Zenica (dpa) – Emotionaler Abschied für Edin Dzeko: Der 40 Jahre alte Stürmer vom Bundesliga-Aufsteiger FC Schalke 04 hat seine Auswahl-Karriere für Bosnien-Herzegowina nach dem 152. Länderspiel beendet. Beim 1:1 (0:0) im Nations-League-Duell mit Schweden führte Dzeko das Team ein letztes Mal als Kapitän auf das Feld. Nach 62 Minuten verließ er den Platz durch ein Spalier und begleitet vom tosenden Applaus der Fans.
Schon vor der Partie war der Stürmerstar in seiner Heimat gefeiert worden. In der bosnischen Metropole Sarajevo zierte seit dem Vortag ein riesengroßes Trikot mit Dzekos Rückennummer 11 und der Aufschrift «Danke Diamant» ein Gebäude in der Innenstadt. Am Spieltag selbst servierten etliche Restaurants ausnahmsweise elf statt zehn Cevapi – wie es seit Jahrzehnten Brauch ist.
Im Stadion von Zenica herrschte schon eine Stunde vor dem Anpfiff Gänsehaut-Atmosphäre, als die Zuschauer immer wieder Dzekos Namen skandierten. Und fast hätte es einen märchenhaften Abschied gegeben, denn in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit traf Dzeko zur vermeintlichen Führung. Doch der Treffer zählte nicht, weil der Ball zuvor bereits im Toraus gewesen war.
So blieb es bei 73 Länderspieltoren für Dzeko, der im Juni 2007 gegen die Türkei sein Debüt gegeben hatte. «Nichts in meiner Karriere ist mit dem Stolz zu vergleichen, den ich jedes Mal empfand, wenn ich dieses Trikot überzog», sagte Dzeko schon vor dem Anpfiff und ergänzte: «Für mein Land zu spielen, war das emotionalste Privileg, das mir der Fußball je beschert hat.»
WM-Teilnahmen als Highlights
Zweimal – 2014 und 2026 – war er mit Bosnien-Herzegowina bei der WM dabei. «Die zwei Weltmeisterschaften werden mir am meisten in Erinnerung bleiben. Das ist das Schönste, was mir und der Nationalmannschaft von Bosnien-Herzegowina je passiert ist», sagte Dzeko rückblickend.
Künftig werde er die Spiele der Nationalmannschaft als Fan verfolgen. Um die Zukunft des bosnischen Fußballs mache er sich keine Sorgen. «Ich bin mir sicher, dass die Spieler, die in der Nationalmannschaft bleiben, in meine Fußstapfen treten werden», sagte Dzeko.
Er hinterlasse die Mannschaft in guter Verfassung, «mit tollen Jungs, die mich gedrängt haben, länger zu bleiben. Sie sind nicht glücklich darüber, dass ich gehe; sie sind wie meine jüngeren Brüder», sagte Dzeko und versprach seinen bisherigen Teamkollegen zum Abschied: «Ich verlasse sie nur auf dem Spielfeld und sonst nirgendwo.»
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