Birmingham (dpa) – Die deutsche Sprint-Staffel hat sich nach Silber bei den Leichtathletik-Europameisterschaften vor Owen Ansah gestellt, der wegen einer drohenden Sperre in Birmingham nur auf der Tribüne dabei war. Nach der Siegerehrung für seinen Titel über die 200 Meter verfolgte er – wie schon in der Qualifikation – die Kollegen und begleitete sie auch vor dem Rennen beim Aufwärmen.
Das Verfahren wegen des Vorwurfs einer verweigerten Dopingprobe beschäftigt die Staffel nach deren Angaben nicht. «Das ist ein laufendes Verfahren», sagte Marvin Schulte. «Wir wünschen Owen alles, alles Beste von unserer Seite. Wir sind so stolz auf ihn, was der hier fabriziert hat, dass der zwei Medaillen hier geholt hat.»
Starker Zusammenhalt in der Staffel
Ansah hatte vor Gold über 200 Meter bereits Bronze über 100 Meter gewonnen, wurde vom deutschen Verband in den Staffeln aber von vornherein nicht berücksichtigt, um keine nachträgliche Disqualifikation in Team-Wettbewerben zu riskieren.
«Wir können uns auf ihn verlassen, er kann sich auf uns verlassen als Staffel und vor allem als deutsche Nationalmannschaft. Wir sind ein Team», sagte Schulte und betonte: «Wir wissen, dass Owen hinter uns steht, und deswegen sage ich auch hier: Wir stehen hinter Owen.»
Der Hamburger betont, er habe nie eine Probe verweigert und widerspricht deshalb dem Antrag der Nationalen Anti Doping Agentur, die eine vierjährige Sperre fordert. Die Männer-Staffel bewies, dass sie auch den Ausfall ihres Besten wegstecken kann, weil es genügend starke Sprinter gibt. In Birmingham waren noch Kevin Kranz, Heiko Gussmann und Lucas Ansah-Peprah dabei.
Ansah-Peprah sieht Historisches
So stehen drei nun EM-Medaillen zu Buche, wenn auch zwei noch mit einem Vorbehalt. «Das ist historisch. Owen hat so was Großartiges geleistet, wir haben Silber geholt», sagte Schlussläufer Ansah-Peprah. «Die Frauen haben es vorgemacht, und jetzt sind wir auch da. Wir sind einfach stolz auf uns selber.»
Die Männer machten mit ihrem starken Auftritt das Missgeschick des Frauen-Quartetts wett, das nach einem missglückten letzten Wechsel im Vorlauf ausgeschieden war. Bei Olympia und der WM gab es zuletzt jeweils Bronze.
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