Nach WM-Blamage
Matthäus an Nagelsmann: Keine Abfindung «wäre Manns genug»
Lothar Matthäus
Lothar Matthäus rechnet nach der WM-Blamage mit Bundestrainer Nagelsmann ab. (Archivbild)
Tom Weller. DPA

Rekordnationalspieler Matthäus watscht Noch-Bundestrainer Nagelsmann nach dem WM-Debakel ab. Die Debatte um eine mögliche Abfindung wertete der Ex-Profi als Charakterfrage.

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München (dpa) – Nach der deutschen WM-Blamage hat Lothar Matthäus den Bundestrainer Julian Nagelsmann mit heftigen Worten zum Rücktritt und Verzicht auf eine Abfindung aufgefordert. Der Rekordnationalspieler sagte bei «Bild» unter Verweis auf Trainer wie Ronald Koeman aus den Niederlanden, der nach dem WM-Aus zurücktrat: «Ich weiß nicht, warum Julian Nagelsmann nicht den Charakter hat und einsieht, dass er mit dieser Mannschaft keine Zukunft hat.» Nagelsmann habe kommunikativ vor dem Turnier in Amerika und dann auch taktisch in den Partien große Fehler gemacht, sagte Matthäus.

Der Bundestrainer steht deshalb kurz vor dem Aus. Laut «Bild» war Nagelsmann nur einen Tag nach seiner Rückkehr nach Deutschland zu einer dreistündigen Krisensitzung mit den Bossen des Deutschen Fußball-Bundes nach Frankfurt zitiert worden; dem 38-Jährige sei dabei der Rücktritt nahegelegt worden. Die «Frankfurter Rundschau» meldet, noch in dieser Woche soll seine Ablösung fix werden. Vom Verband gab es zunächst keinen Kommentar dazu.

Matthäus: Abfindungs-Thema ist Charaktersache

In der Debatte um eine möglicherweise millionenschwere Abfindung für Nagelsmann, dessen Vertrag eigentlich noch bis 2028 läuft, meinte Matthäus: «Charaktersache ist: „Ich habe es nicht geschafft. Der DFB hat mir vertraut. Ich habe die Fans enttäuscht, ich habe die Spieler enttäuscht, ich trete zurück.“ Das wäre jetzt Manns genug zu sagen: Das war's! Und ich würde mich schnellstmöglich nicht auf eine XXL-Abfindung konzentrieren, sondern versuchen, das alles aufzuarbeiten und in Zukunft besser zu machen.»

Der Weltmeister von 1990 führte auch die Unerfahrenheit als einen Grund für die Enttäuschung auf. «Julian Nagelsmann denkt vielleicht, er hat alles richtig gemacht. Nein, seinem jungen Alter geschuldet war es einfach zu früh, auf diese Position zu kommen. Vielleicht kann er das in 10, 15 Jahren machen, wenn er mehr Erfahrung hat», sagte Matthäus.

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