Snowboard
Mit Vierbeiner und Fahne? Hofmeister hofft auf Olympia-Coup
Ramona Hofmeister
Ramona Hofmeister
Peter Kneffel. DPA

Ramona Hofmeister gehört bei den Winterspielen zu den großen deutschen Medaillenhoffnungen. Die Top-Snowboarderin hat Rituale, einen besonderen Glücksbringer - und ein famoses Comeback hinter sich.

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Mailand (dpa) – Ramona Hofmeister war gerade mit ihrer Schäferhündin Chili spazieren, als das Handy klingelte. «Ich war sehr überrascht. Und auch überwältigt», berichtete Deutschlands Top-Snowboarderin von dem Anruf, in dem sie über ihre Nominierung zur Wahl der Fahnenträgerin informiert wurde.

Eine «große Ehre» sei das, sagte die 29-Jährige. Teilt sie in Italien womöglich noch weitere besondere Momente mit ihrem vierbeinigen Glücksbringer? Nach ihrem Traum-Comeback gehört Hofmeister bei den Olympischen Winterspielen zu den großen Medaillenhoffnungen. Und Hündin Chili zum Fanclub vor Ort.

«Richtig schön» sei es, dass sie ihre dritten Spiele mehr oder weniger vor der Haustür erlebe, sagte Hofmeister. Ob sie, Skispringerin Katharina Schmid oder Bobpilotin Laura Nolte bei der Eröffnungsfeier in Mailand am Freitag gemeinsam mit einem männlichen Athleten die deutsche Fahne tragen darf, entscheidet eine Online-Abstimmung. Doch auch unabhängig davon ist Hofmeisters Vorfreude auf den Saisonhöhepunkt riesig. Vor allem nach ihrer Vorgeschichte.

Traum-Comeback nach schwerer Verletzung

«Von so etwas kann man nur träumen», sagte Hofmeister angesprochen auf ihre famose Weltcup-Rückkehr. «Ich bin einfach nur dankbar und glücklich, dass alles so aufgegangen ist.» Dreieinhalb Monate hatte sie wegen einer bei einem Trainingssturz in Zermatt in der Schweiz Ende September erlittenen Sprunggelenkfraktur aussetzen müssen. Bei ihrem ersten Rennen danach bretterte Hofmeister im Parallel-Riesenslalom von Scuol Mitte Januar auf Anhieb zum Sieg, eine Woche später im bulgarischen Bansko feierte sie gleich noch einen.

«Die Königin ist zurück», schrieb das deutsche Snowboard-Team über die viermalige Gesamtweltcupsiegerin. «Sie ist etwas ganz Besonderes», sagte Bundestrainer Paul Marks über seine Vorzeigeathletin. Auch bei der Olympia-Generalprobe im slowenischen Rogla überzeugte Hofmeister als Zweite.

Zweite Olympia-Medaille nach 2018?

Lange musste Hofmeister um ihren Olympia-Start zittern. Nun gilt sie als erste Kandidatin, wenn es darum geht, wer der überragenden Tschechin Ester Ledecka die dritte Goldmedaille nach 2018 und 2022 streitig machen könnte.

Ihr gehe es vor allem darum, «das Beste zu geben und ganz viele schöne Erinnerungen mitzunehmen», sagte Hofmeister. Die Ausnahmeathletin vom WSV Bischofswiesen ist sichtlich bemüht, die Erwartungen nicht zu groß werden zu lassen. Der Druck bei nur einem Rennen ist ohnehin schon enorm.

«Es ist schon schade, dass nicht alle Disziplinen, in denen wir sonst starten, olympisch sind. So liegt der komplette Fokus auf einem einzigen Tag. Aber darüber müssen andere entscheiden», sagte Hofmeister. Anders als im Weltcup gibt es bei Olympia nur einen Parallel-Riesenslalom; keinen Parallel-Slalom und auch kein Mixed-Team-Event. An nur einem Tag entscheidet sich alles.

Halstuch, Abkühlung und Metal-Musik

2018 in Südkorea raste Hofmeister zu Bronze. «Diesen Moment mit der Familie zu teilen, war ganz besonders», sagte sie. Bei den coronabedingt ohne Zuschauer ausgetragenen Spielen vier Jahre später in China blieb sie hinter den Erwartungen. «2022 ist mit all den Umständen etwas unglücklich gelaufen, rückblickend bin ich auf den fünften Platz aber trotzdem stolz», meinte sie.

Und nun in Livigno? Wie immer vor großen Rennen wird Hofmeister ihr Halstuch im Leopardenmuster umlegen, eine Handvoll Schnee in den Nacken packen und sich mit ein paar Metal-Songs einstimmen. «Auf jeden Fall etwas, das knallt und mich aufweckt», sagt sie zu ihrer Musikauswahl vor dem Start. Im Ziel werden Freunde und Familie auf sie warten. Und natürlich Hündin Chili.

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