Archivierter Artikel vom 13.01.2022, 20:24 Uhr
Bad Kreuznach

Als Assistent von Murat Yasar: Florian Sohler zurück zur SG Eintracht Bad Kreuznach

Wenn die SG Eintracht Bad Kreuznach am Sonntag um 10 Uhr zum Trainingsauftakt bittet, wird ein Mann neben Cheftrainer Murat Yasar stehen, mit dem die wenigsten gerechnet haben: Florian Sohler fungiert ab sofort als Kotrainer des Fußball-Verbandsligisten.

Von Olaf Paare

Erfolgreicher Profi: Florian Sohler (unten links, daneben Lars Schmidt) im Jahr 1999 bei seiner Vorstellung beim damaligen Zweitligisten Kickers Offenbach. Hinter ihm stehen (von links) Trainer Hans-Jürgen Boysen, Marco Grevelhörster und Ex-Nationalspieler Manfred Binz. Nun steigt Sohler als Kotrainer bei der SG Eintracht ein. Foto: dpa
Erfolgreicher Profi: Florian Sohler (unten links, daneben Lars Schmidt) im Jahr 1999 bei seiner Vorstellung beim damaligen Zweitligisten Kickers Offenbach. Hinter ihm stehen (von links) Trainer Hans-Jürgen Boysen, Marco Grevelhörster und Ex-Nationalspieler Manfred Binz. Nun steigt Sohler als Kotrainer bei der SG Eintracht ein.
Foto: dpa

„Ich habe Murat im Sommer am Bostalsee kennengelernt, wo er einen Wohnwagen hat. Wir haben uns dort auf Anhieb sehr gut verstanden. Im Dezember hat er mich dann angerufen und gefragt, ob ich mir den Kotrainer-Posten vorstellen könnte. Nach ein paar Tagen Bedenkzeit habe ich zugesagt“, berichtet Sohler.

Gemeinsam mit Größen wie Thomas Reichenberger, Jens Wückert und Sascha Walita bildete Sohler Anfang der 90er-Jahre bei der Eintracht ein bärenstarkes A-Junioren-Team, das unter Markus Rehbein sogar Rheinland-Pfalz-Meister wurde. Später wurde Sohler Profi, spielte für den FSV Mainz 05 und Kickers Offenbach. Insgesamt 47 Zweitliga-Spiele sind für ihn notiert. Nach seiner Rückkehr zur Eintracht im Jahr 2000 warf ihn eine schwere Verletzung aus der Bahn. 2004 beendete Sohler seine Karriere.

Danach war es ruhig geworden um den heute 47-Jährigen. „Ich habe mir mal eine Auszeit vom Fußball genommen“, sagt Sohler mit einem Lachen angesichts von fast 18 Jahren Pause. „Es gab immer mal Anfragen, aber eigentlich wollte ich nicht Trainer werden“, erklärt Sohler. Seine Meinung änderte er nun aus verschiedenen Gründen: „Zum einen handelt es sich um die Eintracht, das ist noch immer mein Verein, zum anderen liegt mir das Rampenlicht nicht. Aus der zweiten Reihe hinter Murat zu agieren, passt besser zu mir.“ Noch kennt er sein neues Team nicht besonders gut, auch die Liga nicht. „Ich habe aber gehört, dass viele Talente im Team schlummern. Und vielleicht gelingt es mir da ja, Potenziale zu wecken. Auf jeden Fall möchte ich meine Erfahrung als Spieler an die Jungs weitergeben.“

Ausgelegt ist das Projekt auf ein halbes Jahr, genauso lang läuft auch Yasars Vertrag. „Danach wissen wir, ob mir der Trainerjob liegt, und der Verein kann sehen, ob es etwas bringt mit mir“, erläutert Sohler. Die erste Herausforderung wartet bereits in der Vorbereitung, die lange dauern wird, schließlich steht das erste Abstiegsrunden-Spiel erst am 27. März an. „Da müssen wir die Jungs bei Laune halten. Wir werden viele Testspiele machen. Jeder Fußballer spielt ja lieber, als dass er trainiert“, sagt Sohler und spricht da auch aus Erfahrung.

Er ist nicht der einzige Neue bei der Eintracht. Sinan Kaya steigt als Kotrainer der Bezirksliga-Mannschaft ein, zudem werden Caglar Bayir (wie Kaya zuletzt beim VfL Sponheim), Erhan Kurpejovic (Karadeniz Bad Kreuznach) und Aleksandre Kitia (TSG Planig) die Eintracht-Reserve verstärken und wollen mithelfen, einen geregelten Spielbetrieb zu gewährleisten.

Von unserem Redakteur Olaf Paare