Nach Aus bei Tour de France
Bundestrainer hofft auf WM-Teilnahme von Lipowitz
Tour de France 2026
Florian Lipowitz sorgte für das deutsche Tour-Drama in diesem Jahr. (Archivbild)
Loic Venance. DPA

Der dramatische Sturz von Florian Lipowitz sorgte für den Tiefpunkt aus deutscher Sicht bei der Tour. Kommt er doch noch für die WM in Kanada infrage? Bundestrainer Zemke ist optimistisch.

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Paris (dpa) – Nach dem schweren Sturz von Florian Lipowitz bei der diesjährigen Tour de France hofft der deutsche Radsport-Verband German Cycling noch auf eine Teilnahme des Stars bei der Weltmeisterschaft im kanadischen Montréal.

«Ich sehe es schon als realistisch an. Ein Schlüsselbeinbruch ist nicht das Ende der Welt», sagte Bundestrainer Jens Zemke der Deutschen Presse-Agentur. Normalerweise könne man nach rund sechs Wochen wieder die ersten Rennen absolvieren, wenn die Wundheilung gut verlaufe, sagte Zemke.

Zemke im Austausch mit Lipowitz

Am Samstagmorgen habe er Lipowitz noch eine Nachricht geschickt. Vor der Tour habe der Schwabe laut Zemke Interesse bekundet an der WM, die vom 20. bis zum 27. September ausgetragen wird. Er hoffe, dass Lipowitz weiter Ambitionen habe, sagte der 59-Jährige. Bei der WM im vergangenen Jahr in Ruanda, wo die Deutschen keine einzige Medaille geholt haben, war Lipowitz nicht dabei.

Der Tour-Gesamtdritte des vergangenen Jahres war auf der 16. Etappe beim Einzelzeitfahren in einer Rechtskurve gestürzt. Lipowitz verließ zuletzt das Krankenhaus nach seinem folgenschweren Sturz und einer Operation in der Nähe des Genfersees und kehrte laut seines Teamchefs Ralph Denk nach Hause zurück.

Das Tour-Aus von Lipowitz schockierte viele Fans. Dennoch zeigte sich Teamchef Zemke, der neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Bundestrainer auch für das Schweizer Pinarello-Team während der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt tätig war, glücklich über die Leistungen des 25-Jährigen. «Wir haben jemanden, der um das Podium mitfahren kann. Das ist die positive Sicht zum deutschen Abschneiden», sagte er.

Für den ersten schwarz-rot-goldenen Etappensieg seit dem Tageserfolg von Nils Politt in Nîmes 2021 reichte es nicht. «Seit fünf Jahren kein Etappensieg, das ist schon hart», sagte Zemke. Die Gründe dafür seien «tiefgreifend». Es gebe insgesamt zu wenige Straßenrennen in Deutschland, auch wegen immer größerer Auflagen für die Veranstalter.

Zemke: Kanter hat sich «stark verkauft»

Politt bestritt seine zehnte Tour und war als Helfer von Tadej Pogacar zuletzt mit anderen Aufgaben betraut. Sonst blieben ein kämpferischer Debütant Felix Engelhardt, ein knapp am Sieg gescheiterter Sprinter Max Kanter und ein nach dem Sturz auf der 20. Etappe geknickter Pascal Ackermann im Gedächtnis.

Der Cottbuser Kanter, der in Pau auf der fünften Etappe als Zweiter die Chance auf einen Tagessieg verpasst hatte, habe sich laut Zemke «stark verkauft». Dem deutschen Meister Engelhardt, der sich oft in Spitzengruppen präsentierte und dafür auch mal als kämpferischster Fahrer ausgezeichnet wurde, habe laut Bundestrainer das «Meistertrikot gutgetan».

«Den werde ich kontaktieren wegen der WM», versicherte Zemke hinsichtlich Engelhardt. «Unser Anspruch ist es schon, dass wir wieder eine schlagkräftige Truppe aufstellen. Eine Medaille sollte schon das Ziel sein.»

© dpa-infocom, dpa:260726-930-438671/1

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