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Montabaur

Das Deutsche Sportabzeichen ist fit für die Zukunft

Das Deutsche Sportabzeichen (DSA) hat einen runden Geburtstag hinter sich und wurde mit einigen Neuerungen zukunftsfähig gemacht. Wir sprachen mit Albrecht Gehlbach, dem Vorsitzenden des Sportkreises Westerwald, über die Bedeutung, Geschichte und Hintergründe des bedeutendsten deutschen Fitness-Ordens.

Der Sportkreisvorsitzende Albrecht Gehlbach wirbt aus voller Überzeugung für das Deutsche Sportabzeichen, das erfolgreichste Auszeichnungssystem für alle Breitensportler.  Foto: Gernot Tille
Der Sportkreisvorsitzende Albrecht Gehlbach wirbt aus voller Überzeugung für das Deutsche Sportabzeichen, das erfolgreichste Auszeichnungssystem für alle Breitensportler.
Foto: Gernot Tille

Herr Gehlbach, das Deutsche Sportabzeichen wurde im vergangenen Jahr 100 Jahre alt. Ist es noch zeitgemäß?

Das DSA ist das bedeutendste und erfolgreichste Auszeichnungssystem außerhalb des Wettkampfsports. Es wird vom Deutschen Olympischen Sportbund für überdurchschnittliche und vielseitige körperliche Leistungsfähigkeit verliehen. Es hat sich in 100 Jahren den Ruf der Unbestechlichkeit, der Attraktivität und der Seriosität erworben und erhalten. Seine Vitalität ist ungebrochen. Inzwischen haben sogar die Krankenkassen entschieden, das DSA in ihr Bonussystem für ihre Versicherten einzubinden.

Zum 100-jährigen Bestehen wurde das DSA grundlegend überarbeitet. Warum war dies notwendig?

In den beiden letzten Jahrzehnten hatte eine Vielzahl von Anpassungen und Überarbeitungen dazu geführt, das Profil des DSA zu verwässern. Durch die Aufnahme neuer Sportarten wurde es überladen und unübersichtlich.

Was hat sich geändert?

Der Leistungskatalog wurde deutlich gestrafft und aufgrund seiner Ausrichtung an den vier motorischen Grundfähigkeiten Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination auf vier entsprechende Disziplingruppen reduziert. Zusatzangebote wurden gestrichen. Der Nachweis der Schwimmfertigkeit wurde ausgegliedert und neu strukturiert. Er bleibt obligatorische Voraussetzung für den Erwerb des DSA.

Ebenfalls neu ist die Einführung der Leistungsstufen Bronze, Silber und Gold. Weiterhin wurden die Altersklassen ergänzt. Die Altersklasse ab 80 wurde ersetzt und erweitert durch die Stufen 80 bis 84, 85 bis 89 und ab 90 Jahre. Im Kinderbereich kam die Altersklasse 6/7 Jahre hinzu. Im Erwachsenenbereich gibt es jetzt durchgängig einen Fünf-Jahres-Zyklus in den Altersklassen 20 bis 24, 25 bis 29, 30 bis 34 und so weiter.

Welche Sportarten sind im neuen Leistungskatalog vertreten?

Die vorhin genannten vier motorischen Grundfähigkeiten werden in den vier Kernsportarten Leichtathletik, Radfahren, Schwimmen und Gerätturnen geprüft. Dabei wurde Wert gelegt auf Überprüfbarkeit anhand objektiver Kriterien und Umsetzbarkeit der Prüfungen. Der Leistungskatalog sollte einfach, klar und übersichtlich werden.

Wie sieht also beispielsweise der Leistungskatalog im Bereich Ausdauer aus?

Der Sportabzeichen-Aspirant kann wählen zwischen 3000 m-Lauf, 10 km-Lauf, 7,5 km Walking, Schwimmen (800 m, 400 m, 200 m je nach Alter) oder 20 km Radfahren. Es gibt also fünf Einzeldisziplinen, eine davon muss absolviert werden.

