Gruppe H bei Fußball-WM
Weiter beim WM-Debüt: Kap Verde schafft Sensation
WM 2026 - Kap Verde - Saudi-Arabien
In Houston entwickelte sich ein umkämpftes Spiel ums Weiterkommen.
Ashley Landis. DPA

Im Spiel der Außenseiter haben sowohl Kap Verde als auch Saudi-Arabien die Chance aufs Weiterkommen. Das bringt zwar Spannung - aber kein ansehnliches Spiel. Am Ende jubelt der kleine Inselstaat.

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Houston (dpa) – Der kapverdische WM-Traum ist noch lange nicht ausgeträumt. Die Auswahl des kleinen Inselstaates zog durch ein zerfahrenes 0:0 gegen Saudi-Arabien bei ihrer ersten Teilnahme sensationell in die K.-o.-Runde ein. Gegner in einer Woche in der deutschen Nacht auf den 4. Juli in Miami ist Titelverteidiger Argentinien und sein Superstar Lionel Messi. Saudi-Arabien beendet das Turnier hingegen als Letzter der Gruppe H.

Zwar stand für beide Teams das Weiterkommen auf dem Spiel – in der Anfangsphase passierte aber erst einmal nichts. Sichtlich zurückhaltend und teils nervös tasteten sich die Mannschaften ab. Auf die ersten Torchancen warteten die Zuschauerinnen und Zuschauer lange. Ein kleiner Block saudi-arabischer Fans machte mit Trommel und Gesang durchgehend Stimmung. Der Rest im Stadion schien die Anspannung der Spieler zu teilen.

Traumreise von Kap Verde

Das kapverdische Team hatte – unabhängig vom Ergebnis – historische Tage hinter sich. Der WM-Debütant hatte sowohl Mitfavorit Spanien (0:0) als auch Uruguay (2:2) jeweils ein Unentschieden abgetrotzt – und praktisch nebenbei Tausende Fanherzen erobert. Kap Verdes vor dem Turnier in der größeren Fußballwelt unbekanntem, 40 Jahre altem Torwart Vozinha folgen in den sozialen Medien mittlerweile Millionen Menschen. Auf der Tribüne fieberte seine Mutter mit.

Saudi-Arabien wirkt dagegen wie ein WM-Veteran. Die Auswahl von Trainer Georgios Donis war mit dem großen Ziel angereist, erstmals seit 1994 die K.-o.-Runde zu erreichen. In Houston schloss das Team aber an die eher überschaubare Leistung beim 0:4 zuletzt gegen Spanien an. Nach der Trinkpause der ersten Halbzeit, die im heruntergekühlten Stadion von Buh-Rufen begleitet wurde, kam die Sorge um Innenverteidiger Hassan Al-Tambakti hinzu, der nach minutenlanger Behandlung ausgewechselt werden musste.

Wenn einer Mannschaft im Anschluss unbedingt ein spielerisches Übergewicht hätte zugeschrieben werden müssen, dann eher Kap Verde. Die Auswahl von Trainer Pedro Leitão Brito, der Bubista genannt wird, kam zumindest dem gegnerischen Strafraum immer mal wieder nahe. Ein Schuss von Willy Semedo ging am Tor vorbei (42.). Als die spanische Führung im Parallelspiel auf der Videowand bekanntgegeben wurde, ging ein Raunen durch das Stadion – Kap Verde war zu diesem Zeitpunkt als Gruppenzweiter weiter.

Wem gelingt ein Tor?

Kurz nach dem Wiederanpfiff hätte Jamiro Monteiro für noch mehr Sicherheit sorgen können. Sein Abschluss schon im Strafraum geriet aber zu schwach und in die Arme von Torwart Mohammed Al-Owais (48.). Der eingewechselte Laros Duarte vergab eine noch viel bessere Gelegenheit nach einem Konter (74.). Auch Wagner Pina (86.) und Nuno da Costa (90.+6)verpassten ein längst verdientes 1:0 (86.).

Dabei war es eigentlich Saudi-Arabien, denen die Zeit davon lief. Ein Tor fehlte zu diesem Zeitpunkt, um auf Platz zwei zu springen. Doch dafür tat das Team bis auf eine Gelegenheit in der Nachspielzeit (90.+2) viel zu wenig.

© dpa-infocom, dpa:260627-930-292683/1

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