Wintersport
ISU: Kein neutraler Status für Eiskunstlauf-Star Walijewa
Kamila Walijewa
Kamila Walijewa darf nicht als neutrale Athletin an den Start gehen, (Archivbild)
Peter Kneffel. DPA

Eiskunstlauf-Star Kamila Walijewa aus Russland ist der Status als neutrale Athletin aberkannt worden. Die 20-Jährige erfülle die Voraussetzungen des Weltverbandes dafür nicht mehr.

Lesezeit 2 Minuten

Lausanne (dpa) – Dem russischen Eiskunstlauf-Star Kamila Walijewa ist der Status, international als neutrale Athletin zu starten, aberkannt worden. Nach individuellen Eignungsprüfungen habe der Weltverband ISU festgestellt, dass «die Voraussetzungen für die Teilnahme als neutrale Athleten nicht mehr erfüllt werden». Zuvor hatte die International Skating Union (ISU) insgesamt 234 Neutralitätsformulare für die Teilnahme an ISU-Veranstaltungen und internationalen Wettbewerben für die Saison 2026/2027 zu prüfen gehabt.

Eiskunstläufer sind nach Angaben des Verbandes nicht zur Teilnahme als neutrale Athleten berechtigt, wenn sie «a) mit den Streitkräften oder einer nationalen Sicherheitsbehörde Russlands oder Weißrusslands im aktiven Dienst stehen; b) zu irgendeinem Zeitpunkt seit Februar 2022 aktiv an militärischen Operationen im Krieg gegen die Ukraine teilgenommen haben; c) sie diesen Krieg zu irgendeinem Zeitpunkt seit Februar 2022 aktiv und öffentlich unterstützt haben».

Walijewa war Status zunächst zuerkannt worden

Walijewa war zunächst für diese Saison der Status einer neutralen Athletin zuerkannt worden. Der Weltverband hatte das seit Februar 2022 bestehende Verbot für Aktive sowie Offizielle aufgehoben, sofern sie die Kriterien für neutrale Athleten erfüllen. Trotz des seit viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine dürfen russische Eiskunstläuferinnen und Eiskunstläufer unter neutralem Status – also ohne staatliche Symbole wie Nationalflaggen, Nationalkleidung und Nationalhymnen – bei Weltmeisterschaften und Grand-Prix-Wettbewerben also grundsätzlich wieder starten.

Der Status sei Walijewa anschließend aber wegen Bedenken, dass sie möglicherweise gegen die Kriterien verstoßen habe, wieder entzogen worden. Die 20-Jährige könnte Berichten zufolge vor dem Internationalen Sportgerichtshof (Cas) Berufung einlegen. Nach der aktuellen Überprüfung sind mit Mark Kondratiuk, Alexandra Stepanowa und Iwan Bukin weitere drei Athleten vom Ausschluss betroffen.

Positive Dopingprobe im Dezember 2021

Walijewas Karriere bleibt turbulent: Nach dem Team-Wettbewerb bei den Olympischen Winterspielen in Peking 2022 war eine positive Dopingprobe der Sportlerin bekanntgeworden. Sie war im Dezember 2021 positiv auf das verbotene Mittel Trimetazidin getestet worden. Walijewa hatte als Erklärung angeführt, dass sie aus demselben Glas wie ihr Großvater getrunken habe. Der Cas sperrte sie daraufhin rückwirkend für vier Jahre.

Da Walijewa zu dem Zeitpunkt erst 15 Jahre alt war, galt sie gemäß Welt-Anti-Doping-Code als «geschützte Person», deren Identität hätte nicht genannt werden dürfen. Die Geheimhaltung misslang. Walijewas juristisch durchgesetzter Start im olympischen Einzel endete als Skandal – und mit einer Kür unter Tränen, die Favoritin landete nach einer völlig verpatzten Vorstellung nur auf dem vierten Platz. Inzwischen ist die Dopingsperre von Walijewa abgelaufen.

© dpa-infocom, dpa:260910-930-664298/1

Ressort und Schlagwörter

Sport