Verein", sagt er und bedauert, dass die Roten Teufel nun abgestiegen sind. Reich selbst war zuletzt noch auf dem Betzenberg, als die Lauterer über ein 1:1 gegen Hertha BSC nicht hinaus gekommen sind. Nun drückt er die Daumen, dass es mit dem direkten Wiederaufstieg klappt.

Ein großes Vorbild allerdings hatte Reich "eigentlich nicht". Marco Haber habe ihn beim FCK beeindruckt, "aber ein dauerhaftes Idol, nein, da gab es niemanden." Sein Vater Gerd hat ihm früher oft Videos vom brasilianischen Fußball gezeigt. "Da stand immer die Mannschaft im Mittelpunkt. Das war das Wichtigste."

Noch wichtiger sei aber nun, "dass ich weiß, was ich nach dem Fußball mache". Dann nämlich beginne ein neues Leben. Er ist froh, "dass ich nicht vor einer ungewissen Zukunft stehe", bekräftigt der Meisenheimer. Der 34-Jährige möchte in ein oder zwei Jahren beim Ambulanten Pflegedienst seines Stiefvaters Hans-Joachim Amman einsteigen.

Sohn Ron, der im August seinen vierten Geburtstag feiert, wird dann in Meisenheim in die Schule gehen und sicherlich auch schon bald mit dem Fußballspielen beginnen. Ein Ratschlag des bekannten Vaters kann da nicht schaden: "Der Junge soll immer er selbst bleiben und nicht versuchen, jemanden zu kopieren. Das funktioniert nicht. Vor allem sollte Ron bei allem, was er macht, Spaß haben. Denn ohne Freude geht’s nicht."

Andreas Nitsch

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