Wie wurden die Leistungsanforderungen ermittelt?

Das war zeitaufwändig und schwierig. Im ersten Schritt wurden die Leistungskurven der vier motorischen Grundfähigkeiten im Verlauf der Lebensspanne definiert durch Sichtung der Literatur zu Daten und Normwerten. Ebenso half eine groß angelegte Studie in Zusammenarbeit mit den DSA-Prüfern. Aus diesem Datenpool wurden dann die Werte für das jeweilige Geschlecht und die Altersstufe berechnet und dreistufig gegliedert. Die Leistungsstufe Bronze gilt für einen fitnessorientierten Freizeitsportler. Gold soll erst durch kontinuierliches Training erreichbar sein.

Wann wird das DSA in Bronze, Silber und Gold vergeben?

Die erreichten Leistungen werden mit Punkten vergeben, Bronze = 1 Punkt, Silber = 2 Punkte, Gold = 3 Punkte. In jedem Bereich muss mindestens die Bronze-Bedingung erreicht werden. Das Bronze-Abzeichen gibt es dann mit vier bis sieben Punkten, Silber mit acht bis zehn Punkten und Gold mit elf und zwölf Punkten.

Wo kann ich denn das Sportabzeichen machen?

Ich schätze, dass es rund 30 Vereine im Westerwaldkreis anbieten, bei ihnen für das Sportabzeichen zu trainieren und die Prüfung abzulegen. Die genaue Zahl kenne ich allerdings nicht. Es empfiehlt sich, auf der Internet-Seite des Sportbundes Rheinland unter www.sportbund-rheinland.de nach Sportabzeichentreffs zu suchen. Über den Button "Sport für alle" findet man "Sportabzeichen" und dann "Sportabzeichen-Treffs".

Nimmt das Schwimmen eine Sonderstellung ein?

Ja, eigentlich schon. Einige Verbände wollten die Sportart Schwimmen beim Deutschen Sportabzeichen streichen. Aber das wäre ein völlig falscher Ansatz. Wie wollen wir den Kommunen in Zeiten klammer Kassen klar machen, dass es sich lohnt, Schwimmbäder weiter in Betrieb zu halten, wenn wir auf der anderen Seite hingehen und diese Sportart beim DSA für verzichtbar erklären? Das passt nicht zusammen. Schwimmen als Kulturtechnik bleibt obligatorischer Bestandteil. Für den Nachweis der Schwimmfertigkeit gibt es künftig vier Varianten: Ablegen einer Schwimmdisziplin aus den Gruppen Ausdauer oder Schnelligkeit, 15 Minuten Dauerschwimmen, 200 m Schwimmen in maximal elf Minuten oder durch Vorlage des Deutschen Rettungsschwimmabzeichens.

Wie schätzen Sie die Bedeutung der Aktion der Kreissparkasse Westerwald " 5000 Sportabzeichen für den Westerwald" ein?

Für die Förderung des Breitensports, insbesondere des Sportabzeichens, ist dies eine ganz besondere Initiative der Kreissparkasse, und dafür bin ich ihr sehr dankbar. Pro erfolgreich abgelegtem Sportabzeichen erhalten alle Vereine und Schulen des Kreises zehn Euro. Damit kann man die Vereinskasse ein wenig auffüllen oder neue Sportgeräte anschaffen. Bis zum 12. Dezember müssen Name, Vorname und Anschrift der erfolgreichen Athleten der KSK vorliegen. Diese beispielhafte Aktion unterstütze ich gerne und versuche intensiv, Schulen und Vereine dafür zu begeistern. Ich selbst lege schon seit meiner Jugendzeit das Sportabzeichen ab und bin auch Sportabzeichen-Prüfer. Bei Fragen helfe ich gerne weiter.

Das Gespräch führte

Christoph Gerhards

Z Weitere Information erteilt Albrecht Gehlbach, E-Mail: albrecht@gehlbach.de oder

Telefon 02662/6499

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