Kanuslalom: Hochwasser und Abreise eines Teamkollegen bremsen RKV-Talent bei Männer-Debüt
Kapriolen erschweren es Dietz – Turbulenter Auftakt für Bad Kreuznacher bei EM in Slowenien
Starke Bilanz: Joshua Dietz gewinnt beim Deutschland-Cup in Lofer drei von vier Rennen. Sein Bruder Enrico startet heute bei der EM. Foto: Steffen Dietz
Steffen Dietz

Turbulent geht es bereits zum Auftakt der Europameisterschaft im Kanuslalom der Frauen und Männer im slowenischen Tacen zu. Aufgrund Starkregens und Hochwassers wurde der Freitag ausgespart, die Wettkämpfe im Kajak-Cross vorgezogen, und die Qualifikation im Kajak-Einer am Samstag auf einen Lauf reduziert, das Halbfinale sogar ganz gestrichen.

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Viele Jahre vertrat Ricarda Funk vom KSV die Nahe bei Großereignissen. Sie fehlt in diesem Jahr aber wegen der Olympia-Vorbereitung, den Bad Kreuznacher Part übernimmt Enrico Dietz vom RKV. Nach seinen starken Vorstellungen bei der nationalen Qualifikation erhält der beste deutsche U23-Fahrer eine Bewährungschance bei den Männern. Der 18-jährige bekommt die Möglichkeit, Erfahrung zu sammeln und sich mit europäischen Spitzenathleten zu messen.

„Ich kann nur gewinnen, mindestens ganz viel Erfahrung“, sagt Dietz gut gelaunt und ergänzt: „Die Strecke ist sehr eigen, mit einem großen Abfall gleich zu Beginn, wo man mit viel Geschwindigkeit in die Strecke saust. Das macht Spaß und fordert die Konzentration.“ Der veränderte Modus macht es für den Newcomer nicht einfacher: Statt zweier Qualifikationsläufe und eines Halbfinals haben alle Starter wegen des Hochwassers nur eine Möglichkeit, sich für das Finale der besten Zwölf zu qualifizieren. Weiteres Pech für Dietz: Ihm geht die Möglichkeit durch die Lappen, um eine Teammedaille zu fahren, da Hannes Aigner aufgrund eines Infekts Tacen wieder verlassen musste – noch so eine EM-Turbulenz.

Deutschland-Cup auf der Saalach

Während sich die deutsche Nationalmannschaft schon in Slowenien befand, bestritt eine Bad Kreuznacher Delegation aus RKV und KSV die ersten beiden von insgesamt sechs Läufen des Deutschland-Cups auf der Saalach in Lofer. Erfolgreichster KH-Athlet war Joshua Dietz (RKV). Von vier Läufen (je zwei Qualifikationen und Finals) gewann er drei.

Am ersten Wettkampftag distanzierte er die Konkurrenz um 2,09 Sekunden. Damit verbesserte er seine Zeit um 1,7 Sekunden zum Vorlauf. Am Folgetag entschied er erneut den Qualifikationslauf für sich – nun mit 3,71 Sekunden Vorsprung. Im Finallauf im oberen Streckenabschnitt riskierte er die Befahrung einer Torkombination und fuhr einen kleinen Fehler, der ihn knapp 2,5 Sekunden kostete. Damit landete er mit 1,11 Sekunden Rückstand auf Rang zwei. „Die Saalach ist ein Naturfluss mit wechselnden Bedingungen. Man muss sich darauf einstellen und schnell reagieren. Von der Streckenbegehung bis zum Lauf kann sich noch einiges ändern, da spielte mir die Erfahrung in die Karten. Ärgerlich der Lapsus, aber so ist Kanuslalom, und es bleibt spannend. Ich gehe so als Führender in den zweiten Teil des Deutschland-Cups im tschechischen Roudnice.“, zeigte sich der RKV-Kanute zufrieden, der kurz vorm Wettkampf seinen 24. Geburtstag feierte.

Die weiteren Bad Kreuznacher Athleten der Leistungsklasse vom KSV, Tom Pahl und Simon Schiel, konnten sich am ersten Tag auf den Plätzen elf und zwölf einreihen. Am zweiten Tag gelang Tom Pahl der Sprung ins A-Finale, wo er Platz acht belegte. „Nachdem ich zum Auftakt knapp am A-Finale gescheitert war, kam ich am zweiten Tag mit der neuen, flüssigeren Strecke noch besser zurecht und konnte mich im Finallauf sogar noch um einen Platz verbessern“, freute sich Pahl. Schiel belegte Platz 14.

Lemler bestätigt gute Form

Die U18-Kanuten des KSV, Anton Bloch und Tarek Lemler, Pascal Roth und Jan Zinner konnten sich nicht in die Top Ten platzieren. Im ersten B-Finallauf erreichte Lemler mit Gesamtplatz 14 die beste Platzierung des Quartetts, Bloch folgte auf Rang 19, Zinner auf 31, Roth auf 50. An Tag zwei bestätigte Lemler seine gute Form und erreicht wieder den 14. Platz. Bloch folgte auf dem 22. Rang, Zinner wurde 48., Roth nahm Rang 64 ein.

Bei den weiblichen Teilnehmern qualifizierte sich Viviana Fiedler am ersten Wettkampftag souverän für das A-Finale, während Milena Nikitina und Helena Darm ins B-Finale rutschten. Fiedler verbesserte sich trotz sechs Strafsekunden auf Platz fünf, Nikitina belegte Rang 25, Darm kam auf Rang 32. Am zweiten Wettkampftag scheiterte Viviana Fiedler am A-Finale. Im B-Finale bestätigte sie Platz 14, während Darm Rang 20 und Nikitina Rang 30 erreichten. red

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