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    Budenheim

    Alicia Soffel spielt mit 16 in der zweiten Bundesliga

    Zum zweiten Einsatz war auch ihre Mainzer B-Jugend-Trainerin samt einem Großteil des Teams angereist. Anfang November hatte Alicia Soffel in Lauda-Königshofen ihr erstes Spiel für die deutsche Handball-Nationalmannschaft der Mädchen bestritten. Die Partie gegen Frankreich endete 25:25. Alicia Soffel bekam zehn Minuten Einsatzzeit und warf ein Tor. Zwei Tage später unterlag die DHB-Auswahl in Mosbach dem französischen Team 20:22, die Spielerin der FSG Mainz/Budenheim war zweimal erfolgreich. "Sie war in diesem Kader von 16 Spielerinnen sicher nicht unter den acht Schlechtesten", sagte Agnes von Römer, die Trainerin der FSG-B-Jugend.

    Alicia Soffel (links) ist eine feste Größe im Zweitliga-Team der FSG Mainz 05/Budenheim. Die 16-Jährige aus Meisenheim hat im November ihr Debüt in der deutschen Mädchen-Nationalmannschaft gegeben. Foto: Eva Willwacher
    Alicia Soffel (links) ist eine feste Größe im Zweitliga-Team der FSG Mainz 05/Budenheim. Die 16-Jährige aus Meisenheim hat im November ihr Debüt in der deutschen Mädchen-Nationalmannschaft gegeben.
    Foto: Eva Willwacher

    Geboren wurde Alicia Soffel in Meisenheim, aufgewachsen ist sie unweit entfernt davon in Raumbach. Der Handball wurde ihr quasi ins Kinderbett gelegt. Ihr Vater Markus Soffel trat lange für die erste Mannschaft des SSV Meisenheim an, war zeitweise auch deren Spielertrainer. "Papa war ein ganz schöner Handball-Freak", sagt die 16-Jährige. "Er hat mich immer mit in die Halle genommen. Irgendwann bin ich dann auch ins Training gegangen." Da war Alicia sechseinhalb Jahre alt.

    Bis zu ihrem zweiten C-Jugend-Jahr blieb Alicia Soffel beim SSV. Dann wechselte sie zu den SF Budenheim. "Eigentlich hätte ich schon früher wechseln können", sagt die 16-Jährige. "Ich war schon mal in einem Probetraining in Budenheim gewesen, habe das aber abgebrochen. Die Trainerin hat aber weiter intensiv um mich geworben. Da hat Papa gesagt, ich soll es probieren." Jene Trainerin war schon damals Agnes von Römer. "Alicia ist schon mit sehr guten Anlagen nach Budenheim gekommen", sagt von Römer. "Eine Shooterin war sie schon immer, die körperlichen Voraussetzungen hat sie auch mitgebracht. Hier hatte sie die besseren Mitspielerinnen."

    In ihrer ersten Saison bei den Sportfreunden spielte Alicia Soffel in der C-Jugend-Rheinhessenliga und parallel dazu in der B-Jugend-Oberliga. "Das ist ihr gut bekommen", sagt von Römer. "Sie hatte stärkere Gegnerinnen und wurde stärker gefordert." Verbunden war das auch mit einer höheren Trainingsintensität. Dazu kamen noch Sondereinheiten im Verein und in verschiedenen Auswahlteams.

    Zu diesem Zeitpunkt lebte Alicia Soffel noch bei Meisenheim und besuchte dort das Paul-Schneider-Gymnasium. Nach Budenheim fuhr sie mit Bus und Bahn. "Das hat sie selbst mit unheimlich viel Selbstdisziplin organisiert", sagt die Trainerin. "Sie hat ihre Schulaufgaben im Zug gemacht. Ich habe schon viele Spielerinnen gesehen, aber so ein Einsatz ist selten. Das ist schon außergewöhnlich."

    In Meisenheim trat Alicia Soffel auch noch einmal an. Allerdings mit der Budenheimer C-Jugend gegen den SSV. "Irgendwie war es komisch, weil wir ja jahrelang zusammengespielt hatten", erzählt die 16-Jährige. "Ein bisschen taten mir die Meisenheimer Mädels leid. Andererseits war es auch cool." Unnötig zu erwähnen, dass die Sportfreunde deutlich gewannen. "Einzelne meiner ehemaligen Mitspielerinnen sehe ich noch ab und zu", sagt Alicia Soffel. "Ich verstehe mich gut mit ihnen. Sie finden es toll, dass ich es so weit geschafft habe."

    Mit der Budenheimer B-Jugend wurde die Meisenheimerin in der vergangenen Runde Meister der Oberliga, der höchsten Klasse dieser Altersstufe. Dazu kamen einige Einsätze bei der A-Jugend der Sportfreunde in der Bundesliga. Seit Februar, als Alicia Soffel 16 wurde, darf sie auch bei den Frauen mitspielen. Sie absolvierte einige Partien in der Rheinhessenliga.

