Madrid (dpa) - Der denkwürdige Pk-Auftritt von José Mourinho hat Spaniens Presse an die einstigen Zeiten des Trainer-Stars bei den Königlichen erinnert. «Der alte Mourinho ist zurück», schrieb «Mundo deportivo» umgehend: «Es hat sieben Ligaspiele und ein Champions-League-Spiel gedauert, bis er wieder an den erinnerte, der Real Madrid 2013 verlassen hatte.»
Welche Rolle ein DIN-A4-Blatt spielte
Mourinho hatte in der Pressekonferenz nach der 1:2-Pleite von Real im brisanten Madrider Stadtduell bei Atlético heftig gegen die Referees gewettert - und das auf seine spezielle Weise. Bei der Frage nach dem Schiedsrichter hielt der 63-Jährige kurz inne, verschränkte die Arme und präsentierte dann ein DIN-A4-Blatt. Darauf abgebildet: zwei Spielszenen.
«Die Geschichte der Partie ist hier», sagte Mourinho, verzog leicht den Mund und hob die Augenbrauen. Es waren Fotos von Szenen, für die die beteiligten Spieler von Atlético die Rote Karte hätten bekommen müssen - so die Meinung des Portugiesen.
Der «arme Kerl»
Schiedsrichter Miguel Ángel Ortiz Arias und sein Gespann hatten das aber nicht so gesehen. Stattdessen hatte Reals Innenverteidiger Dean Huijsen wegen einer Notbremse Rot nach Videobeweis gesehen.
Der Schiedsrichterausschuss könne sich freuen, sagte Mourinho. «Denn das Ganze war sehr seltsam.» Ortiz Arias sei ein «armer Kerl», der mit dem Druck nicht klargekommen sei, befand der Coach, der vom Sommer 2010 an schon mal drei Jahre Real trainiert hatte und vor dieser Saison zu den Königlichen zurückkehrte.
Mourinhos «buddhistische Täuschung»
«Der altbekannte Mourinho ist wieder da: Schimpftirade gegen die Schiedsrichter, Liste der Missstände, Erklärungen für die Presse...», schrieb danach das Sportblatt «Marca». Und «Sport» befand: «Mourinho hat bereits die buddhistische Täuschung offenbart, mit der er nach 13 Jahren nach Madrid zurückgekehrt war.»
Nach dem totalen Debakel im Derby habe er «die alte Streitaxt gegen die Schiedsrichter wieder ausgegraben. Ein Mantra, das der weiße Club in den letzten Jahren genutzt hat, um seine verschiedenen Krisen zu verschleiern. Nebenbei griff er auf ein altes Requisit zurück: die Fotokopien», hieß es weiter bei «Sport».
In der Tabelle rutschte Real hinter dem verlustpunktfreien FC Barcelona und Atlético sowie Real Betis Sevilla auf Rang vier ab. Sechs Punkte trennen die Königlichen bereits von Platz eins.
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