Archivierter Artikel vom 27.09.2015, 20:43 Uhr
Mülheim

Mülheim trifft kurz vor Abpfiff

Im zweiten Heimspiel dieser Handball-Oberligasaison kam der TV 05 Mülheim nicht über ein 32:32 (17:15)-Unentschieden gegen die TSG Friesenheim II hinaus. Nur ein Kraftakt in den letzten zehn Minuten des Spiels verhinderte eine Mülheimer Niederlage im Schul- und Sportzentrum.

Max Zerwas (am Ball) ließ seinen TV 05 Mülheim mit seinem Ausgleichstreffer drei Sekunden vor dem Ende gegen die TSG Friesenheim II jubeln. Foto: Wolfgang Heil
Max Zerwas (am Ball) ließ seinen TV 05 Mülheim mit seinem Ausgleichstreffer drei Sekunden vor dem Ende gegen die TSG Friesenheim II jubeln.
Foto: Wolfgang Heil

Fast schon traditionell kommt der TV 05 Mülheim mit der Favoritenrolle nicht gut klar. Im Heimspiel gegen die Bundesliga-Reserve sollten zwei Punkte für die Sieben von Trainer Hilmar Bjarnason her, aber Mülheim offenbarte früh Abstimmungsprobleme in der Defensive. „Vermeintlich schwächere Mannschaften unterschätzen wir ganz gerne. So war es auch wieder gegen die TSG. In dieser Liga musst du über die gesamte Spieldistanz konzentriert sein, sonst reicht es einfach nicht“, weiß Bjarnason.

Offensiv gefiel das Spiel der Hausherren, immer wieder wurde eine Lücke gefunden. Dieselben aber offenbarte der TV 05 in der Deckung. Die Ludwigshafener „Eulen“ hatten wenig Mühe, dranzubleiben. So ging es im Gleichschritt durch die erste Hälfte. Für die Zuschauer auch gut anzusehen, denn es fielen viele Tore auf beiden Seiten. Über 4:4 und 8:8 bis hin zum 11:11. In der Schlussphase des ersten Durchgangs schien Mülheim langsam die Oberhand gewinnen zu können. Die Bjarnason- Sieben setzte sich auf 16:13 ab, mit 17:15 ging es schließlich in die Kabinen.

Die Gäste starteten den zweiten Durchgang mit drei Toren in Folge. Die Mülheimer Schlussoffensive der ersten Hälfte war verpufft, und es kam noch schlimmer. Zwar konnte Mülheim beim 20:20 noch einmal ausgleichen, aber die TSG schaffte schnell eine erneute Führung, die sie kontinuierlich ausbaute. Beim 23:28 war Mülheim mit dem Rücken zur Wand. Alle Wechsel und Formationsänderungen bewirkten keine Besserung. Plötzlich aber ging ein Ruck durch die Mannschaft. Mülheim wirkte ab der 50. Minute wesentlich konzentrierter und trug den Rückstand nun Tor um Tor wieder ab. Beim 30:30, knapp zwei Minuten vor dem Ende, war die Partie wieder offen. Besonders Andreas Reick und Rechtsaußen Martin Langen hatten großen Anteil an dieser Aufholjagd. Mülheim legte jetzt vor, die Gäste zogen direkt nach. 60 Sekunden vor dem Ende war Mülheim wieder im Vorwärtsgang. Tim Brandscheidt unterlief aber ein Ballverlust, den die Pfälzer zum 32:31 nutzen konnten. Mülheim setzte alles auf eine Karte, ersetzte den Torwart durch einen siebten Feldspieler, und Max Zerwas erlöste seine Mannschaft und die Anhänger drei Sekunden vor dem Ende mit dem erneuten Ausgleich.

„Wir müssen damit zufrieden sein. Positiv ist, dass wir den Rückstand aufgeholt haben. Eigentlich dürfen wir aber gar nicht erst in diese Situation kommen. Insgesamt können wir mit unserer Bilanz aus den ersten vier Saisonspielen aber zufrieden sein“, sagte Bjarnason.

Mülheim: Zelter, Winkel; Freimuth, Zerwas (4), Dahmen (2), Helf (3), Vigt (3), Langen (6), Nauroth (5), Glaubez, Exenberger, Schwenzer, Reick (9), Brandscheidt.

Von unserem Mitarbeiter

Lutz Klattenberg