    Im Sommer änderte sich einiges. Alicia Soffel schloss das zehnte Schuljahr im PSG ab, wechselte dann an die IGS Mainz-Bretzenheim. Sie zog zu einer handballbegeisterten Familie in Budenheim. "Es war eine große Umstellung", räumt die 16-Jährige ein. "Mir fiel es nicht leicht. Die Familie hat mich aber sehr gut aufgenommen." Auch in der neuen Schule musste sie sich erst zurechtfinden. Zudem hatten sich vor der neuen Runde die SF Budenheim mit dem FSV Mainz 05 zur FSG zusammengeschlossen. Zunächst war Alicia für die zweite Vertretung, das Oberliga-Team, vorgesehen. Dann durfte sie gleich beim Aushängeschild der FSG in der zweiten Bundesliga antreten. Sie ist dort mit Abstand das Nesthäkchen. Die zweitjüngste Spielerin ist drei Jahre älter. "Dass ich die Chance bekommen habe, zweite Liga zu spielen, finde ich ziemlich cool", sagt Alicia Soffel.

    Ihr neuer Frauentrainer Thomas Zeitz - er löste vor Kurzem den glücklosen André Sikora-Schermuly ab - hält große Stücke auf seinen Youngster. "Alicia ist in der Lage, in der zweiten Bundesliga Akzente zu setzen", sagt Zeitz. "Sie hat für ihr Alter eine enorme Präsenz und einen starken Wurf. Sie hilft uns. Ich freue mich total, mit ihr zusammenarbeiten zu können, weil sie eines der größten Talente ist, die es in dieser Gegend gibt." Allerdings warnt der Trainer auch davor, die junge Spielerin zu verheizen oder zu hohe Erwartungen an sie zu stellen. "Man darf sie nicht überfrachten und sie zur Leistungs- oder Hoffnungsträgerin hochstilisieren", sagt Zeitz. "Sie hat alle Möglichkeiten, die auch noch etwas weiter gehen können. Aber ab und zu muss man auf die Bremse treten." Deswegen strich er sie aus dem Aufgebot für die Partie in Herrenberg am vergangenen Samstag. Alicia Soffel laborierte an einer Fußverletzung, hätte aber gerne trotzdem gespielt. "Wir haben gesagt: Nimm dir mal eine Pause", erläutert der Trainer. "Darauf muss man in dem Alter achten. Sie braucht ihre Leichtigkeit, um sich zu entwickeln. Deshalb muss ich sie ab und zu wieder herausnehmen." Es war erst das zweite Zweitliga-Spiel, das die 16-Jährige verpasst hat. Nach Herrenberg ist sie trotzdem gefahren. Um ihre Teamkolleginnen anzufeuern.

    Es gibt eigentlich keinen Tag in der Woche, an dem Alicia Soffel nicht Handball spielt. Montags, mittwochs und donnerstags trainiert sie bei den Frauen, dienstags und freitags bei der B-Jugend. Am Wochenende stehen dann meist zwei Spiele an, manchmal samstags zwei, manchmal verteilt auf Samstag und Sonntag. "Die Belastung ist schon ziemlich hoch", sagt die 16-jährige Rückraumspielerin. "Die Teilnahme am Dienstag ist mir freigestellt,aber ich gehe trotzdem hin, weil das B-Jugend-Training nicht so hart ist und ich dann meine Mädels sehen kann. Manchmal wünschte ich mir schon, dass die Belastung weniger groß ist. Aber ich bekomme das schon hin." Dazu kommt natürlich auch noch die Schule. Aber ganz ohne Freizeit abseits des Handballs muss sie nicht auskommen. "Ich mache schon Einiges mit meinen Freunden", sagt die Zweitliga-Spielerin. "Die Zeit finde ich schon. Die richten sich nach mir."

    Im März vergangenen Jahres meldete sich der DHB erstmals bei Alicia Soffel. Doch als sich die junge Spielerin aus der Rheinland-Pfalz-Auswahl abmeldete ("ich bin mit den Trainern nicht klargekommen"), wurde sie aus dem Aufgebot gestrichen. "Der Nationaltrainer hat sich bei Papa gemeldet und gesagt, dass sie mich weiter beobachten werden und mich auch wieder einladen", erzählt die 16-Jährige. Mittlerweile spielt sie auch wieder in der Landsauswahl - unter neuen Trainern. Anfang November kam dann die nächste DHB-Einladung. Zunächst stand Soffel nur auf der Warteliste, wurde dann aber nachnominiert. So kam sie zu ihren ersten beiden Einsätzen im Nationalteam. Die nächste Einladung für den Lehrgang vom 14. bis 17. Dezember in Kienbaum liegt schon vor. Vielleicht kann Alicia Soffel noch auf den Zug zur WM im nächsten Jahr in der Slowakei aufspringen.

    Agnes von Römer traut ihr Vieles zu. "Ihr fällt alles leicht, wenn sie sich emotional aufgehoben fühlt", sagt die B-Jugend-Trainerin. "Wenn es mit den Leuten stimmt, fühlt sie sich wohl. Dann entwickelt sie Ehrgeiz. Wenn sie in der Nationalmannschaft unbedingt wollte, hätte sie gar nicht so schlechte Aussichten. Aber auch da muss sie sich wohlfühlen." Von unserem Mitarbeiter Gert Adolphi

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