Archivierter Artikel vom 29.04.2019, 14:10 Uhr
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Wiesbaden

Paul Richter trauert dem vergebenen Matchball nach

Wer weiß, welche Fortsetzung das Wochenende für Paul Richter genommen hätte, wenn er am Samstagvormittag kurz vor 11 Uhr in der schmucken Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit in Wiesbaden den 20. Ballwechsel des vierten Satzes für sich entschieden hätte. Der 17-jährige Tischtennisspieler lag gegen Sebastian Hegenberger mit 10:9 in Führung – noch einen Punkt setzen, und der Oberligaspieler des TuS Weitefeld-Langenbach hätte bei der deutschen Jugend-Meisterschaft in der Gruppenphase einen Einstand nach Maß geschafft. Die Überraschung zum Greifen nah, glitt ihm diese dann aber doch noch aus den Fingern gegen den 15. des Top-24-Turniers von 2018. Richter konnte den Matchball nicht nutzen, kassierte den Satzausgleich und im entscheidenden Durchgang eine bittere Niederlage. „Das war ärgerlich, aber eigentlich habe ich sehr gut gespielt“, ärgerte sich Richter lediglich über das Ergebnis. Ein Sieg gegen den Hilpoltsteiner, und der Westerwälder hätte alle Chancen auf den kaum für möglich gehaltenen Einzug ins Achtelfinale gehabt. Umso mehr trauerte er dem nicht genutzten Matchball nach. Durch die Niederlage kündigte sich das vorzeitige Aus nach drei Partien jedoch bereits an. Dass gegen Tom Mykietyn, den Fünften des Bundesranglistenfinales, nichts zu holen sein wird, wusste Richter bei aller Zuversicht schon vor dem ersten Aufschlag. Zu stark ist der im Düsseldorfer Tischtennis-Internat beheimatete Jugendnationalspieler von der TG Neuss. „In dieser Partie gab es für mich nichts zu holen“, sagte Richter zu seiner 0:3-Niederlage gegen Mykietyn, der erst im Viertelfinale gegen den späteren Titelträger Kay Stumper ausschied. Im dritten und letzten Vorrundenspiel erreichte das Weitefelder Talent nicht mehr sein eigentliches Potenzial, sodass er gegen Schüler-Nationalspieler Karl Zimmermann von der SG Blau-Weiß Reichenbach sang- und klanglos mit 0:3 unterlag. „Im letzten Spiel war ich ziemlich unsicher und als Folge daraus auch nicht mehr gut“, fand der Südwestdeutsche Jugendmeister deutliche Worte.

Von René Weiss Lesezeit: 2 Minuten