Frankfurt/Main (dpa) – Spieltag der Entscheidungen in der Fußball-Bundesliga: In den letzten neun Partien der Saison treten alle 18 Mannschaften am Samstag um 15.30 Uhr zeitgleich an. Während die ersten drei Tabellenränge bereits sicher vergeben sind, bleibt es im Kampf um den Abstieg und die internationalen Ränge spannend. Mit diesen Konstellationen geht es in die letzten Entscheidungen:
Wer steigt ab?
Im Tabellenkeller kommt es unter drei Teams zum großen Showdown: Der VfL Wolfsburg, der 1. FC Heidenheim und der FC St. Pauli stehen punktgleich bei 26 Zählern. Am Hamburger Millerntor kommt es im direkten Duell zwischen St. Pauli und Wolfsburg zu einem echten Endspiel. Der Verlierer der Partie in Hamburg steigt definitiv in die 2. Bundesliga ab.
Der Sieger muss auf den 1. FC Heidenheim schauen: Gewinnt die Mannschaft von der Ostalb ihr Heimspiel gegen den FSV Mainz 05, würde das Torverhältnis über den Abstieg entscheiden. Ein Unentschieden zwischen Wolfsburg und St. Pauli würde bei einem Heidenheimer Sieg den Abstieg beider Nord-Clubs bedeuten.
Wolfsburg hat die beste Ausgangsposition (26 Punkte, -26 Tore) des abstiegsbedrohten Trios, Heidenheim und St. Pauli sind beim Torverhältnis gleichauf (jeweils 26 Punkte, -29 Tore). Die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt steht in der Tabelle aber vor den Hamburgern, weil sie mehr Tore in der Saison erzielt hat. Durch die Bilanz von sieben Punkten aus den letzten drei Spielen und die überraschende Rückkehr in den Kampf um den Klassenverbleib könnten die Heidenheimer auch einen psychologischen Vorteil haben.
Wer qualifiziert sich für die Champions League?
Wegen des besseren Torverhältnisses hat der VfB Stuttgart (61 Punkte, +22 Tore) die beste Ausgangslage, um in der kommenden Saison die vierte deutsche Champions-League-Mannschaft zu werden. Ein Auswärtssieg in Frankfurt würde im Fernduell mit der TSG 1899 Hoffenheim (61 Punkte, +17 Tore) vermutlich für Tabellenrang vier reichen. Die Hoffenheimer müssten mit einem Sieg in Mönchengladbach fünf Tore auf Stuttgart aufholen.
Verlieren sowohl Hoffenheim als auch Stuttgart ihre Auswärtsspiele, könnte Bayer Leverkusen (58 Punkte, +21 Tore) mit einem Heimsieg gegen den Hamburger SV sogar noch an den beiden Teams aus Baden-Württemberg vorbeiziehen. Spielen der VfB und die TSG unentschieden, sichert sich Stuttgart den vierten Rang. Verliert Stuttgart, reicht Hoffenheim für die Champions-League-Qualifikation ein Unentschieden. Den fünften Königsklassen-Platz über die Tabelle kann sich die Bundesliga über die UEFA-Wertung rechnerisch nicht mehr sichern, der SC Freiburg könnte aber durch den Gewinn der Europa League zusätzlich in die Champions League einziehen.
Wer qualifiziert sich für die Europa League?
Die beiden Verlierer des Dreikampfs zwischen Stuttgart, Hoffenheim und Leverkusen landen auf den zwei Europa-League-Rängen fünf und sechs. Für die genaue Vergabe der Startplätze ist auch das Abschneiden der Stuttgarter im DFB-Pokalfinale gegen Meister FC Bayern München entscheidend.
Wer sichert sich den Platz für die Conference League?
Der nächste Dreikampf: Der SC Freiburg (44 Punkte, -9 Tore), Eintracht Frankfurt (43 Punkte, -4 Tore) und der FC Augsburg (43 Punkte, -12 Tore) können sich noch für den dritten europäischen Wettbewerb qualifizieren. Nur die Mannschaft auf Platz sieben schafft es in die Conference League. Gewinnt Freiburg die Europa League und beendet die Tabelle auf Rang sieben, stellt die Bundesliga in der kommenden Saison keine Mannschaft in der Conference League. Der Qualifikationsplatz würde in diesem Fall also nicht an den achten Rang weitergegeben werden.
Gewinnt Freiburg die Europa League, rutscht in der Tabelle aber noch auf Rang acht oder neun, würde sich der neue Tabellensiebte aus Frankfurt oder Augsburg für die Conference League qualifizieren – und acht Bundesliga-Teams spielen in europäischen Wettbewerben. Gewinnt Freiburg nicht gegen Leipzig, hat Frankfurt als erster Verfolger die besten Karten, weil das Team das deutlich bessere Torverhältnis hat.
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