Köln (dpa) - Bayer Leverkusen hat in einem hitzigen rheinischen Derby beim 1. FC Köln zurück in die Erfolgsspur gefunden. Die Mannschaft von Trainer Carles Martínez setzte sich in der Fußball-Bundesliga beim Nachbarn aus der Domstadt verdient mit 2:1 (1:0) durch. Vor 50.000 Zuschauern im ausverkauften Kölner Stadion trafen Aleix Garcia mit einem Traumfreistoß (7. Minute) und Patrik Schick (85.). Said El Mala (90.+2) gelang für Köln nur noch der zu späte Anschlusstreffer.
Der Kölner Nationalstürmer war «nach dem intensiven Spiel» auch etwas sauer. «Ich hatte auf dem Platz ein richtig gutes Gefühl, wir waren griffig. Wir sind denen auf den Sack gegangen, worauf die gar keinen Bock hatten. Bei jedem Foul haben die sich - keine Ahnung - wie viel mal gedreht, was nichts mit Fußball zu tun hat. Das ist schon ein bisschen lächerlich. Wir sind dann nochmal zurückgekommen, ein bisschen zu spät», sagte der Angreifer bei DAZN.
Auf Seiten der Leverkusener hingegen herrschte eitel Sonnenschein. «Wir haben das sehr genossen. Man konnte fühlen, dass es ein Derby war, etwas Besonderes. Jeder im Umkleideraum, die Angestellten, die Spieler und die Fans sind so glücklich. Das war sehr wichtig für uns», sagte Trainer Carles Martinez.
Für Bayer 04 kam der Derby-Sieg zur rechten Zeit. Nach zuletzt zwei Liga-Niederlagen und der Pleite in der Europa League tankte die Werkself neues Selbstvertrauen und hält mit 16 Punkten Anschluss an die internationalen Plätze. Köln kassierte dagegen die erste Heimniederlage der Saison und ist nun seit vier Ligaspielen sieglos. Damit rutscht der FC weiter in Richtung Tabellenkeller, während der Druck auf Trainer René Wagner wächst.
Hitzige Stimmung beim Rhein-Derby
Auf den Rängen heizten die FC-Fans mit einem großen Banner samt Vereinslogo und der Aufschrift «Nur wir» die Stimmung im zweiten Derby dieser Saison kräftig an, während die Leverkusener Anhänger auf der Gegenseite im Gästeblock rote Pyrotechnik zündeten. Die hitzige Atmosphäre auf den Rängen übertrug sich mit Anpfiff auch auf den Platz, auf dem sich in den ersten Minuten ein wilder Schlagabtausch entwickelte.
Aleix Garcia trifft sehenswert zur Bayer-Führung
Bereits nach 25 Sekunden prüfte Linton Maina Bayer-Keeper Mark Flekken. Auf der Gegenseite verhinderte Marvin Schwäbe gleich mit drei starken Paraden hintereinander zunächst den Rückstand (5./6.). Bei einem Freistoß von Aleix Garcia war der FC-Schlussmann dann aber machtlos: Der nach dem 0:1 gegen Marseille wegen seiner defensiven Nachlässigkeit kritisierte Freistoßspezialist traf aus rund 20 Metern wuchtig und sehenswert ins linke Eck zur Führung.
Nur drei Minuten später bot sich dem FC die große Möglichkeit zum Ausgleich. Sebastian Sebulonsen scheiterte jedoch frei stehend an einer starken Fußabwehr von Bayer-Keeper Flekken. Nach dem temporeichen Beginn verlor die Partie danach zunehmend an Fahrt, wenngleich die Zweikämpfe intensiv blieben.
Viel Aufregung und Nickeligkeiten
Kurz nach Wiederanpfiff forderte Köln nach einem Foul an Mikey Moore Elfmeter, doch Schiedsrichter Felix Zwayer pfiff nicht. Als der weiterspielende Alfonso Moreira daraufhin nach einem Tritt zu Boden ging, kochten die Emotionen hoch - und es kam zur Rudelbildung. Von den Rängen hallten lautstarke Pfiffe. Abseits zahlreicher Nickeligkeiten prüften Moreria (59.) und Schick (63.) den stark parierenden Schwäbe.
Köln reagierte mit einem Dreifachwechsel und brachte unter anderem Malek El Mala, der in der Vorwoche bei seinem Traumdebüt in Berlin direkt den Ausgleich erzielt hatte. Als Schick wenig später vermeintlich auf 2:0 erhöhte (82.), schien die Entscheidung gefallen. Wegen eines vorherigen Handspiels des Tschechen wurde der Treffer jedoch aberkannt. Doch dann traf Schick doch noch, ehe Kölns Said El Mala den Schlusspunkt setzte.
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