Archivierter Artikel vom 03.03.2021, 18:11 Uhr
Montabaur

Kurt Schaaf hängt beim FFC ein Jahr dran: Trainer des Regionalligisten Montabaur will „so nicht aufhören“ – Eine Entscheidung im Team

Dass irgendwann Schluss sein wird mit dem Trainerdasein, das weiß Kurt Schaaf. Mit diesem Thema geht der 69-Jährige auch offen um. „Ich habe eben ein gewisses Alter“, sagt er. „Doch so will doch niemand aufhören“, meint der Trainer des Frauen-Regionalligisten 1. FFC Montabaur und spielt damit auf die Tatsache an, dass die Fußballsaison bereits seit Ende Oktober unterbrochen ist und deren Fortsetzung – bei allen Bestrebungen, Lockerungen umzusetzen – äußerst fraglich erscheint. „Hätte ich es zu entscheiden, würde ich jetzt einen Schlussstrich ziehen und auf einen Neubeginn im August setzen“, sagt Schaaf und bezieht in dieser Aussage auch seine eigene Planung ein Stückweit mit ein.

Von Marco Rosbach
Trainer Kurt Schaaf, Torwarttrainer Roland Linz und Co-Trainer Frank Rath (von links, hier eine Aufnahme aus dem vergangenen Sommer) tragen – gemeinsam mit Sportvorstand Katharina Jung – auch in der neuen Saison die sportliche Verantwortung beim Frauen-Regionalligisten 1. FFC Montabaur.  Foto: Verein
Trainer Kurt Schaaf, Torwarttrainer Roland Linz und Co-Trainer Frank Rath (von links, hier eine Aufnahme aus dem vergangenen Sommer) tragen – gemeinsam mit Sportvorstand Katharina Jung – auch in der neuen Saison die sportliche Verantwortung beim Frauen-Regionalligisten 1. FFC Montabaur.
Foto: Verein

Die mit seiner Mannschaft absolvierten fünf Liga-Spiele und die eine Partie im Rheinlandpokal haben für den erfahrenen Trainer nichts mit einer Saison zu tun, ganz gleich, was da in den nächsten Wochen noch kommen mag. Dabei ist Schaafs großer Wunsch, „einfach noch mal eine komplette Saison durchspielen zu können, zu dürfen“. Die Entscheidung, ein weiteres Jahr – sein viertes beim FFC – dranzuhängen, habe er aber nicht alleine getroffen. Es war eine Entscheidung im Team – und da nennt Schaaf neben Co-Trainer Frank Rath und Torwarttrainer Roland Linz insbesondere Sportvorstand Katharina Jung.

„Wenn wir jetzt die Saison komplett gespielt hätten, dann wäre mein Koffer wohl gepackt gewesen“, meint Schaaf. So aber standen in der langen Zwangspause Gespräche an statt irgendwelche Abschiedsgedanken. Die Trainer waren sich schnell einig, gemeinsam die erfolgreiche Arbeit fortsetzen zu wollen. Dann gab's den Austausch mit Katharina Jung, die sich wiederum mit dem Mannschaftsrat zusammengesetzt hat. Es folgte der Austausch mit allen Spielerinnen – und schließlich kam die Rückmeldung: „Alle wollen so weitermachen wie bisher“, freut sich Schaaf, der seine eigene Entscheidung zuvor eng mit der Person seines Co-Trainers verknüpft hatte. „Wir waren uns einig: Wenn einer aufhört, dann macht auch der andere nicht weiter“, erzählt er.

„Ich bin der gleichen Meinung“, ergänzt Rath. „Kurt und ich ergänzen uns sehr gut. Wir sind zwei erfahrene, langährige Trainer, die zusammen mit Roland eine gewisse Kompetenz mitbringen.“ Jetzt als Trainerteam zu verlängern, sei sicher auch für die Mannschaft eine ideale Geschichte. „Deswegen war es für mich auch keine Frage, jetzt noch mal ein Jahr dranzuhängen“, sagt Rath weiter, ehe auch von ihm dieser Satz kommt: „So kann und will man sich nicht verabschieden.“

Katharina Jung, die als langjährige Leistungsträgerin des FFC ganz nah dran ist an der Mannschaft, freut sich über die Entscheidung des Trios. „Aus Sicht des Vereins kann ich sagen, dass wir sehr, sehr froh sind, dass alle drei Trainer weitermachen“, betont sie. „Roland macht einen tollen Job als Torwarttrainer. Kurt ist ein unglaublich erfahrener Trainer, der die Mädels, ihre sportlichen und charakterlichen Stärken und Schwächen mittlerweile sehr gut kennt. Mit Frank Rath ist uns im Sommer eine sehr wertvolle Ergänzung des Trainerteams gelungen, da er einerseits frischen Wind reinbringt und andererseits sehr gut mit Kurt harmoniert.“

Die Grundvoraussetzung – das Zwischenmenschliche – passe, findet Jung. „Darüber hinaus können wir den Mädels mit einem A- und einem B-Lizenz-Trainer wirklich tolle Trainingsmöglichkeiten bieten.“ Daher freue sie sich sehr, mit diesem Team in die neue Saison zu gehen. „Oder die alte zu beenden“, ergänzt sie. „Wer weiß?“

Von unserem Redakteur Marco Rosbach