Skispringen
«Das tut sehr, sehr weh»: Schmids trauriger Olympia-Abschied
Olympische Winterspiele 2026
Olympische Winterspiele 2026
Daniel Karmann. DPA

Katharina Schmid ist lange die prägende Athletin im deutschen Frauen-Skispringen. Die deutsche Fahnenträgerin verlässt die Olympia-Bühne unter Tränen. Kehrt sie irgendwann in anderer Rolle zurück?

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Predazzo (dpa) – Katharina Schmid sehnte sich zum bitteren Ende ihrer langen und ereignisreichen Olympia-Karriere nach dem Trost ihrer Liebsten. «Ich bin froh, dass meine ganze Familie und meine Freunde da sind. Ich glaube, die brauche ich heute», sagte die 29-Jährige in Predazzo mit brüchiger Stimme.

Schmid, die ihre Fingernägel schwarz-rot-gold lackiert hatte, versteckte ihre Emotionen nicht. Immer wieder verfiel die Oberstdorferin in den Dialekt ihrer Allgäuer Heimat. «Dass es jetzt so endet, ist hart. Das tut sehr, sehr weh», sagte sie.

Schmid: «Ich bin von Anfang an nicht klargekommen»

Nach Rang 16 auf der Normalschanze kam auf der großen Schanze schon nach dem ersten Durchgang das Aus: So hatte sich Schmid ihren Abschied von der ganz großen Bühne nicht vorgestellt. «Ich bin von Anfang an nicht klargekommen», fasste sie ihre Tage von Predazzo zusammen, die für sie so fröhlich als Fahnenträgerin bei der Eröffnungsfeier begonnen hatten. «Irgendwie wollte es einfach nicht.»

Schmid war die Traurigste im Quartett der deutschen Springerinnen, das Italien ohne Medaille verlässt. «Wir sind bitter enttäuscht. Das ist ganz klar», sagte Bundestrainer Heinz Kuttin. Selina Freitag, Agnes Reisch und Schmid hatten es in dieser Saison schon auf das Podest im Weltcup geschafft. Ausgerechnet beim großen Winter-Höhepunkt klappte es nicht. Reisch hatte gesundheitliche Probleme. «Die Selina war eigentlich topfit, die Katha war auch topfit», sagte Kuttin.

Traum von Gold bleibt unerfüllt

Das Kapitel Winterspiele klappt Schmid nun ganz schnell zu. Auf einen Trip an weitere Olympia-Standorte verzichtet die Silbergewinnerin von 2018 und 2022. «Nach heute bin ich einfach froh, daheim zu sein und einfach mal Pause zu haben», sagte sie.

Ein paar Weltcups noch, zum Abschluss Ende März das Skifliegen im slowenischen Planica – dann war's das. Die siebenmalige Weltmeisterin, die das deutsche Frauen-Skispringen über rund ein Jahrzehnt geprägt hat wie niemand sonst, tritt ab. Der Traum vom olympischen Gold war im Val di Fiemme unerreichbar. Die Premiere der Vierschanzentournee für Frauen wird Schmid als Zuschauerin verfolgen.

Zukunft als Trainerin?

Sie will sich nun noch stärker ihrem Privatleben widmen. Dem Skispringen bleibt Schmid womöglich zwar erhalten, zunächst aber wohl abseits der großen Öffentlichkeit. «Es gibt Gespräche zwischen ihr und dem Skiclub in Oberstdorf. Sie möchte jetzt nicht gleich wieder durch die Welt reisen», erklärte Horst Hüttel, Sportdirektor beim Deutschen Skiverband (DSV).

Arbeit mit dem Skisprungnachwuchs. Kurze Wege zwischen Job und zu Hause. So könnte Schmids Alltag in den nächsten Jahren aussehen. «Ich hoffe sehr, dass das zustande kommt», betonte Hüttel. Der 57-Jährige sieht in Schmid auch nach der aktiven Karriere viel Potenzial. «Sie würde als Typ, als Mensch, als Persönlichkeit sehr viel mitbringen, um eine tolle Trainerin zu werden», sagte er.

Im von Männern geprägten Trainer-Business wünscht er sich schon länger mehr Frauen: «Da würden wir ihr alle Türen aufmachen.»

© dpa-infocom, dpa:260216-930-693599/1

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